Aktien, Europa

Aktien Europa: Anleger warten auf Fed - Technologiewerte stark, Luxus schwach

28.01.2026 - 12:14:27

Vor der Bekanntgabe der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed sowie der Veröffentlichung von GeschÀftszahlen von Microsoft US5949181045 und Tesla US88160R1014 am Abend haben sich die Marktteilnehmer an den europÀischen Börsen vorsichtig verhalten.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 trat am Mittag auf der Stelle.

Außerhalb der Eurozone sank der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 um 0,39 Prozent auf 10.167,95 ZĂ€hler. Mit dem Schweizer SMI CH0009980894 ging es um 1,14 Prozent auf 13.065,84 Punkte nach unten, wobei die Pharmaaktien belasteten.

Eine ZinsĂ€nderung in den USA gilt als unwahrscheinlich, weshalb die Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell um so mehr Beachtung finden sollten. "Interessant dĂŒrfte sein, ob noch bis Mai an der Zinsschraube gedreht wird", so Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets. Denn dann wird "Powell die US-Notenbank verlassen und voraussichtlich durch einen Trump-BefĂŒrworter ersetzt werden."

Am Markt setzten die Zahlen von Schwergewichten Akzente. Der Technologiesektor profitierte dabei von den deutlichen Gewinnen von ASML NL0010273215. Der ungebremste KI-Boom hatte die GeschĂ€fte des ChipausrĂŒsters krĂ€ftig angetrieben. Im Schlussquartal erzielten die NiederlĂ€nder bei Umsatz und Auftragseingang jeweils einen Rekordwert. FĂŒr 2026 peilt das Unternehmen ein weiteres Umsatzwachstum an. Zudem teilte es am Mittwoch im Zuge der Veröffentlichung aktueller GeschĂ€ftszahlen mit, bis Ende 2028 eigene Aktien im Wert von bis zu 12 Milliarden Euro zurĂŒckkaufen zu wollen. Die Aktie legte um 5,1 Prozent zu und markierte damit ein Rekordhoch.

Andere Halbleiterwerte stiegen im Sog des starken Auftragseingangs von ASML, der als positives Signale fĂŒr die Branche gewertet wurde. Gute Nachrichten gab es auch aus Asien. Der sĂŒdkoreanische Chip-Hersteller SK Hynix KR7000660001 hatte im Schlussquartal 2025 mit dem operativen Gewinn die Konsensprognose um fast 15 Prozent ĂŒbertroffen. Zudem hatte am Vorabend der US-Halbleiterkonzern Texas Instruments US8825081040 mit einem ĂŒberraschend robusten Ausblick fĂŒr das erste Quartal ĂŒberzeugt.

Das genaue Gegenteil fĂŒr die eigene Branche bewirkten die Zahlen von LVMH FR0000121014. Der LuxusgĂŒterkonzern hatte im vergangenen GeschĂ€ftsjahr weniger Umsatz und Gewinn erzielt als im Jahr zuvor. Grund war ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld. So sank vor allem in Europa die Nachfrage im zweiten Halbjahr. Dazu belasteten die Handelskonflikte die Konsumlaune vor allem im Wein- und SpirituosengeschĂ€ft in KernmĂ€rkten wie China und den USA. Die Aktie fiel um 6,8 Prozent. Das zog auch andere Werte wie Kering FR0000121485, die um 2,9 Prozent sanken, nach unten.

Noch schwĂ€cher als die Luxuswerte tendierte der Pharmasektor. Belastend dĂŒrfte ein Entscheid in den USA gewirkt haben, der den Spielraum fĂŒr höhere Medikamentenpreise einschrĂ€nkt, hieß es am Markt. FĂŒr die Branche sei dies zwar nur indirekt relevant, dennoch dĂŒrfte die Unsicherheit im Sektor weiter zunehmen. Novartis CH0012005267 sanken um 2,1 Prozent, Sanofi FR0000120578 um 1,9 Prozent.

Nicht ganz so stark war die Kursreaktion von Volvo SE0000115446. Die anhaltend maue Nachfrage hatte dem Lkw-Bauer auch im Schlussquartal zugesetzt. Trotz RĂŒckgĂ€ngen bei Umsatz und Gewinn schlossen die Schweden aber besser ab als erwartet. Nach der langen NachfrageschwĂ€che sieht das Management fĂŒr 2026 nun Lichtblicke, unter anderem auf dem nordamerikanischen Markt, wie aus der Konzernmitteilung vom Mittwoch hervorgeht. Die Aktie stieg zum Handelsstart um gut 3 Prozent. Die Aktie gewann 1,6 Prozent.

@ dpa.de