Vonovia, Sanierung

Vonovia & Co. setzen 2026 auf serielle Sanierung

03.01.2026 - 01:15:11

Große Wohnungskonzerne wie Vonovia verlagern ihr Kerngeschäft von Neubau zu serieller Sanierung als Dienstleistung. Staatliche Förderung und steigende Nachfrage treiben den Markthochlauf.

Große Bauträger wie Vonovia stellen ihr Kerngeschäft neu auf. Statt auf Neubau setzen sie 2026 voll auf industrielle Sanierung als Dienstleistung für Dritte. Der Grund: Die Nachfrage nach energetischen Modernisierungen explodiert, während der klassische Neubau weiter lahmt.

Der größte deutsche Wohnungskonzern treibt diesen Wandel an. Vonovia plant, seine Investitionen in Modernisierung und erneuerbare Energien massiv zu erhöhen. Das Ziel ist eine Verdoppelung der Investitionsrate auf bis zu zwei Milliarden Euro jährlich bis 2028.

Doch der entscheidende Trend geht darüber hinaus. Bauträger öffnen ihre Kapazitäten für den Markt und werden zu Full-Service-Dienstleistern. Sie bieten Kommunen und Genossenschaften komplette Pakete an – von der digitalen Bestandsaufnahme bis zur Montage vorgefertigter Fassaden.

Anzeige

Viele Vermieter und Hauseigentümer unterschätzen, welche Modernisierungs- und Heizkosten sich auf die Betriebskostenabrechnung auswirken – das kann schnell zu Rückforderungen führen. Der kostenlose Report „Betriebskosten 2025“ erklärt in fünf Minuten, welche Kosten (z. B. Heizung, Warmwasser, Grundsteuer, Reinigung, Gartenpflege, Schornstein) umlagefähig sind und welche Vertragsformulierungen Sie jetzt brauchen, um rechtssicher abzurechnen. Unverzichtbar für Vermieter, Verwalter und Bauträger, die Sanierungsprojekte planen. Gratis Betriebskosten-Report 2025 herunterladen

Vom Handwerk zur Industrie: Der Siegeszug der Vorfertigung

Herzstück der neuen Strategie ist die serielle Sanierung. Nach dem „Energiesprong“-Prinzip werden Gebäude nicht mehr in Handarbeit gedämmt, sondern mit vorgefertigten Elementen verkleidet. Diese werden millimetergenau im Werk produziert und vor Ort in wenigen Tagen montiert.

Technologiepartner wie ecoworks gewinnen dabei an Bedeutung. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) bestätigt den dynamischen Markthochlauf. Die staatliche Förderung (BEG-Bonus) wirkt als Katalysator.

Für 2026 erwarten Experten die breite Skalierung dieser Technik. Digitale Zwillinge ermöglichen die virtuelle Planung, lange bevor die Baustelle beginnt. In Pilotprojekten sank die Bauzeit vor Ort so um bis zu 80 Prozent. Ein entscheidender Vorteil für die Bewohner.

Warum sich der Wechsel für Bauträger lohnt

Die neuen Geschäftsmodelle sind wirtschaftlich hochattraktiv. Während die Neubau-Margen schrumpfen, bieten Sanierungen als Dienstleistung stabile Einnahmen.

  • Skaleneffekte: Standardisierte Prozesse und hohe Stückzahlen senken die Kosten pro Wohnung.
  • Warmmietenneutralität: Durch die Effizienz wird das Ziel realistischer, dass Mieterhöhungen durch Energiekostenersparnis ausgeglichen werden.
  • Neue Erlösmodelle: Zusatzdienste wie Mieterstrom oder Wärmelieferung schaffen langfristige Einnahmequellen.

Ein weiterer Treiber ist die EU-Taxonomie. Institutionelle Investoren müssen ihre Portfolios „grün“ rechnen. Bauträger, die eine schnelle „Net Zero“-Sanierung garantieren können, haben einen massiven Wettbewerbsvorteil.

Getrieben von Krise und Regulierung

Der Strategiewechsel ist eine direkte Antwort auf die Strukturkrise der Bauwirtschaft. Der Einbruch im Neubau zwang zur Diversifizierung. Was als Notlösung begann, wird nun zum dominanten Geschäftsmodell.

Gleichzeitig erhöhen das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und steigende CO2-Preise den Druck auf Bestandshalter. Für viele kleine Eigentümer sind komplexe Sanierungen alleine nicht mehr zu stemmen – das eröffnet den neuen Dienstleistern ein riesiges Marktpotenzial.

Die Branche vollzieht den Wandel vom reinen „Asset Manager“ zum „Solution Provider“. Statt auf sinkende Zinsen zu warten, schafft sie sich durch technologische Innovation ihren eigenen Markt.

Wird 2026 zum Jahr der Sanierungswelle?

Für das laufende Jahr deuten alle Zeichen auf eine Beschleunigung hin. Weitere große Entwickler dürften eigene Full-Service-Sparten ankündigen oder spezialisierte PropTech-Firmen übernehmen.

Die politische Unterstützung wird voraussichtlich wachsen, denn die serielle Sanierung gilt als einziger realistischer Weg, die Klimaziele im Gebäudesektor noch zu erreichen. Erste Public-Private-Partnerships, bei denen Kommunen ganze Quartiere zur Sanierung aus der Hand geben, sind wahrscheinlich.

Auch technologisch steht der nächste Sprung bevor: Die Integration von KI in die Planung wird die Kosten weiter drücken. 2026 könnte als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem die Gebäudesanierung endlich im Industriezeitalter ankam.

Anzeige

PS: Planen Sie großflächige Fassadensanierungen oder energetische Modernisierungen? Vermeiden Sie Streit mit Mietern durch falsche Umlagen – der kostenfreie „Betriebskosten 2025“-Report liefert praxisnahe Checklisten und Musterformulierungen, mit denen Sie Modernisierungskosten korrekt abbilden und rechtssichere Abrechnungen erstellen. Schneller Download per E‑Mail, kostenlos und ohne Verpflichtungen. Betriebskosten-Report kostenlos anfordern

@ boerse-global.de