Volksbanken Raiffeisenbanken: Digitale Girocard startet ohne Apple Pay
08.01.2026 - 09:43:12
Die Genossenschaftliche FinanzGruppe hat heute die digitale Girocard direkt in der VR Banking App aktiviert. Millionen Kunden können nun kontaktlos mit dem Smartphone zahlen – ganz ohne Apple Pay oder separate Pay-Apps. Ein strategischer Schachzug, der die deutschen Banken unabhängiger von US-Konzernen macht.
Zahlungsverkehr im Umbruch
Was lange Zeit unmöglich schien, ist nun Realität: Kunden der Volksbanken und Raiffeisenbanken können ihre Girocard ab sofort direkt in der Hauptbank-App nutzen. Das ist kein kleines Update – es ist ein Befreiungsschlag. Bislang waren Android-Nutzer auf separate Pay-Apps angewiesen, iPhone-Besitzer zwingend auf Apples Wallet beschränkt.
Die heutige Freischaltung ist das Ergebnis monatelanger Vorbereitungen. Ermöglicht wurde sie durch eine EU-Regulierung, die Apple Ende 2024 zur Öffnung seiner NFC-Technologie für externe Anbieter zwang. Die deutsche Bankenkooperative nutzte diese Chance konsequent – und startete damit etwas Einmaliges in Europa.
So aktiviert man die digitale Girocard
Der Ablauf ist bewusst simpel gehalten:
- App aktualisieren: Die neueste Version der VR Banking App muss installiert sein (verfügbar seit heute).
- Zum Bereich „Karten” navigieren: Im Menü das entsprechende Symbol suchen.
- Digitale Aktivierung starten: Der neue Menüpunkt „Digitale Girocard aktivieren” ist sofort sichtbar.
- Bestätigung: Das Ganze wird per bewährtem Sicherheitsverfahren (z.B. VR SecureGo plus) bestätigt.
Danach funktioniert das Smartphone wie eine kontaktlose Karte. Besonders iPhone-Nutzer profitieren: Sie umgehen erstmals die Apple-Wallet-Monopolisierung und zahlen direkt aus der Bankapp.
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Entflechtung vom Tech-Giganten
Hinter diesem Schritt steckt ein ehrgeiziges Ziel: die Rückgewinnung von Kontrolle. Atruvia, der IT-Dienstleister der Genossenschaftsbanken, konzentriert alle Banking-Funktionen in einer App – Kontostände prüfen, Überweisungen tätigen, jetzt auch bezahlen. Ein „Bank im Portemonnaie”-Ansatz, der Plattformenchaos beendet.
Das ist wirtschaftlich bedeutsam. Wenn die Girocard – Deutschlands liebste Debitkarte – nur noch als versteckte Backend-Funktion in fremden Wallets existiert, verliert sie Sichtbarkeit und Kundennähe. Mit eigenständigem Interface bleibt die direkte Beziehung erhalten.
Hinzu kommt: Gebührenmodelle könnten neu verhandelt werden. Während Apple bislang für jede Transaktion seinen Anteil einforderte, könnte ein direktes NFC-System kosteneffizienter laufen. Die Banken haben die genauen Zahlen allerdings noch nicht öffentlich gemacht.
Parallele zu Wero – Europas Gegenstrategie
Das Projekt passt perfekt zur jüngsten Wero-Initiative, Europas neuem Instant-Payment-Standard. Während Wero sich auf Peer-to-Peer und Online-Zahlungen konzentriert, deckt die digitale Girocard den Laden-Einzelhandel ab. Zusammen bilden sie ein vollständiges, europäisches Zahlungsökosystem – ohne Abhängigkeit von California.
Rollout in Wellen
Das System wird bewusst gestaffelt aktiviert. Heute erhalten die meisten Institute Zugriff. Eine zweite Welle folgt am 15. Januar, um die dezentralisierte Infrastruktur der rund 700 einzelnen Volksbanken und Raiffeisenbanken nicht zu überlasten.
Early Adopter in Technik-Foren berichten von reibungsloser Aktivierung – ein gutes Zeichen für den Massenstart.
Was Branchenprofis sagen
Fintech-Analysten sehen darin ein Wendepunkt. Die nationale Debitcard-Infrastruktur brauchte genau diesen Move, um nicht zur bloßen Zahlungsquelle für fremde Apps zu werden. Europa hat sich bewusst für digitale Souveränität entschieden – und Deutschland zeigt, wie es funktioniert.
Auch internationale Banking-Verbände beobachten das Geschehen genau. Wenn eine 700er-Bank-Kooperative das hinbekommt, könnte es Schule machen – bei Crédit Mutuel in Frankreich, bei Rabobank in den Niederlanden, überall dort, wo nationale Systeme gegen die Tech-Übermacht ankämpfen.
Was kommt als Nächstes
Das ist erst der Anfang. Nach der heutigen Aktivierung plant die Genossenschaftsgruppe eine breite Marketingkampagne, um Kunden zur Umstellung zu bewegen. Im Laufe des Jahres sollen zusätzliche Features folgen: digitale Belege direkt in der App, Integration von Bonusprogrammen, Echtzeitdaten beim Bezahlen.
Das Smartphone ersetzt damit erstmals vollständig die physische Brieftasche. Für Millionen deutscher Bankkunden könnte das Jahr 2026 tatsächlich das Jahr sein, in dem die Plastikkarte zur Vergangenheit wird – ohne dabei Apple, Google oder irgendwelche US-Fintech-Startups bezahlen zu müssen.
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