Voigt fordert Smartphone-Verbot für Kinder unter 14
02.01.2026 - 06:09:12Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt will Smartphones für Kinder unter 14 Jahren verbieten. Der CDU-Politiker forderte am Freitag zudem eine Altersgrenze von 16 Jahren für soziale Medien. Sein Vorstoß stößt auf breite politische Unterstützung und trifft einen Nerv.
Voigt begründet seine Forderung mit der staatlichen Schutzpflicht. Er zieht Parallelen zu etablierten Jugendschutzregeln für Alkohol und Tabak. Moderne Smartphones seien eine überfordernde Kombination aus Fernseher, Shopping-Plattform und Kommunikationszentrale, argumentiert er. Thüringen hat bereits eine Bundesratsinitiative gestartet, um das Thema national auf die Agenda zu setzen.
Der Vorstoß aus Erfurt ist kein Einzelfall. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (parteilos) äußerte sich bereits Ende Dezember unterstützend zu strikteren Regeln. Er zeigte sich offen für Altersbeschränkungen nach australischem Vorbild. Eine Expertenkommission der Bundesregierung soll bis zum Sommer konkrete Empfehlungen vorlegen.
Auf Länderebene wird bereits gehandelt: Sachsen führt zum Februar ein Handyverbot an Grundschulen ein. International geht Frankreich noch weiter. Ab September 2026 will das Nachbarland den Zugang zu sozialen Medien für Unter-15-Jährige gesetzlich sperren und das Handyverbot auf alle weiterführenden Schulen ausweiten.
Breite Zustimmung, aber auch Kritik
Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) deutet auf breite Unterstützung in der Bevölkerung hin. Eine Mehrheit der Erwachsenen befürwortet demnach ein Mindestalter von 12 Jahren für Smartphones und 14 Jahren für soziale Netzwerke.
Doch es gibt auch warnende Stimmen. Pädagogen und Verbände wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) halten pauschale Verbote für realitätsfern. Sie argumentieren, dass Verbote allein keine Medienkompetenz vermitteln. Stattdessen fordern sie eine massive Stärkung der digitalen Bildung an Schulen.
Ein Paradigmenwechsel im Jugendschutz
Die aktuellen Forderungen markieren einen Wendepunkt. Bisher setzte die deutsche Netzpolitik vor allem auf das Prinzip der “Medienkompetenz”. Die Idee: Kinder sollen lernen, mit Risiken umzugehen. Die neuen Rufe nach gesetzlichen Altersgrenzen signalisieren ein Umdenken. Pädagogik allein scheint gegen die ausgefeilten Suchtmechanismen der Tech-Konzerne nicht mehr zu genügen.
Branchenbeobachter sehen Parallelen zur Regulierung der Tabakindustrie. Die Erkenntnis, dass Produkte gezielt Abhängigkeit fördern, legitimiert staatliche Eingriffe. Für Smartphone-Hersteller und Social-Media-Plattformen könnten strenge Verifikationspflichten und neue Haftungsfragen folgen.
Was bedeutet das für Eltern und Schulen? Der Start des sächsischen Verbots im Februar wird ein erster Praxistest. Die Zeit des digitalen Laissez-faire im Kinderzimmer scheint vorbei. Die Frage ist nun: Findet Deutschland das richtige Maß zwischen staatlichem Schutz und der Vermittlung von Kompetenz?
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