Vivantes-Warnstreik, Tarifwoche

Vivantes-Warnstreik leitet entscheidende Tarifwoche ein

12.02.2026 - 02:42:11

Warnstreiks bei Vivantes und Tarifverhandlungen für die Charité spitzen sich zu. Die Berliner Krankenhäuser stehen vor koordinierten Arbeitsniederlegungen und finanziellen Belastungen.

Berlin – Die Tarifkonflikte in Berlins Krankenhäusern eskalieren. Ein Warnstreik bei Vivantes-Tochtergesellschaften bildet den Auftakt zu einer Woche mit Schlichtungsgesprächen, die über die Versorgung in der Hauptstadt entscheiden.

Am Montag legten rund 2.200 Beschäftigte der Vivantes-Servicegesellschaften für einen Tag die Arbeit nieder. Reinigungskräfte, Handwerker und Küchenpersonal forderten damit ihre vollständige Eingliederung in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Bislang verdienen sie bis zu 500 Euro weniger im Monat als Kollegen in den Stammhäusern und haben keinen Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge.

Die Gewerkschaft ver.di lehnte ein gestrecktes Angleichungsangebot der Konzernführung mit über 90 Prozent der Stimmen ab. „Es geht um Gerechtigkeit für Menschen, die Seite an Seite arbeiten“, so ein Gewerkschaftssprecher. Die Vivantes-Führung verweist auf die defizitäre Lage des Klinikkonzerns.

Politisches Versprechen unter Druck

Der Konflikt stellt auch die Berliner Landesregierung in die Pflicht. Im Koalitionsvertrag von 2023 bekannten sich CDU und SPD zu einem einheitlichen Tarifniveau in landeseigenen Krankenhäusern. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte dieses Versprechen brüchig werden lassen.

Sollte die nächste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis enden, droht ver.di mit einem unbefristeten Vollstreik. Dieser würde planbare Operationen massenhaft verschieben und die finanzielle Schieflage der Kliniken weiter vertiefen.

Paralleler Konflikt an der Charité

Während sich der Vivantes-Streit zuspitzt, verhandeln die Länder in Potsdam über den Tarifvertrag der Länder (TV-L). Dieser ist maßgeblich für die 2,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder, darunter das Personal der Charité.

Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, sowie höhere Zuschläge für Schichtarbeit. Die Arbeitgeberseite (TdL) hat bislang kein Angebot vorgelegt. Bundesweite Warnstreiks an Universitätskliniken heizen die Stimmung vor der entscheidenden dritten Verhandlungsrunde weiter an.

Woche der Weichenstellungen

Die Ergebnisse dieser Woche werden die Lage in Berlins Gesundheitswesen für Monate bestimmen. Kommt es in beiden Konflikten zu keiner Einigung, drohen der Hauptstadt koordinierte und langandauernde Streiks in ihren größten Kliniken.

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Die Gewerkschaften signalisieren Entschlossenheit. Für den Berliner Senat als Eigner wird es zur Gratwanderung, den berechtigten Forderungen der Beschäftigten gerecht zu werden, ohne die wirtschaftlich angeschlagenen Krankenhäuser zu überfordern. Die nächsten Tage entscheiden, ob Berlin auf eine massive Streikwelle zusteuert.

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