Vitamin-Präparate: Darm-Schranke macht Megadosen nutzlos
04.01.2026 - 07:54:12Zum Jahresbeginn 2026 warnen Experten vor hochdosierten Vitamin-Präparaten. Der Körper kann die extremen Mengen oft gar nicht aufnehmen – sie werden einfach wieder ausgeschieden.
Der Darm als natürlicher Türsteher
Der Grund ist ein biologischer Flaschenhals: der Natrium-abhängige Vitamin-C-Transporter 1 (SVCT1). Dieses Eiweiß in der Dünndarmschleimhaut schleust das Vitamin in den Körper. Doch es hat eine klare Kapazitätsgrenze. Bei Einzeldosen über 1.000 Milligramm bricht die Absorptionsrate drastisch ein.
- Moderate Dosis (30-180 mg): 70-90 % werden aufgenommen.
- Hochdosis (über 1.000 mg): Unter 50 % werden aufgenommen.
Der Überschuss verbleibt im Darm, kann Durchfall verursachen und wird letztlich ungenutzt ausgeschieden. Die Plasmakonzentration im Blut erreicht bei gesunden Erwachsenen ohnehin ein Plateau.
Passend zum Thema Vitamin-Aufnahme – viele Menschen wissen nicht, welche Blutwerte nach der Einnahme von Präparaten wirklich aussagekräftig sind. Der kostenlose 25-seitige PDF-Report erklärt leicht verständlich, welche Laborwerte und Vitalstoff-Tests (z. B. Vitamin C, Eisen, B12) Sie überprüfen sollten und wie Ergebnisse zu interpretieren sind. So erkennen Sie, ob Megadosen nötig oder überflüssig sind und welche Tests Ihrem Arzt den richtigen Hinweis geben. Jetzt Laborwerte-Report herunterladen
Liposomales Vitamin C: Teurer Hype?
Als Ausweg preist der Markt zunehmend liposomales Vitamin C an. Dabei ist der Wirkstoff in winzige Fettkügelchen verpackt, um die Darmbarriere zu umgehen. Studien zeigen zwar eine etwas höheren Bioverfügbarkeit, doch der gesundheitliche Zusatznutzen für den Durchschnittsbürger bleibt fraglich. Ernährungswissenschaftler kritisieren: Der hohe Preis stehe oft in keinem Verhältnis zum minimalen Mehrwert.
Die Zukunft: Langsam und verteilt
Die Strategie „Viel hilft viel“ ist damit wissenschaftlich überholt. Statt den Transporter mit einer Megadosis zu blockieren, setzen Experten auf intelligentere Ansätze:
- Slow-Release-Präparate, die den Wirkstoff zeitverzögert abgeben.
- Mehrere kleine Dosen über den Tag verteilt (z.B. 200 mg alle paar Stunden).
- Fokus auf echte Lebensmittel wie Paprika, Kohl oder Zitrusfrüchte.
Gleichzeitig rückt das Darm-Mikrobiom in den Fokus. Laufende Studien untersuchen, ob eine gesunde Darmflora die Vitaminaufnahme verbessern kann. Bis dahin gilt der einfache Rat: Die natürliche Darm-Schranke respektieren und auf ausgewogene Ernährung setzen – das ist effektiver als teure Hochdosis-Präparate.


