Vitamin-D-Präparate: Überdosierung wird zur Gesundheitsgefahr
27.01.2026 - 09:04:12Immer mehr Deutsche greifen zu Vitamin-D-Präparaten – und riskieren damit schwere Gesundheitsschäden. Neue Warnungen von Behörden und aktuelle Forschungsergebnisse rücken die Gefahren einer Überdosierung in den Fokus. Die vermeintlich harmlosen Nahrungsergänzungsmittel können bei unsachgemäßer Einnahme zu dauerhaften Nierenschäden führen.
Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) betonen: Für die meisten gesunden Menschen ist eine zusätzliche Einnahme überflüssig. Die unkritische Einnahme hochdosierter Produkte schadet oft mehr, als sie nützt.
Diese Symptome deuten auf eine Vergiftung hin
Eine Vitamin-D-Überdosierung führt zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut. Die ersten Anzeichen sind oft unspezifisch und werden leicht übersehen:
* Müdigkeit und Appetitlosigkeit
* Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung
* Kopfschmerzen
Im weiteren Verlauf können Verwirrtheit oder Depressionen auftreten. Die langfristigen Folgen sind jedoch gravierender: Das überschüssige Kalzium lagert sich in Organen ab, vor allem in den Nieren. Dies kann zu Nierensteinen, einer dauerhaften Nierenschädigung (Nephrokalzinose) oder im schlimmsten Fall zu akutem Nierenversagen führen – mit irreversiblen Schäden.
Warum Hochdosis-Präparate so riskant sind
Behörden geben klare Obergrenzen vor. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene bei fehlender Sonnenexposition 20 Mikrogramm (800 I.E.) täglich. Die europäische Obergrenze liegt bei 100 Mikrogramm (4.000 I.E.) pro Tag.
Passend zum Thema Laborwerte – viele Menschen wissen nicht, welche Blutwerte bei einer Vitamin‑D‑Therapie wirklich entscheidend sind. Unser kostenloser 25‑seitiger PDF‑Report erklärt verständlich, welche Werte (inklusive Vitamin D, Kalzium, TSH und weitere Vitalstoffe) aussagekräftig sind, wann Nachtests nötig sind und wie Sie Fehldiagnosen vermeiden. Der Report richtet sich besonders an Menschen über 50 und an Patienten mit eingeschränkter Sonnenexposition. Laborwerte-Report jetzt anfordern
Besonders kritisch sehen Experten den Trend zu extremen Bolusdosen. Präparate mit 500 Mikrogramm oder mehr, die in großen Abständen eingenommen werden, können gefährliche Konzentrationsspitzen verursachen. Studien deuten sogar darauf hin, dass solche Megadosen bei Älteren das Sturz- und Bruchrisiko erhöhen können. Das BfR rät von der eigenmächtigen Einnahme dieser Produkte entschieden ab.
Wer sollte überhaupt Vitamin D einnehmen?
Trotz der Risiken gibt es Gruppen, für die eine Supplementierung sinnvoll sein kann. Dazu zählen:
* Menschen über 65 Jahre
* Personen, die sich kaum im Freien aufhalten können
* Menschen mit dunkler Hautpigmentierung
* Säuglinge (zur Rachitis-Vorbeugung)
Für sie gilt jedoch: Ein Bluttest beim Arzt ist unerlässlich, um einen echten Mangel festzustellen. Nur so kann eine sichere, individuelle Dosierung ermittelt werden. Die eigenmächtige Einnahme – besonders von oft überdosierten Online-Produkten – bleibt gefährlich.
Ein unübersichtlicher Markt fordert die Politik heraus
Das Problem wirft ein Schlaglicht auf den kaum regulierten Markt für Nahrungsergänzungsmittel. Untersuchungen, wie eine des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit (LGL) aus dem Jahr 2025, zeigen: Viele Produkte sind irreführend gekennzeichnet oder überschreiten Empfehlungen. Verbrauchertests kommen zu ähnlichen Ergebnissen.
Neue Leitlinien sollen Ärzte unterstützen
Die Aufklärung über die Risiken wird in den kommenden Monaten an Bedeutung gewinnen. Konkret wird mit einer neuen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) gerechnet, die bis Ende März vorliegen soll. Sie soll Hausärzten eine bessere Grundlage für die Beratung geben. Ziel ist es, Über- und Fehlversorgung zu vermeiden und sicherzustellen, dass Vitamin D nur dort zum Einsatz kommt, wo es medizinisch notwendig und sicher ist.
PS: Unsicher wegen Ihrer Laborwerte? Der Gratis‑Guide zeigt Schritt für Schritt, wie Sie Befunde richtig lesen, welche Grenzwerte relevant sind und welche Zusatztests Ihr Arzt sinnvollerweise veranlassen sollte – inklusive konkreter Hinweise zu Vitamin D und erhöhtem Kalzium. Das hilft Ihnen, mit dem Arzt die richtige Dosierung zu finden und Überdosierungen zu vermeiden. Holen Sie sich die verständliche Checkliste als PDF direkt per E‑Mail. Jetzt kostenlosen Labor-Guide sichern


