Vitamin-D-Präparate, Stiftung

Vitamin-D-Präparate: Stiftung Warentest warnt vor Überdosierung

04.01.2026 - 07:52:12

Verbraucherschützer warnen vor gesundheitlichen Risiken durch zu hoch dosierte Vitamin-D-Produkte. Viele Mittel überschreiten die empfohlene Tagesdosis deutlich.

Die Stiftung Warentest stuft viele frei verkäufliche Vitamin-D-Präparate als “nicht geeignet” ein. Grund sind oft zu hohe Dosierungen, die gesundheitliche Risiken bergen. Verbraucherschützer schlagen Alarm.

Viele Mittel sind überdosiert

In ihrer aktuellen Analyse für die Januar-Ausgabe 2026 untersuchte die Stiftung zahlreiche Vitamin-D-Produkte aus Drogerien, Apotheken und dem Online-Handel. Das Ergebnis ist eindeutig: Viele Mittel überschreiten die empfohlene Tagesdosis deutlich. Medizinische Fachgesellschaften raten zu maximal 20 Mikrogramm (800 Internationale Einheiten) pro Tag. Besonders sogenannte “Hochdosis-Präparate”, die oft als Immun-Booster beworben werden, fallen negativ auf.

Parallel erneuern die Verbraucherzentralen ihre Warnung. Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen kein behördliches Zulassungsverfahren. So landen Produkte im Regal, deren Dosierung das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als bedenklich einstuft.

Die Gefahr der Überdosierung

Die Devise “viel hilft viel” ist bei Vitamin D gefährlich. Das fettlösliche Vitamin reichert sich im Körpergewebe an. Eine dauerhafte Überdosierung kann zu einem zu hohen Kalziumspiegel im Blut führen. Mediziner warnen vor den Folgen:

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  • Bildung von Nierensteinen
  • Nierenverkalkung
  • Gesundheitsschäden durch unkontrollierte “Bolus-Gaben” (Wochen- oder Monatsdepots)

Braucht wirklich jeder eine Extra-Portion?

Die aktuelle Debatte stellt auch die Notwendigkeit pauschaler Einnahmen infrage. Daten des Robert Koch-Instituts zeigen: Rund 44 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind auch im Winter gut mit Vitamin D versorgt, dank der im Sommer angelegten Speicher. Für sie bringt eine zusätzliche Einnahme keinen Nutzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Supplementierung vor allem für Risikogruppen:

  • Menschen ab 75 Jahren
  • Pflegebedürftige
  • Personen, die sich kaum im Freien aufhalten oder ihre Haut vollständig bedecken

Für alle anderen gilt: Wer unsicher ist, sollte nicht blind zum Präparat greifen, sondern den 25-Hydroxyvitamin-D-Wert beim Hausarzt checken lassen. Nur dieser Bluttest zeigt einen echten Mangel zuverlässig an.

Ein boomender, unübersichtlicher Markt

Die Warnungen treffen auf einen lukrativen und kaum regulierten Markt. Auf EU-Ebene fehlen verbindliche Höchstmengen für Vitamine in Nahrungsergänzungsmitteln. Social-Media-Influencer befeuern den Trend zu Hochdosis-Produkten, die sie als Wundermittel gegen Winterblues und Infekte anpreisen.

Verbraucherschützer fordern deshalb gesetzlich festgelegte Obergrenzen. Die aktuellen Testergebnisse dürften dieser Forderung im Jahr 2026 neuen Rückenwind verleihen.

Was Verbraucher jetzt beachten sollten

Experten raten zur Besonnenheit. Vitamin D ist zwar wichtig für das Immunsystem, aber eine Steigerung über den Normalwert hinaus bietet keinen “Super-Schutz” vor der aktuellen Grippewelle.

Wer supplementieren möchte, sollte:
1. Die Empfehlung von 20 Mikrogramm (800 I.E.) pro Tag nicht überschreiten.
2. Zu Produkten greifen, die von unabhängigen Stellen wie der Stiftung Warentest als geeignet bewertet wurden.
3. Die Einnahme verschiedener angereicherter Lebensmittel und Präparate im Blick behalten, um eine versehentliche Überdosierung zu vermeiden.

Der beste Rat für die Wintermonate bleibt eine ausgewogene Ernährung, Bewegung an der frischen Luft und ausreichend Schlaf.

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