Vitamin-Ampullen: Experten warnen vor Überdosierung und unnötigen Kosten
20.01.2026 - 03:42:12Die bunten Vitamin-Ampullen in Drogerien versprechen Energie und Gesundheit. Doch Verbraucherschützer schlagen Alarm: Viele Präparate sind überdosiert, überflüssig oder sogar riskant.
Der Umsatz mit Nahrungsergänzungsmitteln erreicht in Deutschland Milliardenhöhe. Besonders die kleinen Trinkampullen suggerieren eine schnelle, medizinische Wirkung. Experten sehen darin jedoch vor allem geschicktes Marketing. „Für gesunde Menschen sind diese Produkte meistens rausgeworfenes Geld“, so ein häufiger Tenor.
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Gefahr durch zu viel des Guten
Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test zeigen regelmäßig drastische Überdosierungen. Besonders Vitamin B12, D, B6 sowie Zink und Selen überschreiten oft die empfohlenen Höchstmengen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).
- Fettlösliche Vitamine wie A und D können sich im Körper anreichern. Langfristig zu viel Vitamin D kann zu Nierenschäden führen.
- Wasserlösliche Vitamine scheidet der Körper zwar oft aus – das Ergebnis ist dann lediglich „teurer Urin“.
- Für Schwangere kann eine Überdosis Vitamin A sogar gefährlich werden.
Kein Schutz für Gesunde belegt
Die große Mehrheit der Deutschen ist durch eine normale Ernährung ausreichend mit Vitaminen versorgt. Ein echter Mangel ist selten und gehört in ärztliche Hände.
Wissenschaftliche Studien enttäuschen die Hoffnungen vieler Konsumenten:
* Multivitaminpräparate schützen gesunde Erwachsene nicht nachweislich vor Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
* Eine große US-Studie fand sogar ein minimal erhöhtes Sterberisiko bei täglicher Einnahme.
* Hochdosiertes Vitamin C wehrt erwiesenermaßen keine Erkältungen ab.
Wann Ergänzungen sinnvoll sein können
Trotz der generellen Skepsis gibt es Ausnahmen. Für bestimmte Gruppen kann eine gezielte Supplementierung nach ärztlicher Rücksprache notwendig sein:
- Schwangere benötigen oft Folsäure.
- Veganer müssen Vitamin B12 ergänzen.
- Ältere Menschen mit wenig Sonnenkontakt können von Vitamin D profitieren.
- Säuglinge erhalten Vitamin D zur Vorbeugung.
Die Einnahme sollte hier nie pauschal, sondern immer individuell abgestimmt erfolgen.
Milliardengeschäft mit gesetzlichen Lücken
Das Problem: Nahrungsergänzungsmittel gelten rechtlich als Lebensmittel, nicht als Arzneimittel. Es gibt keine strengen Zulassungstests und keine verbindlichen Höchstmengen. Hersteller nutzen diese Lücke geschickt aus.
Sie mischen zugelassene Vitamine bei, um mit offiziellen Health Claims werben zu dürfen – selbst wenn der eigentliche Hauptwirkstoff keinen nachgewiesenen Nutzen hat.
Ruf nach schärferen Gesetzen wird lauter
Angesichts der Befunde fordern Verbraucherschützer seit Jahren verbindliche, EU-weite Höchstgrenzen. Bis es soweit ist, bleibt der Rat einfach: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse deckt den Bedarf meist optimal. Bei Verdacht auf einen Mangel ist der Arzt der richtige Ansprechpartner – nicht das Drogerieregal.


