Vishing-Welle: Falsche Polizisten rufen bundesweit an
21.01.2026 - 00:33:12Eine neue Welle professioneller Betrugsanrufe überrollt Deutschland. Kriminelle geben sich als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Gerichtsvollzieher aus, um durch psychologischen Druck an Geld und Daten zu gelangen. Die als Vishing bekannte Masche erreicht derzeit eine neue Qualität – die Täter werden immer dreister.
Die perfide Masche: So arbeiten die falschen Beamten
Vishing kombiniert „Voice“ (Stimme) mit „Phishing“. Die Anrufer nutzen gezielt Vertrauen in staatliche Autoritäten und die Angst ihrer Opfer aus. Zwei klassische Szenarien sind besonders verbreitet:
- Der Schockanruf: Ein angeblicher Polizist meldet einen schweren Unfall eines Angehörigen. Nur eine sofortige Kautionszahlung soll eine Haftstrafe verhindern.
- Das angebliche Sicherheitsverfahren: Die Bankdaten des Opfers seien kompromittiert oder tauchten bei Ermittlungen auf. Um das Vermögen zu „schützen“, soll es Geld oder Wertsachen an einen Kurier übergeben.
Um glaubwürdig zu wirken, nutzen die Betrüger Call-ID-Spoofing. Dabei erscheint auf dem Display des Opfers die echte Notrufnummer 110 oder die einer lokalen Polizeidienststelle.
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Neue Warnungen: Täter werden immer dreister
In den letzten Tagen häufen sich die Warnungen aus verschiedenen Bundesländern – und die Vorgehensweisen der Kriminellen werden immer aggressiver.
- In der Oberpfalz meldete die Polizei kürzlich eine Häufung von Schockanrufen.
- Aus Wiesbaden wird vor einer kombinierten Masche gewarnt: Neben Anrufen im Namen der Frankfurter Staatsanwaltschaft erhalten Opfer auch gefälschte Beschlagnahmebeschlüsse. Darin wird eine „Abwicklungsgebühr“ zur Rückerlangung des Vermögens gefordert.
- Besonders dreist agierten Täter in Würzburg und Bad Neustadt: Sie erschienen persönlich in gefälschten Polizeiwesten bei ihren Opfern, um angebliche Bußgelder kassieren.
So schützen Sie sich vor Vishing-Angriffen
Die wichtigste Regel ist einfach: Echte Beamte fordern niemals per Telefon Geld, Wertsachen oder PINs! Das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter raten zu diesen Schritten:
- Sofort auflegen. Beenden Sie das Gespräch ohne Diskussion.
- Keine Daten preisgeben. Nennen Sie niemals persönliche oder finanzielle Informationen.
- Druck ignorieren. Lassen Sie sich nicht zu überstürzten Handlungen drängen.
- Selbst zurückrufen. Bei Zweifeln kontaktieren Sie die Behörde über eine offizielle, selbst recherchierte Nummer.
- Nichts übergeben. Geben Sie Geld oder Wertsachen nie an Unbekannte.
- Anrufe melden. Jeder Vorfall sollte der Polizei gemeldet werden – das hilft den Ermittlungen.
Die Zukunft: KI-Stimmen und internationale Banden
Vishing ist eine Form des Social Engineering, bei dem menschliche Schwächen wie Hilfsbereitschaft und Angst ausgenutzt werden. Die Täter agieren oft aus dem Ausland, was die Verfolgung erschwert. Experten warnen vor einer weiteren Professionalisierung.
Die nächste Stufe könnten KI-generierte Stimmen (Voice-Clones) sein, die vertraute Personen perfekt imitieren. Europol stuft diese Technologie bereits als wachsende Bedrohung ein. Die Gewinne für die Kriminellen sind enorm: Allein in Rheinland-Pfalz erbeuteten falsche Polizisten im ersten Halbjahr 2025 rund 1,3 Millionen Euro.
Die effektivste Waffe bleibt die Aufklärung. Ein gesundes Misstrauen gegenüber unerwarteten Autoritätsanrufen ist der beste Schutz.
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