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Virginias Stunde: Social Media für Jugendliche auf 60 Minuten begrenzt

01.01.2026 - 19:22:12

Ab dem 1. Januar 2026 dürfen Teenager in Virginia nur noch eine Stunde täglich auf Plattformen wie Instagram und TikTok zugreifen. Eltern können das Limit anpassen, während Tech-Konzerne vor technischen und rechtlichen Herausforderungen stehen.

Ab heute gilt in Virginia eines der strengsten Jugendmedienschutzgesetze der USA: Teenager unter 16 dürfen Social Media nur noch eine Stunde täglich nutzen. Das Gesetz zwingt Plattformen wie Instagram und TikTok zu Altersverifikation und stellt Familien vor eine neue digitale Realität.

Ein historischer Eingriff in den digitalen Alltag

Seit dem 1. Januar 2026 müssen große Social-Media-Plattformen in Virginia Nutzer unter 16 Jahren identifizieren und deren Nutzung automatisch auf 60 Minuten pro Tag beschränken. Die Regelung gilt geräteübergreifend. Eltern behalten jedoch das letzte Wort: Sie können das Limit per verifizierter Zustimmung verlängern oder weiter verkürzen.

„Es geht nicht um ein Verbot, sondern um einen gesünderen Standard“, erklärte der demokratische Staatssenator Schuyler VanValkenburg, der den Gesetzentwurf einbrachte. Ziel sei es, den Teufelskreis aus endlosem Scrollen und algorithmisch gesteuerten Feeds zu durchbrechen. Studien verbinden exzessive Nutzung mit steigenden Raten von Angst und Depressionen bei Jugendlichen.

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Bipartisaner Konsens gegen die Suchtgefahr

Gouverneur Glenn Youngkin unterzeichnete das Gesetz bereits im Mai 2025. Für den Republikaner ist es die logische Fortsetzung seiner Initiative „Cell Phone-Free Education“, die Handys aus Klassenzimmern verbannte. Die breite Unterstützung im Parlament spiegelt eine wachsende Sorge quer durch alle Parteien wider: Der Staat müsse handeln, um Jugendliche vor den negativen Folgen unbegrenzten digitalen Konsums zu schützen.

Die Regelung trifft den Nerv der Zeit. Sie folgt auf eine Executive Order des Gouverneurs von Juli 2024, die die Handy-freie Schule anordnete. Gesundheitsexperten begrüßen den Schritt. Weniger Social Media könne Schlafqualität verbessern, die Gefahr von Cybermobbing verringern und den Druck durch unrealistische Körperbilder mindern.

Die Mammutaufgabe für die Tech-Giganten

Für die Plattformen bedeutet das Gesetz erhebliche Hürden. Sie müssen mit „kommerziell vernünftigen Methoden“ das Alter ihrer Nutzer überprüfen – ein vager Standard, der Datenschützer alarmiert. Wie lässt sich das Alter zuverlässig feststellen, ohne massenhaft persönliche Daten abzuschöpfen?

Die Industrie warnt seit Langem vor einem Flickenteppich unterschiedlicher Staatsgesetze und plädiert für eine bundeseinheitliche Regelung. Doch in Virginia herrscht nun Handlungsdruck. Wer gegen das Gesetz verstößt, riskiert Strafverfolgung durch die Staatsanwaltschaft. Kritiker bezweifeln die Durchsetzbarkeit: Tech-affine Teenager könnten über VPNs oder falsche Geburtsdaten die Sperren umgehen.

Ein Modellversuch mit Strahlkraft

Virginia wird zum Labor für strikte Social-Media-Regulierung. Sollte sich der Ein-Stunden-Ansatz bewähren, könnte er Schule machen. Bundesstaaten wie Florida und Utah erwägen ähnliche Beschränkungen. Juristische Konflikte sind jedoch programmiert. Industrie-Verbände könnten das Gesetz als Verstoß gegen den First Amendment oder als unzulässige Handelsbeschränkung anfechten.

Die Gesetzesmacher setzen auf die „Opt-out“-Klausel für Eltern. Sie stärke die Verfassungskonformität, da die staatliche Vorgabe durch elterliche Entscheidung modifiziert werden kann. Für die Familien in Virginia beginnt nun der Praxistest. Die Debatte weicht der Frage: Wie lebt es sich in einer Welt, in der der digitale Spielplatz nach 60 Minuten schließt?

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