Vietnams Digital-Offensive: Elektronische Grundbücher und digitale Geburtsurkunden
06.01.2026 - 12:32:12Vietnam prescht mit einer digitalen Verwaltungsoffensive vor. Neue Gesetze schaffen elektronische Grundbücher und digitale Geburtsurkunden für alle Bürger – ein Modell für umfassende E-Government-Lösungen.
Innerhalb von 48 Stunden hat die vietnamesische Regierung entscheidende Weichen für eine vollständig digitalisierte Verwaltung gestellt. Mit der Veröffentlichung mehrerer Rechtsrahmen treibt das Land seine „Nationale Digitalstrategie 2026–2030“ mit Nachdruck voran. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Bürgerdaten und Eigentumsverhältnisse lückenlos in ein digitales Ökosystem zu überführen.
Elektronischer Fingerabdruck für jedes Haus und jede Wohnung
Ab dem 1. März 2026 erhält jede Immobilie in Vietnam einen unverwechselbaren digitalen Code. Das sieht die neue Verordnung 357 zur Schaffung einer nationalen Immobilien-Datenbank vor. Der 40-stellige alphanumerische Code wird automatisch generiert und begleitet das Objekt ein Leben lang – durch alle Nutzungsänderungen, Verkäufe und Belastungen.
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Das System verknüpft Grundstückskennzeichen mit Projektcodes und Geodaten. Ziel ist es, Unklarheiten in den Eigentumsregistern endgültig zu beseitigen. Für lokale Behörden bedeutet dies eine Herkulesaufgabe: Bis zum Stichtag müssen sie alte, oft lückenhafte Daten standardisieren und in die neue Plattform einspeisen. Gelingt dies, entsteht erstmals eine zentrale, verlässliche Wahrheit für den gesamten Immobilienmarkt.
Geburtsurkunden werden vollständig digital
Parallel dazu hat Vize-Premier Ho Quoc Dung einen nationalen Aktionsplan für das Zivilstandsregister unterzeichnet. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2030 sollen alle Geburten, Eheschließungen und Todesfälle digital erfasst und verwaltet werden. Ein Kernstück ist die Nachdigitalisierung.
Alle Bürger, die vor dem 1. Januar 2016 geboren wurden und noch leben, sollen eine elektronische Geburtsurkunde erhalten. Bis 2030 strebt der Staat eine pünktliche Erfassungsquote von 98,5 Prozent an. Diese Daten werden dann in die nationale digitale Identitäts-App VNeID integriert. So entsteht aus vielen Einzeldatenbanken ein einheitliches digitales Bürgerprofil.
Gesetzespaket schafft die Grundlage
Die neuen Verordnungen bauen auf dem am 1. Januar in Kraft getretenen Gesetz für die Digitaltechnologie-Industrie auf. Dieses Rahmengesetz legt die Grundlagen für digitale Assets, KI-Anwendungen und Datenstandards.
Weitere Neuerungen sind bereits in der Pipeline: Ab dem 1. Juli 2026 müssen alle Arbeitsverträge elektronisch auf einer zentralen Plattform des Innenministeriums geschlossen und verwaltet werden. Zudem gibt es neue steuerliche Anreize für die Digitalisierung der Landwirtschaft.
Von der Planung in die Umsetzung: Eine gewaltige Herausforderung
Experten deuten die regulatorische Flut als klaren Wendepunkt. Vietnam wechselt von der Infrastrukturplanung in die verbindliche Umsetzungsphase. Die Synchronisation von Personen-, Eigentums- und Arbeitsdaten soll bürokratische Hürden radikal abbauen.
Doch das Tempo ist enorm. Die Frist für die Immobilien-Datenbank Ende Februar stellt Kommunen vor enorme logistische Probleme. Die umfassende digitale Erfassung zielt auch auf mehr Transparenz in Steuerfragen und Wirtschaftsaktivitäten ab – ein Bereich, der dem Staat bisher oft verborgen blieb.
Was kommt als Nächstes?
Der Fokus liegt jetzt auf dem 1. März. Immobilienunternehmen und Makler müssen ihre Systeme in den nächsten acht Wochen an die neuen Codes anpassen. Für die Bürger beginnt schrittweise die Ausstellung der digitalen Geburtsurkunden, wobei ältere Datensätze priorisiert werden.
Bis zum Sommer wird zudem der Bedarf an Software für digitale Vertragsverwaltung in Unternehmen stark ansteigen. Mit diesem umfassenden Ansatz positioniert sich Vietnam als regionaler Vorreiter für digitale Verwaltung – und setzt Maßstäbe, die auch für andere Staaten interessant sein dürften.
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