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DAVOS / GESAMT-ROUNDUP / Trumps Rede in Davos: Grönland und Kritik an Europa

21.01.2026 - 15:55:46

Viel Selbstlob, deutliche Kritik an Europa - und keine Zweifel an "America first" und den GrönlandplÀnen: US-PrÀsident Donald Trump hat in seiner mit Spannung erwarteten Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos vor allem seine isolationistische Politik angepriesen.

Zum Schutz der Welt mĂŒsse Grönland von den USA ĂŒbernommen werden, behauptete Trump erneut. Gewalt werde er dafĂŒr aber nicht anwenden, sagte er.

Er forderte stattdessen "sofortige Verhandlungen" - mit wem, sagte er nicht. DĂ€nemark, zu dem Grönland gehört, und weitere europĂ€ische Staaten wie Deutschland hatten stets bekrĂ€ftigt, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Nur die USA könnten "dieses riesige StĂŒck Land" verteidigen, sagte Trump. "Wir brauchen es fĂŒr die strategische nationale Sicherheit und die internationale Sicherheit."

An den europÀischen Staaten arbeitete sich der US-PrÀsident an mehreren Stellen seiner langen Rede ab. Europa entwickle sich nicht "in die richtige Richtung", sagte er. Bestimmte LÀnder seien nicht wiedererkennbar, das meine er nicht im positiven Sinne, sondern "sehr negativ", sagte Trump, der Bundeskanzler Friedrich Merz aber lobend erwÀhnte.

Deutschland generiere derzeit gut ein FĂŒnftel weniger Strom als noch 2017, sagte Trump, doch das sei aber nicht die Schuld des CDU-Politikers. "Er löst das Problem. Er wird großartige Arbeit leisten", so Trump. Den französischen PrĂ€sidenten Emmanuel Macron kritisierte der US-PrĂ€sident dagegen. Dass Macron am Vortag mit Sonnenbrille auf dem Davos-Podium gesprochen hatte, erwĂ€hnte der US-PrĂ€sident spöttisch.

Das "angesagteste" Land der Welt

Trump hatte seine Rede mit viel Lob fĂŒr sich im ersten Jahr seiner Amtszeit begonnen. Die USA seien das "angesagteste" Land der Welt, sagte der US-PrĂ€sident, der "viele Freunde" und "einige Feinde" begrĂŒĂŸte. "Wenn Amerika boomt, boomt die ganze Welt. Das war schon immer so. Wenn es schlecht lĂ€uft, lĂ€uft es schlecht, fĂŒr alle", sagte er.

Besonders hob Trump die eigene, in Europa stark umstrittene Wirtschafts- und Zollpolitik hervor. "Anstatt Steuern zu erhöhen oder einheimische Produzenten zu fördern, senken wir diese und erhöhen die Zölle fĂŒr auslĂ€ndische Nationen, um fĂŒr die SchĂ€den aufzukommen, die sie verursachen", sagte Trump.

Auch seine - bei Ökonomen stark umstrittene Haushaltspolitik - erwĂ€hnte Trump: "Wir haben die Bundesausgaben um 100 Milliarden Dollar gekĂŒrzt und das Haushaltsdefizit des Bundes in einem einzigen Jahr um 27 Prozent gesenkt. Es wird noch deutlich weiter sinken, wodurch die Inflation von den Rekordhöhen der Biden-Regierung deutlich zurĂŒckgehen wird."

Die BemĂŒhungen um saubere Energie in anderen LĂ€ndern kritisierte Trump scharf. Er sprach von einem "grĂŒnen Betrug", "vielleicht den grĂ¶ĂŸten Schwindel der Geschichte". Europa verschandele die Landschaft mit WindrĂ€dern, die Energieproduktion sei viel zu teuer.

Die USA setzten neben Öl und Gas auch in großem Umfang auf Atomenergie. "Ich habe eine Verordnung unterzeichnet, die den Bau und die Genehmigung vieler neuer Kernreaktoren vorsieht", sagte er. Es seien große Fortschritte bei der Sicherheit von Atomreaktoren gemacht worden.

VerspÀtete Landung in der Schweiz

Der US-PrĂ€sident hatte seine Rede trotz einer deutlich verspĂ€teten Anreise relativ pĂŒnktlich begonnen. Wegen technischer Probleme war der Regierungsflieger Air Force One auf dem Weg in die Schweiz umgedreht - die US-Delegation stieg in ein Ersatzflugzeug und landete schließlich am Mittwochmittag in ZĂŒrich. Durch die verspĂ€tete Ankunft kommt es voraussichtlich nicht zu einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit Trump.

Am Donnerstagabend, im Anschluss an das Forum, wollen Merz und die anderen Staats- und Regierungschefs der EU bei einem Krisentreffen in BrĂŒssel darĂŒber beraten, wie sie am besten auf Trumps Zolldrohungen reagieren könnten.

@ dpa.de

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