VHS Olpe startet umfangreiches KI-Bildungsprogramm für Bürger
10.01.2026 - 11:12:12Die Volkshochschule des Kreises Olpe (VHS Olpe) startet ein umfangreiches Programm zur KI-Kompetenz für Bürger. Die Initiative soll die digitale Kluft schließen und praktische Fähigkeiten für den Alltag vermitteln.
Im Zentrum des neuen Bildungsangebots steht eine hochkarätige Vortragsreihe zur Entmystifizierung künstlicher Intelligenz. Der Auftaktvortrag am 19. Februar 2026 trägt den Titel „Künstliche Intelligenz: Freund, Feind oder nur Hype?“. IT-Experte und Cybersicherheitsarchitekt Stephan Skrobisch wird dabei technischen Jargon vermeiden und stattdessen zugängliche Erklärungen liefern.
Die VHS reagiert damit auf den wachsenden Aufklärungsbedarf in einer von Schlagzeilen geprägten Debatte. „Wir wollen Bürgern das Rüstzeug geben, um echte technologische Fortschritte von kurzlebigen Markttrends zu unterscheiden“, so die Philosophie hinter dem Programm. Dies spiegelt den bundesweiten Trend zur digitalen Souveränität in der Erwachsenenbildung wider.
Praxiskurse für Vereine und Ehrenamt
Besonderes Augenmerk legt das Programm auf den praktischen Nutzen für das lokale Ehrenamt. Der Kurs „Künstliche Intelligenz für Verein und Ehrenamt“ am 24. Januar 2026 zeigt, wie KI-Tools wie ChatGPT Verwaltungsaufgaben erleichtern können.
Seit August 2024 gelten neue Regeln für den Einsatz von KI – viele Organisationen und Ehrenamtliche wissen nicht, welche Pflichten jetzt gelten. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt verständlich Kennzeichnungspflichten, Risikoklassifizierung und Dokumentationsanforderungen – mit konkreten Schritten, die auch kleine Einrichtungen sofort umsetzen können. Ideal für Volkshochschulen, Vereine und lokale Unternehmen, die KI-Systeme nutzen oder planen. Der Leitfaden ist gratis per E‑Mail verfügbar. Jetzt den kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen
Teilnehmer lernen, Pressemitteilungen, Social-Media-Beiträge und Webseitentexte zu erstellen – Aufgaben, die Ehrenamtliche oft viel Zeit kosten. Die Schulung vermittelt die Kunst des „Promptings“, also das Formulieren effektiver Befehle für KI-Modelle. Gleichzeitig werden mögliche Fallstricke und ethische Grenzen thematisiert.
Für gemeinnützige Organisationen mit begrenzten Ressourcen könnte dies ein Game-Changer sein: Weniger Verwaltung, mehr Zeit für die eigentliche Mission.
KI im Alltag: Von Kreativität bis Gesundheit
Der Kurs „KI-Systeme im Alltag nutzen“ wendet sich an alle Bürger. Hier geht es nicht um Schachcomputer wie Deep Blue von 1997, sondern um generative KI für persönliche Anwendungen.
Das Spektrum reicht von Sprachübersetzung und Textoptimierung bis hin zu Musikkomposition und Bildgenerierung. Sogar die Analyse von Gesundheitsdaten und selbstgesteuertes Lernen mit KI werden behandelt. In geschützten Übungsumgebungen können Teilnehmer unter Anleitung experimentieren.
Das Ziel ist klar: Aus verunsicherten Nutzern sollen kompetente Anwender werden. Bürger sollen KI für Kreativität und Produktivität einsetzen – und nicht nur als Instrumente von Unternehmen für Datensammlung wahrnehmen.
Deutscher Bildungskontext: KI-Führerschein für alle
Der Start des Programms fällt in eine entscheidende Phase. 2026 wird zum Jahr der Umsetzung für KI-Strategien, die bisher nur geplant waren. Die EU-KI-Verordnung schafft neue regulatorische Rahmenbedingungen.
Bildungsexperten sehen in der VHS das ideale Format, um die „KI-Kluft“ zu überbrücken. Während Mitarbeiter großer Unternehmen oft firmeninterne Schulungen erhalten, drohen Rentner, Ehrenamtliche und Kleinunternehmer abgehängt zu werden. Der niedrige Preis von nur 8 Euro für den Auftaktvortrag unterstreicht den inklusiven Ansatz.
Die Einbindung von Cybersicherheitsexperten wie Skrobisch zeigt zudem, wie sich die öffentliche Debatte weiterentwickelt. Es reicht nicht mehr, nur zu wissen, wie man einen Chatbot bedient. Nutzer müssen auch die Sicherheitsimplikationen, Datenschutzbedenken und systemischen Grenzen verstehen.
Pilot für die Zukunft der Erwachsenenbildung
Das Olper Modell könnte zum Vorbild für andere Volkshochschulen werden. Der Fokus auf „Hybrid-Fähigkeiten“ – die Verbindung von technischem Know-how mit kreativen und administrativen Aufgaben – weist in die Zukunft.
Die Rückmeldungen aus den ersten Kursen werden das Programm 2026 weiter prägen. Denkbar sind Zertifizierungen oder spezialisierte Angebote für lokale Unternehmen. So könnte die VHS zum Kompetenzzentrum für regionale Wirtschaftsresilienz werden.
In einer sich rasant entwickelnden Technologielandschaft setzt Olpe auf solide Grundlagen: kritisches Verständnis und praktische Anwendung. Ein Modell, das Schule machen könnte.
PS: Die EU‑KI‑Verordnung bringt Übergangsfristen und Pflichten, die viele kleine Anbieter unterschätzen. Wer Kennzeichnung, Risiko‑Einstufung und die richtige Dokumentation jetzt nicht plant, riskiert späteren Mehraufwand oder rechtliche Probleme. Unser kompaktes E‑Book zeigt Schritt für Schritt, welche Fristen laufen, welche Nachweise erforderlich sind und liefert praxisnahe Checklisten für Nicht‑Juristen. Kostenloser, sofort anwendbarer Leitfaden für Einrichtungen, Entwickler und Nutzer von KI. Gratis Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung anfordern


