Verizon, Sperrfrist

Verizon verlängert Sperrfrist für Prepaid-Handys auf ein Jahr

27.01.2026 - 04:09:12

Verizon schließt seine günstigen Prepaid-Marken an die Branchenpraxis an: Ab sofort bleiben neue Geräte ein ganzes Jahr netzgebunden. Der Wechsel zu anderen Anbietern wird damit deutlich erschwert.

Die neue Regelung trat am 20. Januar 2026 in Kraft und betrifft alle ab diesem Datum aktivierten Smartphones bei Marken wie Visible, Straight Talk und Tracfone. Bislang wurden die Geräte nach nur 60 Tagen automatisch freigeschaltet. Kunden, die ihr Handy vor dem Stichtag gekauft haben, profitieren noch von der alten Regel. Die längere Bindung soll Betrug eindämmen und die Kundenbindung erhöhen.

Die Änderung bringt nicht nur eine längere Wartezeit, sondern auch einen neuen Ablauf mit sich. Statt der automatischen Entsperrung müssen Kunden nun nach Ablauf der 365 Tage aktiv eine Freischaltung beantragen. Voraussetzung ist durchgehend bezahlter, aktiver Service. Wird der Vertrag pausiert, stoppt auch der Countdown. Das Gerät darf zudem nicht als gestohlen gemeldet sein.

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Diese Verschärfung wurde durch eine Entscheidung der US-Regulierungsbehörde FCC ermöglicht. Sie befreite Verizon von einer einzigartigen Auflage, die auf alte Spektrumskäufe und die Übernahme von Tracfone zurückging. Das Unternehmen argumentierte erfolgreich, die kurze 60-Tage-Frist habe Betrug Tür und Tor geöffnet.

Hintergrund: Betrug als Treiber der Veränderung

In seiner Petition an die FCC machte Verizon geltend, dass kriminelle Netzwerke die alte Regel massiv ausnutzten. Sie kauften subventionierte Geräte, warteten die zwei Monate ab und verkauften die dann freigeschalteten Handys gewinnbringend weiter – oft ins Ausland. Allein 2023 habe der Konzern so schätzungsweise 784.703 Geräte durch Betrug verloren. Nach der Tracfone-Übernahme und der Ausweitung der 60-Tage-Regel sei die betrügerische Aktivität um 55 % in die Höhe geschnellt.

Angesichts dieser Zahlen gewährte die FCC die Ausnahme. Verizon kann seine Prepaid-Richtlinien nun an den Branchenstandard anpassen, der vom Mobilfunkverband CTIA empfohlen wird. Damit gleichen sich die Bedingungen denen der großen Konkurrenten AT&T und T-Mobile an.

Mehr Bindung, weniger Flexibilität für Kunden

Die frühere 60-Tage-Frist war ein echter Kundenvorteil und unterschied Verizon positiv von der Konkurrenz. Sie ermöglichte es, bei Unzufriedenheit oder einem besseren Angebot schnell den Anbieter zu wechseln. Die neue Jahresfrist schränkt diese Freiheit erheblich ein.

Kritiker, darunter Verbraucherschützer, sehen darinen einen Rückschritt. Besonders für einkommensschwache Kunden, die auf günstige, schnell entsperrbare Geräte angewiesen sind, könnte die Wahlfreiheit leiden. Der Geräterabatt ist nun effektiv an eine langfristige Service-Verpflichtung geknüpft. Für Verizon ist dies ein strategischer Schritt, um die Abwanderungsrate in den Prepaid-Segmenten zu senken.

Blick in die Zukunft: Droht das auch Postpaid-Kunden?

Aktuell gilt die Jahres-Sperre nur für die Prepaid- und Value-Marken. Im klassischen Postpaid-Geschäft, wo Kunden monatlich nachträglich zahlen, bleibt es vorerst bei der 60-Tage-Regel. Branchenbeobachter fragen sich jedoch, ob dies ein Vorbote für umfassendere Änderungen ist.

Nach dem erfolgreichen Antrag bei der FCC hat Verizon mehr Spielraum, seine Richtlinien generell anzupassen. Zwar könnte der wettbewerbsintensive Postpaid-Markt eine so drastische Verlängerung bremsen. Doch das klare Ziel des Unternehmens, Betrug zu bekämpfen und Kunden zu binden, könnte zu schrittweisen Anpassungen führen. Verbrauchern bleibt der Rat, beim Kauf eines neuen Geräts die aktuellen Geschäftsbedingungen genau zu prüfen – die Spielregeln für die Netzentbindung haben sich grundlegend geändert.

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