Verbraucherschützer, Kalorienfallen

Verbraucherschützer warnen vor Kalorienfallen in To-go-Gerichten

10.01.2026 - 12:40:12

Analysen zeigen, dass typische Fast-Food-Menüs oft mehr als die Hälfte des Tagesbedarfs decken. Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz in der Gastronorie.

Ein typisches Fast-Food-Menü deckt oft mehr als die Hälfte des täglichen Kalorienbedarfs. Das zeigen neue Analysen der Verbraucherzentralen Berlin und Brandenburg kurz vor Beginn der Internationalen Grünen Woche. Die Experten kritisieren die fehlende Transparenz in der Gastronomie und warnen auch vor vermeintlich gesunden Alternativen.

1.200-Kalorien-Menü: Der blinde Konsum an der Imbissbude

Die Verbraucherschützer legen konkrete Zahlen vor: Ein Menü aus Hamburger, Cola und Schokoeis kommt leicht auf über 1.200 Kilokalorien. Das entspricht bereits mehr als 50 Prozent der empfohlenen Tageszufuhr für einen Erwachsenen.

Das Kernproblem ist die Intransparenz. Während im Supermarkt detaillierte Nährwerttabellen und der Nutri-Score Pflicht sind, tappen Kunden an der Imbissbude im Dunkeln. „Die Verbraucher haben kaum eine Chance, die Energiedichte ihrer Mahlzeit einzuschätzen“, so die Kritik.

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Gesundheits-Heiligenschein: Auch Bowls sind oft Kalorienbomben

Besonders brisant: Auch der moderne „Healthy Food“-Trend bietet keine Sicherheit. Beliebig zusammengestellte Salat-Bowls werden oft als leicht vermarktet, können aber zur echten Kalorienfalle werden.

Zutaten wie Avocado, Nüsse und ölhaltige Dressings treiben die Bilanz schnell auf 800 bis 1.000 Kilokalorien. Der sogenannte „Health Halo“-Effekt verleitet dazu, die Kalorienanzahl bei „natürlichen“ Produkten psychologisch zu unterschätzen. Auf der Grünen Woche wollen die Verbraucherzentralen dieses Missverhältnis mit interaktiven Aktionen entlarven.

Forderung nach mehr Transparenz trifft auf Widerstand

Die Debatte offenbart eine regulatorische Lücke: Während für verpackte Lebensmittel strenge Kennzeichnungsregeln gelten, endet diese Transparenz an der Restauranttür.

Die Gastronomieverbände wehren sich gegen eine verpflichtende Nährwertkennzeichnung auf Speisekarten. Sie verweisen auf den bürokratischen Aufwand, besonders für kleine Betriebe. Verbraucherschützer kontern: Gerade bei großen Ketten wäre eine Kennzeichnung problemlos möglich – und für eine informierte Entscheidung unerlässlich.

Thema findet Bühne auf der Jubiläums-Grünen Woche

Die Diskussion wird ein zentrales Thema auf der 100. Internationalen Grünen Woche sein, die am 16. Januar startet. Angesichts steigender Adipositas-Zahlen und eines veränderten Essverhaltens gilt die aktuelle Informationslücke als nicht mehr zeitgemäß.

Bis sich möglicherweise die Regeln ändern, geben die Experten einen praktischen Tipp: Wer Kalorien sparen will, sollte auf zuckerhaltige Getränke verzichten und Saucen immer separat bestellen. So behält man zumindest ein Stück Kontrolle über die versteckten Energielieferanten.

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