Verdi-Warnstreik, Straßenbetrieb

Ver.di-Warnstreik legt bundesweiten Straßenbetrieb lahm

19.01.2026 - 23:32:13

Ein bundesweiter Warnstreik der Gewerkschaft ver.di legt am 20. Januar 2026 Straßenmeistereien und Tunnelleitzentralen lahm. Unternehmen müssen Logistik und Arbeitszeiten kurzfristig umplanen.

Deutschland droht ein Verkehrschaos: Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat für Dienstag, den 20. Januar 2026, zu einem bundesweiten Warnstreik im Straßenbetrieb aufgerufen. Rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH des Bundes und Tausende Mitarbeiter von Landesstraßenbauverwaltungen sollen die Arbeit niederlegen. Der Ausstand trifft die kritische Infrastruktur an 18 Standorten – darunter Köln, Stuttgart und Hamburg – und zwingt Unternehmen sowie Pendler zur sofortigen Umplanung.

Autobahnen und Tunnel im Fokus des Arbeitskampfes

Im Zentrum des Streiks stehen zwei parallel laufende Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst. Ver.di fordert eine Entgelterhöhung von sieben Prozent. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, werden bundesweit Straßenmeistereien sowie Verkehrs- und Tunnelleitzentralen bestreikt. Besonders in Nordrhein-Westfalen rechnen die Behörden mit massiven Einschränkungen, wo am Dienstagnachmittag zahlreiche Landestunnel bestreikt werden sollen. Reisende müssen sich auf erhebliche Behinderungen und deutlich längere Fahrzeiten auf wichtigen Transitstrecken einstellen.

Unternehmen vor logistischen Herausforderungen

Die unmittelbaren Konsequenzen für die Wirtschaft sind gravierend. Geschäftsreisen, die auf den Straßentransport angewiesen sind, drohen zu scheitern oder müssen kurzfristig verschoben werden. Das betrifft Außendienstmitarbeiter genauso wie die gesamte Logistikkette. Wichtige Lieferungen könnten verspätet eintreffen und Produktionsabläufe empfindlich stören. Für das Personalmanagement bedeutet der Streik eine Zusatzbelastung: Können Mitarbeiter pünktlich erscheinen? Unternehmen sind gezwungen, auf digitale Alternativen wie Videokonferenzen auszuweichen und ihre Terminplanung komplett umzuwerfen.

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Was gilt bei streikbedingten Verspätungen?

Rechtlich gesehen trägt der Arbeitnehmer das Wegerisiko. Das bedeutet: Ein Streik entbindet nicht von der Pflicht, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen. Verspätungen oder Fernbleiben gelten grundsätzlich als unentschuldigt und können Lohnkürzungen nach sich ziehen. In der Praxis zeigen sich die meisten Unternehmen jedoch kulant. Flexible Lösungen wie Homeoffice, Gleitzeit oder die Gewährung von Gleittagen sind der Schlüssel, um den Betriebsfrieden zu wahren. Eine frühzeitige und klare Kommunikation der Unternehmensführung ist jetzt entscheidend.

Trügerische Ruhe auf der Schiene?

Während die Straßen zum Erliegen kommen, herrscht bei der Deutschen Bahn vorerst Entwarnung. In den laufenden Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gilt eine Friedenspflicht bis Ende Februar 2026. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 22. Januar angesetzt. Dennoch bleibt die Lage im gesamten Transportsektor angespannt. Auch im öffentlichen Nahverkehr und im Flugverkehr schwelt der Tarifkonflikt weiter – eine verlässliche Langfristplanung für Geschäftsreisen bleibt damit schwierig.

Ein angespannter Tarifwinter

Der Warnstreik ist kein Einzelfall, sondern Symptom eines breiten Konflikts im öffentlichen Sektor. Die Gewerkschaften fordern angesichts von Inflation und Fachkräftemangel deutliche Lohnerhöhungen, während die Arbeitgeber auf leere Kassen verweisen. Jeder größere Streik in der Logistik verursacht Milliardenschäden, unterbricht Lieferketten und beschädigt das Vertrauen in den Standort Deutschland. Die zunehmende Häufigkeit solcher Arbeitskämpfe zwingt die Wirtschaft, ihre Abhängigkeit von einzelnen Verkehrsträgern grundsätzlich zu überdenken.

Proaktive Strategien werden zum Muss

Mit dem Warnstreik erhöht ver.di den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde. Sollte kein verhandlungsfähiges Angebot vorliegen, drohen weitere und längere Ausstände. Für Unternehmen wird es daher überlebenswichtig, Resilienz aufzubauen. Dazu gehören flexible Arbeitsmodelle, eine robuste digitale Kommunikationsinfrastruktur und klare Notfallpläne für Verkehrschaos. Ein professionelles Geschäftsreisemanagement, das schnell auf Störungen reagieren kann, wandelt sich vom Kostenfaktor zum strategischen Wettbewerbsvorteil.

@ boerse-global.de