Verdi, Deutschlands

Ver.di legt Deutschlands Theater lahm

23.01.2026 - 04:37:11

Ein bundesweiter Warnstreik von ver.di bringt den Spielbetrieb an renommierten deutschen Staatstheatern zum Erliegen. Im Tarifkonflikt fordert die Gewerkschaft sieben Prozent mehr Lohn.

Die Gewerkschaft ver.di hat den Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst massiv eskaliert. Ein bundesweiter Warnstreik trifft heute die Verwaltung und Technik an rund einem Dutzend Staatstheatern – und bringt den Spielbetrieb zum Erliegen.

Kulturbetrieb im Ausnahmezustand

Der Streik am Freitag legt einige der renommiertesten Bühnen Deutschlands lahm. In Berlin bleiben das Deutsche Theater, das Berliner Ensemble und die Schaubühne geschlossen. Bayern trifft es mit der Bayerischen Staatsoper, dem Residenztheater und dem Staatstheater Nürnberg ebenfalls hart. Auch die Staatstheater in Karlsruhe, Braunschweig und Oldenburg sind betroffen.

Die Gewerkschaft mobilisiert bewusst das gesamte nicht-künstlerische Personal. Neben der Verwaltung streiken also auch Beleuchter, Bühnentechniker, Maskenbildner und Requisiteure. An einigen Häusern soll der Ausstand sogar bis Samstag andauern. Die Botschaft ist klar: Ohne diese Mitarbeiter steht der Kulturbetrieb still.

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Sieben Prozent mehr – oder gar nichts?

Im Kern geht es um Geld. Ver.di fordert für die Beschäftigten der Länder 7,0 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Auszubildende sollen 200 Euro zusätzlich erhalten. Der neue Tarifvertrag soll zwölf Monate laufen.

Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), hält diese Forderung für „völlig überzogen“. In der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar blieb sie ein substanzielles Angebot schuldig. Stattdessen verwies sie nur vage auf einen „Lösungskorridor“ mit leicht über-inflationären Steigerungen – gestreckt auf 29 Monate.

Strategie trifft Nerv

Die Einbeziehung der Verwaltungskräfte ist taktisch klug. Während Technikerstreiks Vorstellungen kurzfristig absagen lassen, lähmt ein Ausstand der Büros den gesamten Theaterbetrieb. Lohnabrechnung, Ticketverkauf, Spielplanung – nichts geht mehr.

„Das ist ein klares Signal derjenigen, die tagtäglich das Kulturleben ermöglichen“, sagt ver.di-Vorstand Christoph Schmitz-Dethlefsen. Die hohe Beteiligung an ersten Warnstreiks im Dezember habe die Gewerkschaft bestärkt. Viele Beschäftigte beteiligen sich zum ersten Mal an Arbeitskampfmaßnahmen.

Warten auf Potsdam

Die dritte Verhandlungsrunde findet am 11. und 12. Februar in Potsdam statt. Sollte die TdL dann kein deutlich verbessertes Angebot vorlegen, droht ver.di mit einer massiven Ausweitung der Warnstreiks.

Für Theaterbesucher bedeutet das weiterhin Unsicherheit. Für die Häuser selbst zeigt der Konflikt den wachsenden Widerspruch zwischen künstlerischem Anspruch und knappen öffentlichen Kassen. Ein Drama, das sich nicht auf der Bühne, sondern in den Verwaltungsfluren und Werkstätten abspielt.

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