Vegane Ernährung schlägt mediterrane Diät – trotz Junkfood
27.11.2025 - 11:41:12Studie zeigt stärkeren Gewichtsabbau bei veganer Kost trotz raffinierter Kohlenhydrate. Gleichzeitig plant die EU eine Mikroabgabe auf ungesunde Lebensmittel und Mediziner warnen vor Suchtmechanismen.
Eine Studie erschüttert die Ernährungswissenschaft: Vegane Kost führt zu mehr Gewichtsverlust als die mediterrane Diät – selbst wenn sie raffinierte Kohlenhydrate enthält. Parallel warnen Mediziner vor Suchtmechanismen in Fertigprodukten, während Brüssel eine radikale Steuer auf ungesunde Lebensmittel vorbereitet.
Pflanzlich schlägt Mediterran – auch ohne Verzicht
Die gestern im Fachjournal Frontiers in Nutrition veröffentlichte Studie des Physicians Committee for Responsible Medicine liefert überraschende Ergebnisse. Das Team um Dr. Hana Kahleova verglich vegane Ernährung direkt mit der mediterranen Diät – dem bisherigen Goldstandard für gesundes Abnehmen.
Das Ergebnis irritiert Experten: Die vegane Gruppe verlor signifikant mehr Gewicht, obwohl ihre Ernährung auch Weißmehl-Produkte und Kartoffeln umfasste. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass selbst eine vegane Ernährung mit pflanzlichen Lebensmitteln, die wir als ungesund definieren würden, bessere Ergebnisse bei der Gewichtsabnahme erzielt”, erklärt Dr. Kahleova.
Der bloße Verzicht auf tierische Fette und Proteine scheint den Stoffwechsel stärker zu beeinflussen als bisher angenommen. Kritiker merken jedoch an: Gewichtsverlust ist nicht alles. Die langfristigen Effekte auf das Herz-Kreislauf-System seien bei mediterraner Kost oft stabiler.
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“Wie Nikotinabhängigkeit” – Mediziner warnt vor Fertigprodukten
Prof. Dr. Mathias Fasshauer schlägt heute im SPIEGEL-Interview Alarm. Der Ernährungsmediziner bestätigt die Warnungen vor hochverarbeiteten Lebensmitteln aus der viel beachteten Lancet-Studienreihe der vergangenen Woche.
„Suchtmechanismen funktionieren ganz ähnlich wie bei Nikotinabhängigkeit”, so Fasshauer. Zusatzstoffe und Aromen aktivieren das Belohnungszentrum im Gehirn so stark, dass natürliche Sättigungssignale versagen. Das Ergebnis: Wir essen zu viel.
Eine am Montag in JAMA Oncology erschienene Analyse der Nurses’ Health Study II liefert weitere beunruhigende Daten: Hochverarbeitete Nahrungsmittel könnten die Zunahme von Darmkrebsvorstufen bei jüngeren Frauen befeuern. Die Kombination aus fehlender Sättigung und entzündungsfördernden Zusatzstoffen gilt als fataler Mechanismus.
EU plant Steuer auf Zucker, Fett und Salz
Während die Wissenschaft warnt, handelt die Politik. Berichte über einen internen Entwurf der EU-Kommission verdichten sich: Im Dezember soll ein Vorschlag für eine “Mikroabgabe” auf Produkte mit hohem Fett-, Zucker- und Salzgehalt kommen.
Das Ziel ist ambitioniert:
- Hersteller zu gesünderen Rezepturen motivieren
- Einnahmen für EU-weite Gesundheitsförderung generieren
- Verhaltensänderungen bei Verbrauchern bewirken – ohne Preisexplosion
Anders als frühere “Zuckersteuer”-Modelle soll die Abgabe die Preisstabilität nicht gefährden. Prof. Fasshauer unterstützt den Vorstoß ausdrücklich: „Ich bin für eine Steuer auf Zucker, Süßungsmittel und Aromen.”
Industrie unter Druck, Verbraucher ratlos
Die Entwicklungen treffen die Lebensmittelbranche in sensibler Phase. Nach der Lancet-Serie über den globalen Vormarsch hochverarbeiteter Produkte stehen Konzerne wie Nestlé oder Danone unter massivem Rechtfertigungsdruck.
Die neue PCRM-Studie verschärft das Dilemma: Sie könnte Herstellern veganer Fertigprodukte Argumente liefern – während genau diese Produkte bei hohen Salz- oder Fettwerten von der EU-Abgabe getroffen würden.
Verbraucher bleiben verunsichert. Die Botschaften widersprechen sich scheinbar: “Vegan ist gut fürs Gewicht” (selbst bei Verarbeitung) versus “Verarbeitung ist schlecht für den Darm” (JAMA-Studie). Die Orientierung am Supermarktregal wird nicht leichter.
Dezember wird zum Showdown
Der Fokus richtet sich nun auf Mitte Dezember. Sollte die EU-Kommission den Entwurf zur Mikroabgabe offiziell machen, wäre dies einer der stärksten regulatorischen Eingriffe in den europäischen Lebensmittelmarkt seit Jahren.
Parallel dürfte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung ihre Leitlinien bis Anfang 2026 anpassen. Bis dahin gilt die Faustformel aus allen aktuellen Studien: Pflanzlich ist gut, aber unverarbeitet ist besser.
PS: Verarbeitete Lebensmittel mit hohem Salz- und Fettgehalt können den Blutdruck deutlich ansteigen lassen – ein Risiko, das Studien mit Herz-Kreislauf-Folgen verknüpfen. Bevor die EU‑Mikroabgabe in Kraft tritt, lohnt es sich, aktiv zu handeln: Der kostenlose PDF‑Report zeigt 8 einfach umsetzbare Maßnahmen, von Atemübungen über Yoga bis zu konkreten Ernährungsänderungen, die helfen können, Ihren Blutdruck zu stabilisieren. Jetzt den kostenlosen Bluthochdruck-Guide anfordern


