Vegane, Ernährung

Vegane Ernährung für Kinder: Der kritische Punkt ist die Knochengesundheit

26.11.2025 - 11:50:11

Immer mehr Familien ernähren sich pflanzlich. Doch aktuelle Studien zeigen: Bei Kindern drohen ernsthafte Entwicklungsrisiken, wenn die Nährstoffversorgung nicht stimmt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat deshalb ihre Haltung grundlegend überarbeitet.

Die Zahlen sind eindeutig: Vegan ernährte Kinder haben bessere Blutfettwerte und sind seltener übergewichtig. Doch gleichzeitig weisen neue Analysen auf besorgniserregende Defizite hin. Die Knochendichte liegt im Durchschnitt niedriger, das Längenwachstum kann beeinträchtigt sein. Eine systematische Übersichtsarbeit im Fachjournal Nutrients bestätigt: Der schmale Grat zwischen Gesundheitsvorteil und Entwicklungsrisiko verläuft entlang der Nährstoffversorgung.

Die Studienlage aus dem November 2024 zeichnet ein widersprüchliches Bild. Pflanzlich ernährte Kinder profitieren kardiovaskulär deutlich: Ihr LDL-Cholesterin liegt niedriger, sie nehmen mehr Ballaststoffe auf. Angesichts steigender Übergewichtsraten bei Kindern ein echter Vorteil.

Die Schattenseite: Der Knochenmineralgehalt fällt geringer aus. Das ist kritisch, denn die Kindheit und Pubertät sind die entscheidenden Phasen für den Aufbau der maximalen Knochenmasse. Ein Defizit jetzt erhöht das Osteoporose-Risiko im Alter dramatisch.

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Experten betonen: Das Problem liegt nicht in der pflanzlichen Ernährung selbst. Es fehlt schlicht an konsequenter Supplementierung. Kalzium, Vitamin D und hochwertiges Protein müssen gezielt zugeführt werden – ohne angereicherte Lebensmittel oder Präparate eine kaum lösbare Aufgabe.

Die DGE vollzieht eine Kehrtwende

Jahrelang riet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung von veganer Kinderernährung ab. 2024 kam der Paradigmenwechsel. Die neue Position: machbar, aber mit klaren Bedingungen.

Die DGE empfiehlt zwar weiterhin keine vegane Ernährung für Kinder explizit, rät aber auch nicht mehr kategorisch davon ab. Stattdessen setzt sie auf drei Säulen:

  • Fundiertes Ernährungswissen der Eltern
  • Konsequente Supplementierung von Vitamin B12, Jod und weiteren kritischen Nährstoffen
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen des Nährstoffstatus

Dieser Kurswechsel ist auch eine Reaktion auf die Realität: Immer mehr Familien wählen diesen Weg. Statt sie zu stigmatisieren, will die DGE durch Aufklärung unterstützen.

COPLANT-Studie soll Datenlücke schließen

Bisher fehlten große, aussagekräftige Langzeitstudien. Die COPLANT-Studie, gestartet 2024, soll das ändern. Als größte Untersuchung ihrer Art im deutschsprachigen Raum rekrutiert sie tausende Teilnehmer.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Max Rubner-Institut und mehrere Universitäten erforschen nicht nur die Nährstoffversorgung. Sie untersuchen auch Biomarker, Knochengesundheit und Stoffwechselprozesse im Detail. Die Studie läuft über mehrere Jahre – bis dahin gelten Erkenntnisse aus kleineren Studien wie der VeChi-Youth-Studie als Orientierung.

Zwischen Chicken Nuggets und Hülsenfrüchten

Der Markt reagiert auf den Trend: Supermarktregale füllen sich mit veganen Alternativprodukten. Von “Chicken Nuggets” bis zu angereicherten Milchalternativen – die Industrie hat Familien als Zielgruppe entdeckt.

Ernährungsexperten sehen das ambivalent. Die Produkte erleichtern den Alltag und die soziale Teilhabe veganer Kinder. Doch oft handelt es sich um hochverarbeitete Lebensmittel mit viel Salz, gesättigten Fetten und Zusatzstoffen. Die Gefahr: “Pudding-Veganismus” statt nährstoffreicher Vollwertkost.

Der Fokus sollte auf unverarbeiteten Lebensmitteln liegen: Hülsenfrüchte, Nüsse, Obst und Gemüse. Auch Kindergärten und Schulen passen sich an. Die DGE-Qualitätsstandards für Gemeinschaftsverpflegung unterstützen mittlerweile pflanzenbetonte Menüs.

Technologie könnte Lücken schließen

Die kommenden Monate bringen weitere Studienergebnisse. Besonders spannend: Reichen die aktuellen Supplementierungsempfehlungen tatsächlich aus, um das Knochenwachstum zu sichern?

Langfristig könnten technologische Innovationen helfen. Präzisionsfermentation zur Herstellung naturidentischer Milchproteine ohne Tierhaltung ist ein vielversprechender Ansatz. Solche Produkte könnten Nährstofflücken einfacher schließen als bisherige Alternativen.

Bis dahin bleibt die Botschaft klar: Eine pflanzenbasierte Ernährung für Kinder ist machbar – aber kein Selbstläufer. Sie erfordert Wissen, Planung und den konsequenten Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln. Wer diese Bedingungen erfüllt, kann den gesundheitlichen Vorteilen nutzen. Wer sie ignoriert, riskiert die Entwicklung seines Kindes.

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