VdS, Brandschutz-Regeln

VdS 6023: Neue Brandschutz-Regeln für Solaranlagen auf Dächern

31.12.2025 - 18:22:12

Die VdS Schadenverhütung hat einen aktualisierten Richtlinienentwurf für den Brandschutz von Photovoltaik-Anlagen auf brennbaren Dächern vorgelegt. Er schafft Klarheit für Planer und betrifft besonders kombinierte Solar-Gründächer.

Brandschutzbehörde VdS legt zum Jahreswechsel einen neuen Richtlinien-Entwurf vor. Er betrifft vor allem die boomenden Solar-Gründächer und soll Planungssicherheit schaffen.

Was steckt dahinter? Die VdS Schadenverhütung hat den Entwurf der aktualisierten Richtlinie VdS 6023 veröffentlicht. Sie regelt den Brandschutz für Photovoltaik-Anlagen auf Dächern mit brennbaren Baustoffen. Das Dokument vom Dezember 2025 löst die Fassung von 2023 ab und schärft die Vorgaben erheblich. Für die Bau- und Solarbranche ist das ein wichtiger Schritt, denn VdS-Richtlinien gelten als De-facto-Standard für die Versicherbarkeit von Gewerbeimmobilien.

Grüne Dächer im Fokus der neuen Vorschriften

Die Aktualisierung hat besondere Bedeutung für Solar-Gründächer, also die kombinierte Nutzung von Dachflächen für Vegetation und Energieerzeugung. Zwar gelten begrünte Dächer bei ausreichender Bewässerung als schwer entflammbar. Trockene Vegetation oder bestimmte Substrate können jedoch als brennbar eingestuft werden.

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Die neue VdS 6023 wirkt hier Hand in Hand mit der allgemeine n PV-Richtlinie VdS 3145, die bereits im Juni 2025 überarbeitet wurde. Während VdS 3145 grundlegende Anforderungen an die Feuerwiderstandsfähigkeit stellt, definiert der neue Entwurf konkret, welche Schutzmaßnahmen nötig sind, wenn die Dachkonstruktion selbst brennbare Materialien enthält.

„Das bringt endlich Klarheit für Planer und Investoren“, kommentiert ein Experte des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG). Die Doppelnutzung von Dächern ist ein zentraler Baustein der deutschen Klimaanpassungsstrategie. Bislang herrschten jedoch oft rechtliche Grauzonen.

Das ändert sich konkret für die Praxis

Der Entwurf strukturiert die Maßnahmen zur Risikominimierung neu und überarbeitet die technischen Anhänge komplett. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören:

  • Systembetrachtung: Nicht mehr nur das einzelne Material zählt. Künftig muss das gesamte Dachsystem – von der Unterkonstruktion der Module über die Dachhaut bis zur Dämmung – als Einheit im Brandfall betrachtet werden.
  • Klare Checklisten: Die Anhänge A und B wurden vollständig überarbeitet. Sie enthalten nun standardisierte Formulare für die Dokumentation der Schutzmaßnahmen. Diese werden für Versicherer künftig wahrscheinlich verbindlich.
  • Fokus auf Bestand: Der Entwurf gibt erstmals detaillierte Handlungsanleitungen für die Nachrüstung bestehender Dächer mit PV-Anlagen. Das schließt eine wichtige Lücke, da immer mehr ältere Gewerbedächer für die Solarenergie ertüchtigt werden.

Forschung fließt in die Regeln ein

Die aktualisierten Vorgaben spiegeln offenbar auch Erkenntnisse aus aktuellen Brandtests wider. Hersteller wie Optigrün international AG hatten in den vergangenen Monaten umfangreiche Untersuchungen vorgelegt. Diese zeigten: Gut gewartete und fachgerecht angelegte Gründächer erhöhen die Brandlast nicht zwangsläufig. Entscheidend sind ausreichende Substrattiefen und brandhemmende Abschnitte.

Für Planer bedeutet das: Sie müssen künftig streng auf die Einhaltung von Grenzwerten achten, etwa den maximalen organischen Anteil im Substrat von 20 Prozent. Zudem sind klar definierte Wartungskorridore vorgeschrieben, um zu verhindern, dass Pflanzen in die elektrischen Leitungen wachsen. Solche „Kriechströme“ sind eine häufige Ursache für Lichtbogenfehler und damit Brandrisiken.

Ausblick auf 2026: Anpassungszeit für die Branche

Die Veröffentlichung des Entwurfs kurz vor dem Jahreswechsel gibt der Branche Zeit, sich auf die neuen Standards für die Bau- und Installationssaison 2026 einzustellen. Der Text liegt nun zur Konsultation vor. Die endgültige Fassung der VdS 6023 wird für später im Jahr 2026 erwartet.

Bis dahin gilt der Entwurf bereits als maßgeblicher Referenzpunkt. Für Facility Manager und Solarinstallateure heißt das: Geplante Projekte auf nicht-harten Dächern sollten umgehend auf Konformität mit dem neuen Entwurf überprüft werden. Der Fokus des deutschen Solarmarkts verschiebt sich zunehmend von der reinen Kapazitätserweiterung hin zu Qualitätssicherung und integriertem Sicherheitsmanagement. Die VdS 6023 ist ein zentrales Puzzleteil dieser Entwicklung.

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