VAZ-Übergangsregel: Zehntausende Sicherheitszertifikate verfallen 2026
08.01.2026 - 11:35:12Mit dem Jahreswechsel 2026 rollt auf Deutschlands Industrie eine administrative Welle zu. Tausende Sicherheitszertifikate werden plötzlich ihre Gültigkeit verlieren – obwohl auf dem Papier noch Jahre übrig sind. Der Grund: ein regulatorischer Stichtag, der vielen Unternehmen noch nicht bewusst ist.
Der 31. Oktober 2026 markiert das Ende für alle Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltpersonalzertifikate (SGU), die nach dem alten SCC-2011-Standard (Dokumente 016, 017, 018) vor November 2021 ausgestellt wurden. Ein Arbeiter, dessen Zertifikat „gültig bis Januar 2031″ aufgedruckt hat, wird fünf Jahre früher zur Neuprüfung verpflichtet sein. Zertifizierungsstellen und Branchenverbände schlagen seit dieser Woche Alarm.
Der unbequeme Zeitsprung: Drucktext vs. Realität
Die Diskrepanz zwischen gedrucktem und tatsächlichem Ablaufdatum ist die zentrale Gefahr. Ein im Januar 2021 ausgestelltes Zertifikat mit zehn Jahren Laufzeit sollte regulär bis 2031 gültig sein – doch die neue Regelung beendet es im Oktober 2026. Automatisierte Compliance-Systeme erkennen diesen Sprung oft nicht, wenn sie nicht explizit auf die VAZ-2021-Übergangskriterien programmiert wurden.
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Für Sicherheitsverantwortliche bedeutet das: Manuelles Audit erforderlich. Die gedruckten Ablaufdaten sind in diesem Fall wertlos.
Von DGMK zu VAZ: Der Besitzerwechsel
Der Hintergrund dieser dramatischen Änderung liegt in einer strukturellen Umgestaltung. Bis 2021 verwaltete die DGMK (Deutsche Gesellschaft für Nachhaltige Energieträger, Mobilität und Kohlenstoffzyklen) den SCC-Standard. Ende 2021 übernahm die VAZ e.V. (Verband akkreditierter Zertifizierungsgesellschaften) das Programm komplett.
Mit diesem Wechsel kam eine zentrale Innovation: Die Gültigkeitsdauer für Personalzertifikate wurde von zehn auf fünf Jahre verkürzt. Ziel ist eine intensivere Auffrischung der Sicherheitskenntnisse. Um die Systeme zu vereinheitlichen, einigten sich VAZ und Deutsches Akkreditierungsinstitut (DAkkS) auf einen Übergangsstichtag – eben den 31. Oktober 2026 für alte Zertifikate.
Der inhaltliche Umfang der SGU-Prüfung blieb ähnlich, aber die administrativen Anforderungen verschärften sich. Die Angleichung an internationale Sicherheitsstandards war übergeordnetes Ziel.
Das Engpass-Szenario im Herbst 2026
Weniger als zehn Monate bleiben – und Branchenexperten warnen vor einem dramatischen Bottleneck im dritten Quartal 2026. Schulungsanbieter bereiten sich auf eine Flut von Neuprüfungen vor. Wer nicht rechtzeitig bucht, könnte im Spätsommer in die Röhre gucken.
Die notwendigen Maßnahmen sind klar:
- Sofortaudit der Personaldateien: Besonders Zertifikate aus 2016 bis 2021 im Fokus
- Gedruckte Daten ignorieren: Bei SCC-2011-Dokumenten (016/017/018) zählt nur der Oktober-2026-Stichtag
- Prüfungen frühzeitig buchen: Q1 oder Q2 2026 nutzen, um Personalengpässe zu vermeiden
Die Neuprüfung unter dem VAZ-2021-Standard ist kein administrativer Gummitstempel – es ist eine vollständige Prüfung mit daraufhin fünfjähriger Gültigkeit.
Die harten Konsequenzen: Zugangsverbote möglich
In der Petrochemie, Chemie und Energiewirtschaft ist SCC-Zertifikation Pflicht für Werkszugang. Major-Betreiber halten diese Vorgaben strikt ein. Ein Bauunternehmen, dessen Team am 1. November 2026 auf eine Fabrik zugreifen will mit Zertifikaten, die gestern abgelaufen sind, wird Hausverbot bekommen.
Das bedeutet nicht nur Projektverzögerungen und Vertragsstrafen – auch Haftungsrisiken entstehen. Juristen warnen: Wer auf das gedruckte Ablaufdatum verweist, wird im Schadensfall keine Argumentationshilfe darin finden. Der Regelwechsel ist seit 2021 öffentlich bekannt.
Das neue Normal ab November 2026
Bis dahin wird der Umstieg von der Zehn- zur Fünf-Jahres-Zertifizierung abgeschlossen sein. Danach operiert Deutschlands Handwerks- und Kontraktorssektor dauerhaft im Fünf-Jahres-Rhythmus – mit regelmäßigeren Auffrischungen der Kenntnisse über Gefahrstoffe, Notfallverfahren und Arbeitsschutz. Für eine schnell wandelnde Industrielandschaft eine rationale, wenn auch administrative Belastung.
Wer die Oktober-Deadline unterschätzt, zahlt einen hohen Preis.
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