ValleyRAT_S2: Neuer Schädling bedroht Finanzdaten in Asien
12.01.2026 - 16:42:12Eine hochgefährliche Malware-Kampagne infiltriert Windows-Systeme und stiehlt sensible Finanzdaten. Das als ValleyRAT_S2 identifizierte Werkzeug zielt gezielt auf chinesischsprachige Regionen und bedroht die finanzielle Stabilität. Der Schädling gewährt Angreifern umfassende Kontrolle über kompromittierte Rechner.
Die Betreiber der Kampagne setzen auf raffinierte Täuschungsmanöver. Ein Hauptinfektionsweg ist die Tarnung der Malware als seriöse chinesische Bürosoftware, etwa als KI-gestützter Tabellenkalkulations-Generator. Auch manipulierte Raubkopien populärer Programme dienen als Köder.
Eine besonders effektive Methode ist das DLL Side-Loading. Dabei wird eine legitime, digital signierte Anwendung dazu gebracht, eine schädliche DLL-Datei zu laden, die den Namen einer vertrauenswürdigen Datei trägt. Diese Technik umgeht viele signaturbasierte Antivirenprogramme und kann auch die Benutzerkontensteuerung von Windows austricksen. Weitere Verbreitungswege sind gezielte Phishing-E-Mails und kompromittierte Update-Mechanismen beliebter chinesischer Apps.
Viele Unternehmen sind auf ausgeklügelte Angriffe wie ValleyRAT_S2 nicht vorbereitet. Aktuelle Analysen zeigen, dass nur die Kombination aus technischer Überwachung, modernen Endpoint-Lösungen und gezielter Mitarbeitersensibilisierung zuverlässig Persistenzmechanismen und DLL‑Side‑Loading aufdeckt. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnah, welche Maßnahmen (inkl. EDR‑Werkzeuge, Netzwerkmonitoring und Awareness‑Trainings) sofort umgesetzt werden sollten, um finanzielle Daten zu schützen. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Leitfaden herunterladen
Hartnäckig und schwer zu entfernen
Was ValleyRAT_S2 so gefährlich macht, ist seine ausgeklügelte Hartnäckigkeit. Der Schädling sichert sein Überleben durch einen mehrschichtigen Ansatz. Er platziert Dateien in den Temp- und AppData-Ordnern des Nutzers und missbraucht den Windows-Aufgabenplaner für den automatischen Start.
Zum Selbstschutz setzt die Malware eine Watchdog-Funktion ein, oft in Form eines Batch-Skripts namens monitor.bat. Dieses Skript überprüft ständig, ob der Hauptprozess noch läuft, und startet ihn bei Bedarf neu. Ein einfaches Beenden des Prozesses reicht daher nicht zur Entfernung aus. Zudem erkennt ValleyRAT_S2 Sandbox-Umgebungen zur Analysevermeidung und injiziert seinen Code in vertrauenswürdige Prozesse wie Telegra.exe, um unentdeckt zu bleiben.
Umfassende Spionage-Fähigkeiten
Ist ValleyRAT_S2 einmal aktiv, agiert er als vollwertiges Fernzugriffswerkzeug. Zunächst führt er eine umfangreiche Systemerkundung durch und sammelt detaillierte Daten über das Betriebssystem, die Registrierung, das Dateisystem und laufende Prozesse.
Seine modulare Architektur ermöglicht den Angreifern ein breites Spektrum an Aktionen: Sie können Shell-Befehle ausführen, Dateien transferieren, weitere Schadsoftware nachladen und Zugangsdaten stehlen. Die Kommunikation mit den Command-and-Control-Servern läuft über ein eigenes TCP-Protokoll. Die technischen Fähigkeiten des Schädlings decken zahlreiche Kategorien des MITRE ATT&CK-Frameworks ab.
Hintergrund und Einordnung
ValleyRAT_S2 ist der Kern der gleichnamigen Malware-Familie und wird als zweite Angriffsstufe nach einer erfolgreichen Erstinfektion aktiviert. Dieser mehrstufige Ansatz deutet auf einen gut ausgestatteten und geduldigen Gegner hin. Die ValleyRAT-Familie wurde in der Vergangenheit mit Spionagekampagnen gegen E-Commerce- und Finanzunternehmen in Verbindung gebracht.
Die Bedrohungsgruppe Silver Fox, die Verbindungen zu China haben soll, wurde bereits mit früheren ValleyRAT-Kampagnen assoziiert. Dies legt staatlich geförderte Spionage oder hochsophisticierte Cyberkriminalität mit finanziellen Motiven nahe. Der Fokus auf den Diebstahl finanzieller Daten macht die Malware zu einer ernsten Gefahr für die Integrität von Finanzinstituten.
Schutzmaßnahmen sind entscheidend
Die ValleyRAT_S2-Kampagne unterstreicht denTrend zu immer ausgefeilteren, mehrschichtigen Angriffen. Die robusten Persistenz-Mechanismen stellen eine große Herausforderung dar. Eine vollständige Entfernung erfordert ein gleichzeitiges Löschen der geplanten Aufgaben, der Watchdog-Skripte, aller abgelegten Dateien und des Hauptprozesses.
Organisationen sollten ihre Abwehr in mehreren Bereichen stärken: Sensibilisierung der Mitarbeiter für Phishing-Versuche ist ebenso wichtig wie strikte Richtlinien gegen Raubkopien. Technisch sind moderne Endpoint Detection and Response (EDR)-Lösungen unverzichtbar, um Verhaltensweisen wie DLL Side-Loading zu erkennen. Die Überwachung des Netzwerkverkehrs auf Kommunikation mit bekannten schädlichen IP-Adressen kann aktive Infektionen aufdecken. Angesichts sich ständig verbessernder Angriffswerkzeuge ist eine proaktive, tiefgestaffelte Sicherheitsstrategie der beste Schutz.
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