Validation, Empathie

Validation: Empathie statt Korrektur bei Demenz

05.02.2026 - 16:22:12

Die Validation-Methode setzt auf emotionale Akzeptanz statt Realitätskorrektur bei Demenz. Sie reduziert nachweislich Ängste, stärkt die Würde und kann Pflegende entlasten.

Die Validation nach Naomi Feil setzt bei der Demenzbetreuung auf emotionale Verbindung statt auf Realitätskorrektur. Diese Methode reduziert nachweislich Ängste und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen. Pflegende und Angehörige lernen, in die subjektive Erlebniswelt der Erkrankten einzutauchen.

Akzeptanz als Grundprinzip

Die US-amerikanische Sozialarbeiterin Naomi Feil entwickelte den Ansatz zwischen den 1960er und 1980er Jahren. Ihr Kernprinzip: Das Verhalten von Menschen mit Demenz hat immer einen Sinn. Oft spiegelt es ungelöste Lebenskonflikte oder unerfüllte Bedürfnisse wider.

Statt desorientierte Aussagen zu korrigieren, erkennen und spiegeln Validations-Anwender das dahinterliegende Gefühl. Diese bedingungslose Akzeptanz der Realität des Betroffenen stärkt das Selbstwertgefühl und die Würde. Studien zeigen, dass dieser Ansatz Stress und Angst reduziert – und damit oft den Bedarf an Beruhigungsmitteln senkt.

So funktioniert Validation im Alltag

Die praktische Anwendung kombiniert verbale und nonverbale Techniken. Entscheidend ist das „Spiegeln“ von Emotionen: Die Gefühlslage des Gegenübers wird mitfühlend benannt. Statt auf Fakten zu pochen, stellen Pflegende offene Fragen zur Gefühlswelt.

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Ein Beispiel: Ruft eine Person nach ihrer verstorbenen Mutter, lautet eine validierende Frage nicht „Ihre Mutter ist doch tot“. Stattdessen fragt man: „Vermissen Sie Ihre Mutter? Erzählen Sie mir von ihr.“ Auch Musik, sanfte Berührungen oder vertraute Sprichwörter bauen Brücken in die innere Welt des Erkrankten.

Die vier Phasen der Desorientierung

Feils Methode unterscheidet vier Stadien der Desorientierung bei Alzheimer. Für jede Phase empfiehlt sie spezifische Techniken:

  • Phase 1 – Mangelhafte Orientierung: Die Person ist oft unglücklich und klammert sich an die Realität.
  • Phase 2 – Zeitverwirrtheit: Der Rückzug in die Vergangenheit beginnt.
  • Phase 3 – Sich wiederholende Bewegungen: Nonverbale Handlungen ersetzen zunehmend die Sprache.
  • Phase 4 – Vegetieren: Der Rückzug ist fast vollständig.

Dieses Modell hilft Betreuenden, ihre Kommunikation anzupassen und die Würde der Person in jedem Stadium zu wahren.

Was sagt die Wissenschaft?

In der Pflegepraxis ist die Validation weit verbreitet und wird als sehr hilfreich empfunden. Die wissenschaftliche Evidenz für ihre Wirksamkeit ist jedoch noch nicht umfassend belegt. Kritiker merken an, dass Feils ursprüngliche Theorie hirnorganische Veränderungen zu wenig berücksichtigt.

Weiterentwicklungen wie die „Integrative Validation“ nach Nicole Richard binden diesen Aspekt stärker ein. Unbestritten ist der positive Effekt der empathischen Grundhaltung: Sie verbessert die Beziehungsqualität und kann herausforderndes Verhalten reduzieren.

Empathie wird zum neuen Standard

Angesichts des demografischen Wandels und steigender Fallzahlen gewinnen humane Betreuungsansätze an Bedeutung. Die Validation bietet einen Weg, die Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig Pflegende zu entlasten.

Die Zukunft könnte die Prinzipien der Validation fest in Ausbildungs- und Pflegestandards verankern. Flächendeckende Schulungen sollen einen Kulturwandel fördern – weg von der reinen Versorgung, hin zur würdevollen Begegnung.

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