UTT 520W Router: Fünf kritische Sicherheitslücken entdeckt
11.01.2026 - 18:30:12Tausende Unternehmens- und Heimnetzwerke sind durch schwerwiegende Schwachstellen in UTT 520W Routern akut gefährdet. Angreifer können die Geräte ohne Passwort übernehmen – ein Patch fehlt.
Fünf neue, kritische Sicherheitslücken in UTT 520W Routern bedrohen aktuell zehntausende Netzwerke. Die als CVE-2026-0836 bis CVE-2026-0840 gelisteten Schwachstellen ermöglichen es Angreifern, beliebigen Schadcode auszuführen oder die Geräte komplett lahmzulegen. Besonders brisant: Exploit-Codes sind bereits öffentlich verfügbar, während der Hersteller UTT (Shanghai UTT Technologies) bislang nicht reagiert hat. Cybersecurity-Experten raten zu sofortigen Schutzmaßnahmen.
Die Sicherheitsforscher veröffentlichten ihre Details am 11. Januar 2026. Betroffen ist die Firmware-Version 1.7.7-180627 des Routers. Der Kern des Problems liegt in einer unsicheren Programmierung der Web-Verwaltungsoberfläche.
Die Firmware nutzt die veraltete C-Funktion strcpy, um Texteingaben zu kopieren, ohne deren Länge zu prüfen. Ein Angreifer kann so einen überlangen Datenstring – etwa einen manipulierten WLAN-Namen (SSID) – einschleusen. Dieser überschreibt den dafür vorgesehenen Speicherbereich und korrumpiert angrenzenden Speicher. Das Ergebnis: Der Angreifer erlangt die vollständige Kontrolle über das Gerät mit den Rechten des Betriebssystems.
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So greifen Hacker die Router an
Die Schwachstellen betreffen spezifische Endpunkte im /goform/-Verzeichnis der Router-Weboberfläche. Die Angriffsvektoren sind vielfältig:
- CVE-2026-0836 & CVE-2026-0838: Diese Lücken in den Dateien
formConfigFastDirectionWundConfigWirelessBasewerden über dasssid-Argument ausgenutzt. - CVE-2026-0837: Hier ist das
GroupName-Argument in derformFireWall-Datei nicht ausreichend gesichert. - CVE-2026-0839 & CVE-2026-0840: Diese Schwachstellen in
APSecurityundformConfigNoticeConfigsind viawepkey1bzw.timestarterreichbar.
In jedem Fall reicht ein speziell präparierter HTTP-Request aus, um den Pufferüberlauf auszulösen. Die Angriffe können remote, also aus der Ferne, erfolgen – vorausgesetzt, die Verwaltungsoberfläche ist aus dem Internet erreichbar.
Hersteller schweigt – Gefahr durch Zero-Day-Lücken
Die Lage ist besonders kritisch, weil der Hersteller UTT trotz frühzeitiger Kontaktaufnahme durch die Forscher „in keiner Weise reagiert“ habe. Damit gelten die Lücken aktuell als Zero-Day-Schwachstellen: Sie sind öffentlich bekannt und ausnutzbar, existieren aber ohne offiziellen Patch.
Die Veröffentlichung von Exploit-Codes hat die Gefahr nochmals verschärft. Die Einstiegshürde für Kriminelle ist nun minimal. Experten befürchten, dass automatisierte Botnetze diese Codes integrieren, um nach verwundbaren Routern zu scannen. Kompromittierte Geräte könnten dann für DDoS-Angriffe missbraucht oder als Einfallstor in interne Firmennetzwerke genutzt werden.
Bereits am 4. Januar 2026 wurde eine weitere hochkritische Lücke (CVE-2025-15459) im selben Router-Modell bekannt. Die Häufung deutet auf systematische Mängel in den Secure-Coding-Praktiken bei der Firmware-Entwicklung hin.
Alarmsignal für die gesamte Netzwerk-Branche
Der Fall UTT 520W wirft ein Schlaglicht auf ein Dauerthema der Branche, besonders bei älteren oder kostengünstigen SOHO-Routern (Small Office/Home Office). „Pufferüberläufe in eingebetteten Systemen sind eine klassische Schwachstellenklasse, die in moderner Firmware ausgestorben sein sollte“, kommentiert ein Cybersecurity-Analyst. „Dass 2026 Standardfunktionen wie strcpy immer noch ohne Sicherheitsprüfungen genutzt werden, ist alarmierend.“
Die Schwachstellen haben einen CVSS-Score (Common Vulnerability Scoring System) im hohen Bereich (ca. 8,7 bis 9,0). Für Unternehmen, die diese Router in Filialen oder für Remote-Arbeitsplätze nutzen, birgt ein erfolgreicher Angriff massive Risiken: Datenklau, Netzwerkausspähung oder komplette Ausfälle.
Was Betreiber jetzt tun müssen
Da ein offizielles Update fehlt, bleiben nur defensive Maßnahmen. Security-Profis empfehlen dringend:
- Verwaltungsoberfläche isolieren: Der Zugang zur Router-Weboberfläche (Port 80/443) darf nicht aus dem Internet erreichbar sein. Der Zugriff sollte auf vertrauenswürdige interne IP-Adressen beschränkt werden.
- Netzwerkverkehr überwachen: Ungewöhnlichen ausgehenden Traffic oder wiederholte HTTP-Anfragen an die
/goform/-Verzeichnisse könnten auf einen Angriffsversuch hindeuten. - Router austauschen: Angesichts der Schwere der Lücken und der ausbleibenden Herstellerunterstützung sollte ein Austausch der Geräte erwogen werden. Unternehmen sollten auf Hardware setzen, die regelmäßige Sicherheitsupdates erhält.
Die Cybersecurity-Community rechnet mit einer Zunahme von Scan-Aktivitäten auf die betroffenen Ports und Endpunkte. Solange UTT kein Notfall-Update bereitstellt, bleiben die Router ein leichtes Ziel. Der Vorfall könnte den regulatorischen Druck auf Hardware-Hersteller erhöhen, „Secure-by-Design“-Prinzipien für kritische Netzwerkkomponenten verbindlich umzusetzen.
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