USA erheben 25-Prozent-Zoll auf KI-Chips für China
15.01.2026 - 09:42:12Washington führt eine neue Handelsschranke ein: Ab sofort müssen Hochleistungs-KI-Chips für China einen teuren Umweg über die USA nehmen. Das Ende des kompletten Exportstopps ist ein strategischer Kompromiss – und ein logistischer Albtraum für Hersteller wie Nvidia.
Die USA haben ihre Chip-Exportpolitik gegenüber China grundlegend neu ausgerichtet. Statt eines pauschalen Verbots für die leistungsstärksten KI-Prozessoren gilt nun ein streng reguliertes „Mautstraßen“-Modell. Kern der am Donnerstag, 15. Januar 2026, in Kraft getretenen Regelung ist ein Sonderzoll von 25 Prozent auf bestimmte Hochleistungschips wie Nvidias H200. Der Preis für den Zugang zum chinesischen Markt ist damit hoch – und voller bürokratischer Hürden.
Die neuen Vorschriften zielen explizit auf Nvidias H200 und AMDs MI325X ab. Der Clou: Die Chips, die größtenteils bei TSMC in Taiwan gefertigt werden, müssen physisch durch die USA reisen, um für den Verkauf nach China zugelassen zu werden. In amerikanischen Prüflaboren werden sie auf ihre Spezifikationen und versteckte Funktionen untersucht. Erst bei dieser Zwischenstation fällt der 25-Prozent-Aufschlag an.
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Ausnahmen gelten für den heimischen Markt. Chips, die in US-Rechenzentren oder von amerikanischen Start-ups genutzt werden, sind von der Abgabe befreit. Der Zoll trifft nur Einheiten, die für den Weiterexport bestimmt sind. Das schafft ein Zwei-Klassen-Preissystem: Chinesische Tech-Giganten zahlen deutlich mehr für die gleiche Hardware als ihre US-Konkurrenten.
Von der pauschalen Ablehnung zur Einzelfallprüfung
Die Politik markiert eine deutliche Wende. Bis 2025 herrschte für Exportlizenzen hochmoderner KI-Chips noch eine „Vermutung der Ablehnung“ – ein De-facto-Verbot. Jetzt sind Lieferungen unter strengen Auflagen im Einzelfall möglich. Die Lockerung hat jedoch enge Grenzen: Die Exportmenge des H200 nach China darf 50 Prozent des Inlandsabsatzes in den USA nicht überschreiten.
Hinter der Kurskorrektur steckt eine harte Abwägung. Ein kompletter Abschied vom chinesischen Markt, der einen Großteil der globalen Halbleiternachfrage stellt, würde auch amerikanischen Firmen die Forschungsgelder kürzen. Der Zoll ist der Kompromiss: Er lässt Einnahmequellen fließen, schöpft aber einen Teil ab, um heimische Chip-Produktion zu fördern.
Logistischer Aufwand und politisches Risiko
Die Börse reagierte zunächst erleichtert. Nvidia-Aktien legten zu, da ein kompletter Marktausschluss abgewendet scheint. Doch die neue Realität ist komplex. Der Umweg über die USA verlängert Lieferzeiten und treibt die Kosten zusätzlich zum Zoll in die Höhe. Experten warnen vor Engpässen in den Prüflaboren.
Die geopolitische Reaktion bleibt ungewiss. China-Kritiker im US-Kongress halten jede Lieferung hochleistungsfähiger Chips für einen strategischen Fehler. Aus Peking gibt es widersprüchliche Signale. Berichte deuten an, dass chinesische Zollbehörden die „verzollten“ Lieferungen möglicherweise blockieren könnten. Washingtons grünes Licht wäre dann eine Sackgasse.
Ein Modell mit Expansionspotenzial
Die Branche betritt eine Testphase. Ob chinesische Unternehmen den Aufschlag und die US-Inspektion akzeptieren, ist ungewiss. Das Weiße Haus hat bereits angedeutet, den Rahmen bei Bedarf auszuweiten. Der „Silikonvorhang“ ist nicht gefallen, aber er hat jetzt eine Mautstation bekommen. Der Verkehr fließt – aber ausschließlich zu Washingtons Bedingungen.
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