US-Tarife: EU-Reexporte trifft nun die volle 145-Prozent-Hürde
04.01.2026 - 19:53:12US-Zollbehörden wenden seit diesem Wochenende Strafzölle von 145 Prozent auf europäische Reexporte mit chinesischem Ursprung an. Diese Maßnahme gegen angebliche Umgehungsgeschäfte belastet die transatlantischen Handelsbeziehungen neu und stellt europäische Logistikzentren vor existenzielle Probleme.
Washington/Brüssel. Was lange drohte, ist nun Realität: Die USA schließen ein Schlupfloch im Handelskonflikt mit China – auf Kosten europäischer Unternehmen. Seit Samstag verlangt der US-Zoll den vollen Strafzollsatz von 145 Prozent für Waren aus der EU, die wesentliche chinesische Komponenten enthalten. Diese drastische Maßnahme trifft europäische Reexport-Hubs wie Rotterdam oder Hamburg ins Mark und zwingt Unternehmen zu einer sofortigen und kostspieligen Neuausrichtung ihrer Lieferketten.
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Die „145-Prozent-Falle“: Schlupfloch geschlossen
Die hohe Zollrate setzt sich aus dem im April 2025 eingeführten „reziproken Zoll“ von 125 Prozent und einem weiteren 20-Prozent-Aufschlag zusammen. Für den direkten Handel zwischen den USA und China galt seit November 2025 zwar ein Waffenstillstand mit reduzierten Sätzen von etwa 30 Prozent. Doch diese Entspannung gilt ausdrücklich nicht für Waren, die über Drittländer wie die EU in die USA gelangen.
„Die Botschaft der US-Regierung ist klar: Man kann die Herkunft einer Ware nicht abwaschen, indem man sie durch einen europäischen Hafen schickt“, kommentiert ein Handelsexperte der Denkfabrik Modern Diplomacy. Für europäische Unternehmen, die als Umschlagplätze fungieren, bedeute dies die Rückkehr zum Albtraum des Frühjahrs 2025 – nun verschärft durch komplexe Nachweispflichten zur Warenherkunft.
EU-Logistik unter Beschuss
Die Auswirkungen sind unmittelbar spürbar. Große Logistikdienstleister melden bereits eine Welle festgehaltener Sendungen an US-Einreisehäfen. Besonders betroffen sind die Automobilzulieferindustrie, Komponenten für erneuerbare Energien und industrielle Vorprodukte – alles Sektoren, in denen europäische Hersteller häufig chinesische Teile verbauen.
Die Beweislast liegt nun aggressiv beim Importeur. US-Behörden verlangen lückenlose Lieferkettennachweise, um den chinesischen Ursprung von Waren auszuschließen. Können diese nicht erbracht werden, wird automatisch der volle Strafzollsatz fällig. Für viele Geschäfte macht das den Handel unrentabel.
„Einhaltung ist 2026 die absolute Überlebensgrundlage“, heißt es in einem aktuellen Compliance-Bericht. Die administrativen Kosten in dieser neuen „Compliance-first“-Umgebung seien fast so schädlich wie die Zölle selbst. EU-Firmen müssten massiv in digitale Nachverfolgungssysteme investieren, um Warenströme für den US-Markt strikt von chinesischen Komponenten zu trennen.
Wirtschaftliche Folgen und diplomatisches Dilemma
Die Maßnahme gefährdet die fragile globale Konjunkturerholung. Experten warnen vor schweren Marktverzerrungen, weil direkter Handel mit 30 Prozent, indirekter Handel aber mit 145 Prozent besteuert wird.
Für die EU stellt sich ein diplomatisches Dilemma. Brüssel hatte seine eigenen Vergeltungsmaßnahmen im April 2025 aus Goodwill ausgesetzt. Die neue Aggression gegen EU-Reexporte könnte nun ein Umdenken erzwingen.
Die wichtigsten Konsequenzen:
* Gespaltene Lieferketten: EU-Unternehmen müssen möglicherweise duale Strukturen aufbauen – eine mit nicht-chinesischen Teilen für die USA und eine mit günstigeren chinesischen Komponenten für den Rest der Welt.
* Hafen-Staus: Verstärkte Kontrollen und Dokumentenprüfungen werden den Durchsatz an wichtigen US-Ostküstenhäfen verlangsamen.
* Inflationsdruck: Die Kosten der Zölle oder der teuren Compliance-Maßnahmen werden an US-Verbraucher und -Unternehmen weitergegeben. Das könnte jüngste Erfolge im Inflationskampf zunichtemachen.
Ausblick: Ein angespannter Start ins Jahr 2026
Die Handelslandschaft für 2026 erscheint zunehmend volatil. Der Waffenstillstand bei den direkten US-China-Zöllen läuft zwar erst im November 2026 aus. Dass der Handelskonflikt nun aber Reexport-Hubs einbezieht, deutet auf eine Vertiefung der Spannungen hin.
Rechtliche Schritte sind bereits eingeleitet. Der US-Handelsgerichtshof prüft Klagen gegen die exekutive Autorität, mit der die ursprünglichen „reziproken“ Zölle verhängt wurden. Ein Grundsatzurteil des Supreme Courts wird noch in diesem Jahr erwartet. Bis dahin gilt die aktuelle Zollpraxis.
Für europäische Exporteure ist die Priorität klar: Jedes Glied der Lieferkette muss sofort überprüft werden. Ein Handelsanwalt brachte es auf den Punkt: „2026 ist Unwissenheit über die Herkunft bei Zulieferern kein Risiko mehr – es ist eine garantierte Strafe von 145 Prozent.“
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