US-Politiker drängen auf schärfere Social-Media-Regeln für Kinder
17.01.2026 - 04:32:12In Washington formiert sich ein dringender parteiübergreifender Vorstoß, um Kinder besser vor den Gefahren sozialer Medien zu schützen. Die Initiative spiegelt eine wachsende Überzeugung wider, dass die Selbstregulierung der Tech-Giganten gescheitert ist. Der Vorstoß hat auch Signalwirkung für die Debatte in Deutschland und der EU.
Neuer Anlauf für ein bundesweites Jugendschutzgesetz
Kern des Vorhabens ist der erneute Vorstoß für den „Kids Off Social Media Act“. Die Gesetzesinitiative der US-Senatoren Ted Cruz und Brian Schatz sieht konkrete Hürden vor: Ein Mindestalter von 13 Jahren für die Kontoerstellung und – entscheidend – ein Verbot algorithmischer Empfehlungssysteme für Nutzer unter 17. Damit zielen die Politiker direkt auf die als süchtig machend kritisierten „Feeds“, die junge Nutzer in einen Dauerkonsum ziehen können.
Parallel dazu preschen die Bundesstaaten vor. In Indiana soll ein Gesetz Kinder unter 14 komplett von Social-Media-Plattformen ausschließen. Für 14- bis 17-Jährige wäre dann die Zustimmung der Eltern nötig. Geplant sind auch eine Altersverifikation und eine digitale „Ausgangssperre“ für Teenager-Accounts zwischen 22:30 und 6:00 Uhr. Mindestens 40 Bundesstaaten erwägen ähnlich strenge Regeln – ein klares Zeichen für den Handlungsdruck.
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Angst vor psychischen Schäden und digitaler Ausbeutung
Der politische Druck speist sich aus alarmierenden Studien. Forschungsergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen exzessiver Social-Media-Nutzung und einem erhöhten Risiko für Angststörungen und Depressionen bei Jugendlichen. Teenager, die täglich mehr als drei Stunden auf diesen Plattformen verbringen, haben demnach ein doppelt so hohes Risiko für psychische Probleme.
Doch die Sorge geht über die mentale Gesundheit hinaus. Ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses veranstaltet am 22. Januar 2026 ein Hearing zu „Verbrechen an Kindern im digitalen Zeitalter“. Im Fokus steht die Frage, wie Straftäter Technologie zur Ausbeutung Minderjähriger nutzen und wie Strafverfolgungsbehörden gegensteuern können. Ein neuer, beunruhigender Faktor kommt hinzu: Künstliche Intelligenz. Experten warnten im Kongress bereits, dass KI-Chatbots und „digitale Begleiter“ die emotionale Entwicklung von Kindern sogar stärker gefährden könnten als soziale Medien.
Internationaler Trend: Vom Vertrauensverlust zum Gesetz
Die USA sind mit ihrem Regulierungsdrang nicht allein. Es handelt sich um eine globale Bewegung. Pakistan richtet einen Sonderausschuss ein, um den unkontrollierten Social-Media-Konsum von Kindern als nationale Priorität zu behandeln. Australien hat Plattformen angewiesen, Accounts für unter 16-Jährige zu verhindern.
In Europa setzt der Digital Services Act (DSA) der EU große Plattformen bereits in die Pflicht, Risiken für Minderjährige zu bewerten und zu mindern. Nationale Gesetze mit Altersbeschränkungen werden in mehreren Mitgliedsstaaten diskutiert. Der internationale Tenor ist eindeutig: Das Vertrauen in die Bereitschaft der Tech-Branche, Kinderschutz über Nutzungszahlen und Profit zu stellen, ist aufgebraucht.
Komplexer Weg durch rechtliche Grauzonen
Trotz des breiten politischen Konsenses ist der Weg zu wirksamen Gesetzen steinig. Lobbyverbände der Tech-Industrie wehren sich vor Gerichten, oft mit Verweis auf das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Wo endet Schutz, wo beginnt Zensur? Ein Gesetz in Colorado, das häufige Pop-up-Warnungen für junge Nutzer vorschrieb, wurde bereits von einem Gericht gestoppt.
Die zentrale Herausforderung für die Gesetzgeber in Washington wird es sein, Regelungen zu formulieren, die Kinder wirksam schützen und gleichzeitig vor Gericht Bestand haben. Die Debatte um den „Kids Off Social Media Act“ und den „Kids Online Safety Act (KOSA)“ wird sich 2026 daher weiter zuspitzen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob verbindliche neue Regeln die digitale Welt der nächsten Generation prägen – oder ob der Status quo der industriellen Selbstkontrolle doch siegt.
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