US-Handelsdefizit, Mrd

US-Handelsdefizit stürzt auf 16-Jahres-Tief

11.01.2026 - 13:14:12

Das US-Handelsdefizit sank im Oktober 2025 überraschend auf 29,4 Mrd. Euro, angetrieben durch einen Einbruch bei Pharmaimporten und einen Gold-Exportboom. Experten sehen erste Effekte der Trump-Zölle.

Die USA verzeichnen das kleinste Handelsdefizit seit der Finanzkrise 2009. Einbruch bei Pharmaimporten und ein Gold-Exportboom trieben die Überraschung.

Das Defizit in der Handelsbilanz sackte im Oktober 2025 auf 29,4 Milliarden Euro ab – ein Rückgang um fast 39 Prozent gegenüber dem Vormonat. Diese dramatische Verengung, von US-Behörden am Donnerstag veröffentlicht, übertrifft alle Prognosen. Analysten hatten mit etwa 58 Milliarden Euro gerechnet.

Historischer Einbruch mit Fragezeichen

Hinter der scheinbar positiven Nachricht stecken vorübergehende Sondereffekte. Der Importrückgang von 3,2 Prozent auf 331,4 Milliarden Euro geht maßgeblich auf das Pharmageschäft zurück.

Großkonzerne hatten ihre Lieferungen offenbar vorgezogen, um neuen US-Zöllen zu entgehen. Die Folge: Die Einfuhren von Pharmaprodukten brachen im Oktober um satte 14,3 Milliarden Euro ein. „Hier entleerte sich ein aufgestautes Lager“, kommentiert ein Marktbeobachter.

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Gleichzeitig schossen die Exporte von Nicht-Münzgold um 6,8 Milliarden Euro in die Höhe. In unsicheren Zeiten suchten Anleger und Notenbanken vermehrt den sicheren Hafen des Edelmetalls.

Konjunktur-Boost für die USA – aber nachhaltig?

Statistisch wirkt sich das schrumpfende Defizit wie ein Konjunkturprogramm aus. Die US-Wirtschaftsleistung (BIP) für das vierte Quartal 2025 dürfte deutlich stärker wachsen als erwartet. Die Echtzeit-Schätzung der Fed in Atlanta wurde bereits nach oben korrigiert.

Doch die Freude könnte trügerisch sein. „Fällt der Importrückgang mit einer nachlassenden Binnennachfrage zusammen, wäre das ein Alarmsignal“, warnt eine Ökonomin. Der private Konsum treibt zwei Drittel der US-Wirtschaft.

Trumps Zölle zeigen erste Wirkung

Die Daten liefern den ersten belastbaren Beleg für die Wirkung der sogenannten Trump-Zölle. Die Strafabgaben von 10 bis über 100 Prozent auf viele Produktgruppen scheinen einen „Peitscheneffekt“ auszulösen: Erst stürmten Importeure die Häfen, um die Zölle zu umgehen – nun folgt die Delle.

Die Veröffentlichung der Zahlen hatte sich wegen des wochenlangen Regierungs-Shutdowns um über einen Monat verzögert. Für November werden neue Daten noch in diesem Monat erwartet.

Steht die Weltmacht USA am Beginn einer neuen, isolationistischeren Handelspolitik? Die nächsten Monate werden zeigen, ob der Oktober ein Ausreißer war – oder der Start in eine Ära dauerhaft geringerer Defizite, erkauft mit höheren Verbraucherpreisen.

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