US-Ernährungsrichtlinien, Fleisch-Empfehlung

US-Ernährungsrichtlinien erhöhen Fleisch-Empfehlung deutlich

01.02.2026 - 05:41:12

Die neuen US-Ernährungsrichtlinien fordern fast doppelt so viel Protein wie deutsche Empfehlungen und rücken Fleisch in den Vordergrund. Die DGE stellt die wissenschaftliche Basis infrage.

Die USA haben ihre offiziellen Ernährungsrichtlinien veröffentlicht und damit international für Aufsehen gesorgt. Die neuen Vorgaben erhöhen die empfohlene Proteinzufuhr drastisch und stellen rotes Fleisch sowie Vollmilchprodukte prominent dar. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) reagiert mit scharfer Kritik.

Die „Dietary Guidelines for Americans 2025-2030“ empfehlen nun 1,2 bis 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich. Das ist fast doppelt so viel wie der von der DGE empfohlene Wert von 0,8 Gramm. Begleitet wird die Änderung von einer neuen Grafik, einer umgedrehten Pyramide. Darin sind Steak und Butter deutlich sichtbar platziert.

Offiziell begründen die US-Behörden den Schritt mit dem Kampf gegen chronische Krankheiten durch „echte“, nährstoffdichte Lebensmittel. Doch die Reaktionen sind heftig.

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DGE attackiert wissenschaftliche Basis

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung stellt die Grundlagen der neuen US-Empfehlungen fundamental infrage. „Die aktuelle Studienlage bietet keine ausreichenden Belege für einen gesundheitlichen Nutzen einer dauerhaft so hohen Proteinzufuhr bei gesunden Erwachsenen“, lautet das klare Urteil.

Zudem bemängeln die Experten mangelnde Transparenz. Der Weg von der wissenschaftlichen Erkenntnis zur finalen Empfehlung sei nicht nachvollziehbar. Auch in den USA selbst gibt es Kritik an der Methodik. Die Glaubwürdigkeit der Richtlinien stehe auf dem Spiel.

Widersprüchliche Botschaften und kein Platz für Nachhaltigkeit

Die neuen Richtlinien senden gemischte Signale. Einerseits betonen sie weiterhin Vollkorn, Obst und Gemüse. Andererseits rückt die neue Pyramide gerade rotes Fleisch und gesättigte Fette in den Vordergrund. Das steht im klaren Widerspruch zur beibehaltenen Obergrenze für diese Fette von 10 Prozent der Tageskalorien.

Der größte Unterschied zeigt sich beim Thema Umwelt: Während die DGE ihre Empfehlungen explizit gesundheitsfördernd und umweltschonend ausrichtet, spielt Nachhaltigkeit in den US-Guidelines keine erkennbare Rolle.
* DGE-Empfehlung: Maximal 300 Gramm Fleisch und Wurst pro Woche.
* US-Trend: Förderung des Konsums tierischer Produkte.

Diese Gegenpole markieren eine wachsende Kluft in der globalen Ernährungsphilosophie.

Sieg der Lobby oder verpasste Chance?

Die Richtlinien der USA haben weltweite Strahlkraft. Sie beeinflussen Schulessen, Hilfsprogramme und politische Entscheidungen. Kritiker sehen deshalb vor allem wirtschaftliche Interessen am Werk. Die Rückkehr zu einer fleischbetonten Pyramide werten sie als Erfolg der mächtigen US-Fleisch- und Milchlobby.

Gesundheitsorganisationen wie die American Heart Association sind besorgt. Sie befürchten, dass die neuen Grafiken Verbraucher dazu verleiten, die Grenzwerte für gesättigte Fette zu überschreiten – ein Risiko für das Herz. Ihre Empfehlung bleibt klar: fettarme Milchprodukte und pflanzliche Proteine priorisieren.

Die Debatte entlarvt den Konflikt zwischen wissenschaftlicher Evidenz und politischer Entscheidung. Sie zeigt vor allem eines: Einen globalen Konsens darüber, wie wir uns in Zukunft ernähren sollten, gibt es nicht mehr.

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