US droht Europa mit Strafzöllen im Streit um Grönland
21.01.2026 - 08:02:12Die USA wollen Strafzölle gegen acht europäische Länder verhängen – als Druckmittel im Streit um Grönland. Die EU bereitet Vergeltung vor. Ein Handelskrieg droht.
Brüssel/Washington D.C. – Der transatlantische Handelskonflikt eskaliert: Die USA drohen Deutschland, Frankreich und sechs weiteren europäischen Staaten mit massiven Strafzöllen. Auslöser ist der Streit um die Arktisinsel Grönland. Die EU wehrt sich geschlossen und bereitet scharfe Gegenmaßnahmen vor. Ein kostspieliger Wirtschaftskrieg rückt näher.
Eskalation mit Ansage: Zehn, dann 25 Prozent
Ab dem 1. Februar 2026 sollen alle Importe aus den betroffenen Ländern mit einem Aufschlag von zehn Prozent belegt werden. Dazu zählen neben Deutschland und Frankreich auch Dänemark, die Niederlande, Schweden, Finnland, Norwegen und Großbritannien. Sollte bis zum 1. Juni keine Einigung über einen US-Erwerb Grönlands erzielt werden, steigen die Zölle sogar auf 25 Prozent.
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Die US-Regierung begründet diesen drastischen Schritt mit der Weigerung Dänemarks und seiner Partner, über einen Verkauf der strategisch wichtigen Insel zu verhandeln. Für Brüssel ist dies blanke Erpressung. Die gezielte Bestrafung einzelner Mitgliedstaaten wird zudem als Versuch gewertet, die Einheit der EU zu spalten. Ein gefährliches Spiel, denn die Handelspolitik ist europäische Gemeinschaftskompetenz.
EU schlägt zurück: Abkommen gestoppt, Gegenzölle vorbereitet
Die Reaktion aus Europa ließ nicht lange auf sich warten. Als erste konkrete Maßnahme stoppte das Europaparlament die für diese Woche geplante Ratifizierung eines bereits ausgehandelten Handelsabkommens mit den USA. Dieses hätte EU-Zölle auf US-Industriegüter abgeschafft.
Parallel bereitet die EU-Kommission aktiv Vergeltungszölle vor. Eine bereits vorliegende Liste sieht Strafen auf US-Waren im Wert von bis zu 93 Milliarden Euro vor. Getroffen würden Flugzeuge, Motorräder, Rindfleisch und Whiskey. Zudem könnte ein neues Anti-Nötigungs-Instrument zum Einsatz kommen, das US-Firmen von öffentlichen Aufträgen in Europa ausschließen kann. Für Donnerstag wurde ein EU-Sondergipfel einberufen.
Deutsche Industrie schlägt Alarm
Die Drohungen treffen den Kern der exportorientierten deutschen Wirtschaft. Besonders die Automobil-, Maschinenbau- und Stahlindustrie fürchten massive Belastungen. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl warnt: Der Zollsatz für Stahlexporte in die USA könnte auf bis zu 75 Prozent steigen.
Doch ein Handelskrieg wäre ein Bumerang. Auch die US-Wirtschaft würde unter europäischen Gegenzöllen leiden. Preise für Verbraucher könnten steigen, globale Lieferketten würden weiter gestört. Die ohnehin angespannte Weltwirtschaft bekäme einen weiteren Dämpfer. Die Börsen reagierten bereits nervös: An den europäischen Märkten brachen vor allem die Kurse von Autoherstellern und Luxusgüterkonzernen ein.
Hintergrund: Ein alter Konflikt mit neuer Schärfe
Die aktuellen Drohungen sind der vorläufige Höhepunkt eines seit Jahren schwelenden Streits. Die Verknüpfung von Handelszöllen mit territorialen Forderungen ist jedoch eine neue, beispiellose Qualität. Während Bundeskanzler Friedrich Merz zur Besonnenheit mahnt, fordert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine harte Antwort zur Verteidigung der europäischen Souveränität.
Die deutsche Industrie plädiert für Geschlossenheit. Ein Nachgeben würde nur zu weiteren Erpressungsversuchen ermutigen, so die einhellige Meinung.
Was kommt jetzt? Der Gipfel entscheidet
Die Weichen werden am Donnerstag gestellt. Beim EU-Sondergipfel müssen die 27 Staats- und Regierungschefs eine gemeinsame Linie finden. Parallel laufen hinter den Kulissen diplomatische Gespräche, auch am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos.
Sollten die USA ihre Drohung wahr machen und am 1. Februar Zölle erheben, ist eine sofortige und harte EU-Reaktion wahrscheinlich. Die vorbereiteten Gegenzölle könnten dann automatisch in Kraft treten. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betont zwar die Dialogbereitschaft, macht aber klar: Die EU wird ihre wirtschaftlichen Interessen mit allen Mitteln verteidigen. Die Gefahr eines großen Handelskrieges ist so real wie lange nicht.
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