US-Behörden, Tech-Konzerne

US-Behörden und Tech-Konzerne starten Offensive gegen KI-Betrugsanrufe

25.01.2026 - 07:10:12

US-Behörden bekämpfen die Infrastruktur für KI-generierte Robocalls, während Plattformen wie YouTube neue Abwehr-Tools entwickeln. Verbraucher sind mit Milliardenverlusten konfrontiert.

Die US-Regulierer verschärfen ihren Kampf gegen die Infrastruktur für illegale Robocalls, während Tech-Konzerne neue KI-Abwehrsysteme entwickeln. Hintergrund ist eine alarmierende Welle raffinierter, KI-generierter Fake-Anrufe, die Verbraucher in immer größerem Umfang treffen. Eine neue Studie der US-Handelsaufsicht FTC zeigt das Ausmaß: Trotz 258 Millionen eingetragener Nummern in der „Do Not Call“-Liste gingen im letzten Haushaltsjahr über 2,6 Millionen Beschwerden ein. Kriminelle nutzen zunehmend täuschend echte KI-Stimmenklone für Betrug.

Regulierer greifen Infrastruktur an

Die FTC hat ihre Strategie verschärft. In ihrem aktuellen Bericht an den Kongress vom 23. Januar 2026 kündigte die Behörde an, nicht nur Einzeltäter zu verfolgen, sondern gezielt die technische Basis der Betrugskampagnen anzugreifen. Das Ziel: Die VoIP-Anbieter und Wählplattformen treffen, die illegalen Robocalls erst ermöglichen. Diese Infrastruktur-Fokussierung soll Betrugsoperationen an der Quelle unterbinden.

Die rechtliche Grundlage bleibt der Telephone Consumer Protection Act (TCPA). Rechtsexperten bestätigten diese Woche, dass Anrufe mit KI-generierten Stimmen unter das bestehende Verbot von „künstlichen oder voraufgezeichneten“ Stimmen fallen. Sie sind damit ohne ausdrückliche Einwilligung des Empfängers illegal. Die überwältigende Mehrheit der 2,6 Millionen Beschwerden betraf automatisierte Anrufe, nicht lebende Telefonisten.

Tech-Branche setzt KI gegen KI ein

YouTube kündigte diese Woche experimentelle Tools zur Gesichtserkennung an. Ähnlich wie das Content-ID-System für Urheberrechte sollen Creator damit Videos identifizieren können, in denen ihr Gesicht per KI manipuli oder synthetisch erzeugt wurde. Eine konkrete Maßnahme einer großen Plattform gegen Deepfake-Missbrauch.

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Diese Initiative ergänzt laufende Bemühungen der Telekommunikationsbranche. Große Anbieter bieten inzwischen breitflächig Rufblocking- und Filterdienste an, gestützt auf tägliche Listen verdächtiger Nummern von der FTC. Parallel setzt die Industrie weiterhin das STIR/SHAKEN-Protokoll um, das die Authentifizierung der Anruferkennung sicherstellen und „Spoofing“ – das Vortäuschen falscher Nummern – bekämpfen soll.

Die neue Bedrohung: Drei Sekunden Audio genügen

Die Dringlichkeit der Gegenmaßnahmen wird durch die rasante Entwicklung der Betrugsmethoden getrieben. KI-Tools können heute mit nur drei Sekunden Audio einen überzeugenden Stimmenklon erzeugen. Die Quelle ist oft öffentliches Material aus Social Media oder sogar Voicemail-Begrüßungen.

Ein neuer Bericht von Transaction Network Services (TNS) unterstreicht: Imposter-Betrug, also das Vortäuschen falscher Identitäten, ist die zweitgrößte Betrugsform in den USA. Sie kostet Amerikaner fast drei Milliarden Euro jährlich – eine Summe, die mit der Verbreitung von KI weiter steigen dürfte. Aktuelle Trends zeigen, dass Kriminelle auf gezielten „Bürokratie-Betrug“ setzen: Sie geben sich mit geklonten Stimmen als vertraute Apotheker oder Regierungsbeamte aus, um die Skepsis der Opfer zu senken.

Einfache Verbraucher-Tipps als wirksamste Waffe

Angesichts der eskalierenden Bedrohung setzen Verbraucherschützer auf einfache, aber effektive Abwehrprotokolle. Die wichtigste Regel lautet: „Auflegen und zurückrufen“. Bei einem beunruhigenden Anruf sofort auflegen und die Person über eine bekannte, vertrauenswürdige Nummer zurückrufen.

Eine zunehmend empfohlene Strategie für Familien ist die Einführung eines geheimen „Sicherheitsworts“. Dieses einzigartige Wort oder dieser Satz, der niemals online geteilt wird, kann bei einem verdächtigen Anruf abgefragt werden. Ein Betrüger oder KI-Bot kann es nicht liefern – der Betrug fliegt sofort auf.

Experten raten dringend, Social-Media-Konten auf privat zu stellen, um den Zugriff auf Stimmen- und Videoproben zu erschweren. Offene Gespräche in der Familie über die Gefahr von Stimmenbetrug, besonders mit älteren Verwandten, und klare Verifizierungsregeln bleiben die wirksamste persönliche Verteidigung gegen diese zutiefst persönliche digitale Bedrohung.

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