US-Banken, Zelle-Zahlungen

US-Banken blockieren Zelle-Zahlungen bei Social-Media-Kontakten

17.01.2026 - 23:25:12

JPMorgan, Bank of America und Citibank führen drastische Sicherheitsmaßnahmen ein, um Betrugsmillionen bei Zelle-Überweisungen zu bekämpfen. Dies erfolgt unter massivem Druck von Aufsichtsbehörden.

JPMorgan, Bank of America und Citibank verschärfen den Kampf gegen Betrugsmillionen – und setzen auf drastische Maßnahmen. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf regulatorischen Druck und schockierende Zahlen: Fast die Hälfte aller gemeldeten Betrugsfälle bei Zelle-Überweisungen soll 2024 über soziale Medien abgewickelt worden sein.

Die neuen Sicherheitsvorkehrungen zielen auf eine kritische Schwachstelle ab. Betrüger nutzen die Geschwindigkeit und Unwiderruflichkeit von Zelle-Transfers schamlos aus. JPMorgan Chase blockiert nun Zahlungen an Empfänger, mit denen der Kunde ausschließlich über soziale Medien in Kontakt stand. Bank of America und Citibank setzen derweil auf eine Flut expliziter Warnhinweise und Pop-up-Meldungen. Diese zwingen Nutzer dazu, ihr Wissen über gängige Betrugsmethoden zu bestätigen, bevor eine Transaktion freigegeben wird.

Social Media: Das neue Epizentrum des Betrugs

Die Banken konzentrieren sich nicht ohne Grund auf Plattformen wie Facebook Marketplace. Daten von JPMorgan aus dem zweiten Halbjahr 2024 zeigen ein alarmierendes Bild: Rund 50 Prozent aller gemeldeten Zelle- und Überweisungsbetrügereien nahmen dort ihren Anfang. Kriminelle platzieren gefälschte Anzeigen für Ware, Fahrzeuge oder Mietobjekte und fordern die schnelle Zahlung via Zelle.

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Viele Android-Nutzer übersehen diese 5 Sicherheitsmaßnahmen – und werden so zu einfachen Zielen für Betrüger. Angesichts der steigenden Zahl von Überweisungsbetrügereien über Social-Media-Plattformen (JPMorgan: rund 50 % der Zelle-Fälle) ist Vorsicht geboten. Das kostenlose Sicherheitspaket erklärt Schritt für Schritt, wie Sie WhatsApp, Banking- und Zahlungs-Apps absichern, Berechtigungen richtig setzen, verdächtige Links erkennen und automatische Updates nutzen. Inklusive praktischer Checkliste zum sofortigen Anwenden. Gratis Android-Sicherheitspaket jetzt anfordern

Das System funktioniert dabei wie Bargeld: Ist das Geld einmal weg, gibt es kaum eine Möglichkeit, es zurückzuholen. Betrüger erzeugen gezielt Zeitdruck oder locken mit unglaublich günstigen Angeboten. Gängige Maschen sind die Vortäuschung einer Notlage bei Familie oder Freunden oder elaborierte Käufer-Szenarien auf Verkaufsplattformen.

Reaktion auf massiven Druck von Aufsichtsbehörden

Die verschärften Maßnahmen stehen im Kontext anhaltenden Drucks von Verbraucherschützern und Gesetzgebern. Ende 2024 reichte die US-Verbraucherschutzbehörde CFPB eine Klage gegen den Zelle-Betreiber Early Warning Services (EWS) und mehrere Großbanken ein. Der Vorwurf: unzureichender Schutz, der zu Kundenschäden von über 870 Millionen US-Dollar seit Start der Plattform geführt habe.

Zwar wurde diese Bundesklage Anfang 2025 fallengelassen, doch der Druck blieb. Die Generalstaatsanwaltschaft von New York zog im August 2025 mit einer eigenen Klage nach. Sie warf EWS vor, Zelle ohne ausreichenden Betrugsschutz auf den Markt gebracht und es so zur leichten Beute für Kriminelle gemacht zu haben. Dieser anhaltende rechtliche Beschuss zwingt die Banken nun zu proaktiveren Schritten jenseits reiner Warnungen.

Der Zielkonflikt: Sicherheit versus Komfort

Für Verbraucher bedeutet dies einen spürbaren Komfortverlust. Zelle, das 2024 Transaktionen im Wert von über einer Billion US-Dollar abwickelte, war für den nahtlosen Geldtransfer unter Vertrauten konzipiert. Seine populäre Nutzung für Geschäfte mit Fremden – besonders in sozialen Medien – offenbarte jedoch das inhärente Risiko.

Die neuen Warnungen von Citi und Bank of America schalten einen notwendigen “Reibungspunkt” ein. Chases Entscheidung, bestimmte Zahlungen komplett zu blockieren, geht noch weiter. Sie signalisiert, dass passive Hinweise zum Schutz der Kunden möglicherweise nicht ausreichen. Die Branche steht vor der Daueraufgabe, die schützende Hand mit der innovationsgetriebenen Benutzerfreundlichkeit in Einklang zu bringen.

Ausblick: Der Kampf erfordert branchenübergreifende Zusammenarbeit

Die jüngsten Aktionen markieren eine neue Phase im Kampf gegen Betrug. Während Chase eine Vorreiterrolle einnimmt, wird der Trend zu strengeren Warnungen wohl branchenweit Schule machen. Langfristig könnte jedoch eine kooperativere Strategie nötig sein.

Early Warning Services betonte bereits 2025, die Bekämpfung von Betrug sei nicht allein Aufgabe der Finanzinstitute. Das Unternehmen forderte eine engere Zusammenarbeit mit Social-Media- und Telekommunikationsfirmen, die eine Schlüsselrolle beim Ermöglichen – aber auch beim Unterbinden – von Betrug spielen. Die Zukunft der Zahlungssicherheit wird wohl davon abhängen, Betrüger schon an der Quelle zu stoppen, anstatt die gesamte Präventionslast auf Banken und ihre Kunden abzuwälzen.

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