Unternehmen starten 2026 mit radikaler Prozess-Konsolidierung
01.01.2026 - 14:02:12Regulatorische Änderungen zu Mindestlohn, CSRD und Aktivrente zwingen Firmen zur Vereinheitlichung ihrer Daten und Systeme. Die Strategie für 2026 lautet 'Smart Consolidation'.
Heute treten neue Regeln für Mindestlohn, CSRD und Aktivrente in Kraft. Für Unternehmen markiert das mehr als Bürokratie – es ist der Startschuss für eine tiefgreifende Straffung ihrer Geschäftsprozesse. Wer jetzt nicht vereinheitlicht, verliert den Anschluss.
Regulatorischer Druck zwingt zum Handeln
Die Gesetzesänderungen zum Jahreswechsel zwingen Firmen, ihre oft fragmentierten Datenlandschaften zu bereinigen. Die reine “Flickwerk”-Taktik, bei der für jede neue Vorschrift ein separates Tool angeschafft wird, ist nicht mehr tragfähig. Die aktuellen Regeln wirken wie ein Katalysator für integrierte Systeme.
Finanz- und Nachhaltigkeitsdaten verschmelzen
Ein zentraler Treiber ist die erweiterte Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Seit heute müssen auch kapitalmarktorientierte kleine und mittlere Unternehmen über Nachhaltigkeit berichten. Das macht eine integrierte Datenstrategie unumgänglich.
Finanz- und ESG-Daten können nicht länger in getrennten Silos existieren. Unternehmen, die ihre ERP-Systeme nun so anpassen, dass Nachhaltigkeitskennzahlen automatisch mit Finanzströmen verknüpft werden, berichten von großen Effizienzgewinnen. Die Trennung zwischen Finanz- und Nachhaltigkeitsbericht löst sich operativ auf.
Passend zum Thema Personalabteilungen: Die neuen Regeln zu Mindestlohn, Minijobs und Aktivrente zwingen Unternehmen, Arbeitsverträge und Lohnprozesse unverzüglich zu überarbeiten. Das kostenlose E-Book “Der Arbeitsvertrag – Klauseln, Pflichten und Musterbeispiele” bietet 19 fertige Musterformulierungen und zeigt genau, welche Klauseln Sie jetzt anpassen müssen, um Bußgelder zu vermeiden. Ein praktischer Leitfaden für Personaler und Führungskräfte, die ihre HR-Prozesse rechtssicher machen wollen. 19 Musterformulierungen gratis herunterladen
Personalabteilungen stehen vor Umstellungen
Auch im Personalwesen erzwingen neue Gesetze eine Straffung. Die Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 Euro und der Minijob-Grenze auf 603 Euro erfordert mehr als nur eine Parameter-Anpassung in der Software.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt die neue “Aktivrente”. Rentner, die über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten, können nun bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Firmen müssen ihre Lohnabrechnung sofort anpassen, um diesen Vorteil korrekt abzubilden. Viele nutzen den Zwang, um veraltete oder ineffiziente HR-IT-Lösungen endgültig abzuschalten.
IT sagt dem “Tool-Wildwuchs” den Kampf an
Neben den gesetzen treibt ein klarer Markttrend die Konsolidierung voran. IT-Sicherheitsexperten beobachten eine Abkehr vom “Tool-Wildwuchs” hin zu integrierten Plattformen.
In den letzten Jahren häuften viele Firmen eine unüberschaubare Zahl an Sicherheits- und Management-Tools an. Die Komplexität dieser Systeme ist selbst zum Risiko geworden. Die Strategie für 2026 heißt daher: Reduktion. Statt spezialisierter Einzellösungen setzen Entscheider vermehrt auf Plattformen, die Funktionen wie Netzwerksegmentierung und Identitätsmanagement bündeln.
Dies passt zu Prognosen, die für 2026 eine Abkehr vom reinen Perimeter-Schutz vorhersagen. Weniger Schnittstellen bedeuten weniger Wartungsaufwand und kleinere Angriffsflächen.
Übernahmen sollen Effizienzlücken schließen
Der interne Druck zur Straffung zeigt sich auch extern auf dem M&A-Markt. Investoren und Finanzexperten erwarten für 2026 eine Belebung bei Fusionen und Übernahmen.
Unternehmen werden vermehrt Zukäufe tätigen, um technologische Lücken zu schließen. Im Fokus stehen sogenannte “Bolt-on”-Akquisitionen, besonders in den Bereichen Governance-Software und Healthcare-IT. Das Ziel: Spezialisierte Prozesse, die intern zu ineffizient wären, durch den Kauf etablierter Plattformen zu ersetzen und so die eigene Wertschöpfungskette zu straffen.
Die “Effizienz-Dividende” als neues Paradigma
Die Entwicklungen zeigen einen Paradigmenwechsel. Standen früher Wachstum oder digitale Transformation als Selbstzweck im Vordergrund, geht es 2026 um “Smart Consolidation” – intelligente Bündelung.
Branchenbeobachter merken an: Erfolgreich sind jetzt diejenigen, die regulatorische Pflichten als Hebel nutzen, um alte, ineffiziente Strukturen abzuschneiden. Auch die anstehende verpflichtende E-Rechnung treibt diese Entwicklung voran. Wer neue Regeln wie das kommende Informationslabel für Garantien noch manuell bearbeitet, riskiert seine Wettbewerbsfähigkeit.
Für das erste Quartal 2026 werden in vielen Firmen umfangreiche “Aufräum-Projekte” erwartet. Langfristig könnte sich in diesem Jahr die Spreu vom Weizen trennen: zwischen Unternehmen, die unter der Last neuer Pflichten ächzen, und jenen, die durch gezielte Konsolidierung eine dauerhafte Effizienz-Dividende erwirtschaften.
PS: Die verpflichtende E-Rechnung beschleunigt die Konsolidierung von Buchhaltung und Rechnungs-Workflows. Unser kostenloser Leitfaden erklärt Schritt für Schritt Einführung, Übermittlung und rechtssichere Archivierung elektronischer Rechnungen – ideal für Buchhaltung, IT und Entscheider, die Prozesse vereinheitlichen und Prüfungen sicher bestehen wollen. Gratis-Leitfaden zur E-Rechnung sichern


