Unitree, Chinesischer

Unitree G1: Chinesischer Roboter-Pionier startet globale Offensive

16.01.2026 - 04:16:12

Der chinesische Hersteller Unitree setzt mit seinem humanoiden Roboter G1 auf Massenproduktion und aggressive Preise, um sich gegen Tesla und Boston Dynamics zu positionieren. Ein Börsengang ist für 2026 geplant.

Der chinesische Roboterhersteller Unitree treibt mit seinem menschenähnlichen Roboter G1 die globale Markterschließung massiv voran. Nach einer vielbeachteten Vorstellung auf der Technikmesse CES in Las Vegas setzt das Unternehmen nun auf seine Massenproduktionskapazitäten, um in einem heiß umkämpften Zukunftsfeld Fuß zu fassen. Mit aggressiven Preisen und über 4.200 ausgelieferten Einheiten im Jahr 2025 hat sich Unitree bereits eine führende Marktposition erarbeitet.

Ein neuer Maßstab für Agilität und Zugänglichkeit

Der Unitree G1 ist ein kompakter, hochbeweglicher Roboter. Bei einer Größe von 1,27 Metern und einem Gewicht von etwa 35 Kilogramm erreicht er eine Gehgeschwindigkeit von bis zu zwei Metern pro Sekunde. Seine Stärke liegt in der außergewöhnlichen Gelenkigkeit: Mit bis zu 43 Freiheitsgraden kann er komplexe Bewegungen wie Kampfsport- oder Box-Einlagen ausführen, Treppen steigen und selbst auf unebenem Grund das Gleichgewicht halten.

Angetrieben wird der G1 von einer Wechselakku-Lösung, die für etwa zwei Stunden Betrieb reicht. Seine Umgebung erfasst er mit einem 360-Grad-System aus 3D-LiDAR und einer Tiefenkamera. Die Steuerung übernimmt Unitrees eigene KI-Plattform UnifoLM, die das Lernen durch Imitation und Verstärkung ermöglicht. So kann der Roboter neue Fähigkeiten erlernen und mit seinen kraftgeregelten Händen sogar empfindliche Objekte manipulieren.

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Disruptive Preise als Markteintrittsstrategie

Der Schlüssel zu Unitrees globalem Vorstoß ist eine radikale Preispolitik. Startete der G1 im August 2024 noch bei einem Einstandspreis von umgerechnet etwa 16.000 US-Dollar, so sollen die Einstiegsmodelle heute bereits bei rund 6.000 Dollar liegen. Für hochgerüstete Entwicklerversionen mit leistungsstärkeren Gelenken, mehr Traglast und einem NVIDIA Jetson Orin-Modul werden bis zu 74.000 Dollar fällig.

Diese gestaffelte Strategie macht die Technologie für ein breites Publikum zugänglich – von Forschungslaboren bis zu gewerblichen Anwendern. Unitree fördert aktiv eine Entwickler-Community durch umfangreiche Software Development Kits (SDK) mit Unterstützung für C++, Python und ROS2. Das Ziel: Eine lebendige Ökosystem soll neue Anwendungsfälle schaffen und die Akzeptanz beschleunigen.

Im Wettlauf mit Tesla und Boston Dynamics

Unitree agiert in einem Feld mit prominenten Konkurrenten wie Tesla, Boston Dynamics und Agility Robotics. Auf der CES 2026 stellten über ein Dutzend chinesischer Hersteller humanoide Roboter vor. Doch Unitree sticht durch frühe Fokussierung auf die Massenproduktion hervor. Laut einem Marktbericht vom 13. Januar 2026 lag das Shanghaier Unternehmen AgiBot 2025 mit 5.168 ausgelieferten Einheiten knapp vor Unitree (4.200 Einheiten).

Die Expansion wird durch solide Finanzen untermauert. Berichten zufolge plant Unitree für Mitte 2026 einen Börsengang (IPO) an einer chinesischen Börse. Das erwartete Frischkapital soll Forschung, Entwicklung und den weiteren Ausbau der Produktion befeuern. Damit positioniert sich das Unternehmen nicht nur als Technologiepionier, sondern als ernstzunehmender, langfristiger Player.

Vom Forschungslabor in die Fabrikhalle

Mit etablierter Massenproduktion und globaler Vertriebsstrategie könnte 2026 zum Schlüsseljahr für den G1 werden. Erste Anwendungen werden bereits in der Logistik, der Industrieautomatisierung, der Forschung und im Gesundheitswesen erprobt. Die demonstrierte Balance und Agilität eröffnet auch Perspektiven im Entertainment-Bereich oder für dynamische Service-Aufgaben.

Marktbeobachter betonen: Obwohl der breite kommerzielle und private Einsatz humanoider Roboter noch in den Kinderschuhen steckt, sind Plattformen wie der G1 entscheidend für den Fortschritt der gesamten Branche. Indem Unitree leistungsfähige Hardware für Entwickler und Forscher zugänglich macht, legt es das Fundament für die nächste Generation autonomer Systeme. Der Weg von der Messehalle in den Alltag könnte so schneller beschritten werden als gedacht.

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