Union lehnt Klarnamenpflicht im Netz ab
03.01.2026 - 03:23:12Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellt sich gegen eine allgemeine Pflicht zur Offenlegung der Identität im Internet. Sie reagiert damit auf Forderungen des ehemaligen Verfassungsgerichtspräsidenten Andreas Voßkuhle. Statt auf Klarnamen setzt die Union auf die Speicherung von IP-Adressen zur Strafverfolgung.
Bilger nennt Voßkuhles Vorstoß „überzogen“
Steffen Bilger, Erster Parlamentarischer Geschäftührer der Unionsfraktion, wies die Idee einer generellen Klarnamenpflicht gegenüber dem „Tagesspiegel“ deutlich zurück. Seine Haltung markiert eine bemerkenswerte Positionierung der größten Oppositionsfraktion.
Bilger signalisiert: Die Union will das Prinzip der anonymen oder pseudonymen Meinungsäußerung nicht opfern. Statt den „gläsernen Nutzer“ zu schaffen, fokussiert sich die Fraktion auf andere Werkzeuge. Beobachter werten dies als strategischen Schachzug.
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Hintergrund: Die Sorge vor der Verrohung
Auslöser der Debatte war ein Vorstoß von Andreas Voßkuhle. Der ehemalige Verfassungsgerichtspräsident sieht in der Anonymität eine Ursache für Enthemmung und Hass im Netz. Seine Forderung: Wer sich öffentlich äußert, soll auch erkennbar sein.
Doch Kritiker warnen seit langem vor den Folgen. Eine Klarnamenpflicht könnte besonders vulnerable Gruppen gefährden – etwa Opfer häuslicher Gewalt oder politische Aktivisten. Dass nun ausgerechnet die Union diese Bedenken indirekt teilt, verleiht der Debatte eine neue Dynamik.
Fokus der Union: IP-Adressen statt Klarnamen
Die Ablehnung der Klarnamenpflicht bedeutet keinen Freibrief für Straftaten. Im Gegenteil: Bilger schärfte die Kernforderung seiner Fraktion. Entscheidend sei, dass Sicherheitsbehörden Täter bei konkreten Straftaten effektiv ermitteln können.
Das Mittel der Wahl ist für die Union die Speicherung von IP-Adressen. Bilger verwies auf bereits getroffene Vereinbarungen. Die IP-Adresse fungiert als digitaler Fingerabdruck, der im Verdachtsfall eine Zuordnung ermöglicht – ohne die Schwelle zur öffentlichen Debatte für alle zu erhöhen.
Warum eine Klarnamenpflicht kaum umsetzbar wäre
IT-Experten verweisen auf massive praktische Hürden:
* Plattformen müssten Ausweisdokumente von Millionen Nutzern verifizieren und sicher speichern.
* Die Rechtslage auf EU-Ebene ist komplex; ein nationaler Alleingang wäre schwierig.
* Internationale Anbieter könnten sich weigern, die Vorgaben umzusetzen.
Die Haltung der Union spiegelt auch diesen Pragmatismus wider. Statt einen kaum gewinnbaren Kampf zu führen, konzentriert man sich auf die bei Providern anfallenden Verkehrsdaten.
Ein Balanceakt zwischen Freiheit und Sicherheit
Die Positionierung ist ein strategischer Schritt. Die Union versucht, das Image der „Verbotspartei“ im Digitalen abzulegen. Indem sie Voßkuhles Vorschlag zurückweist, sendet sie ein Signal: Wir schützen die Privatsphäre vor staatlicher Totalkontrolle.
Gleichzeitig dient die Ablehnung als Hebel, um die IP-Speicherung als „milderes Mittel“ zu legitimieren. Diese ist in der Bevölkerung weniger emotional besetzt als der Zwang zum Klarnamen. Die Debatte verlagert sich nun auf die konkrete Ausgestaltung der Vorratsdatenspeicherung.
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