Unimarkt, Auberg

Unimarkt am Auberg: Linz-Nord droht nächster Nahversorger-Verlust

11.01.2026 - 23:43:12

Die drohende Schließung eines Unimarkts im Linzer Norden verschärft die Versorgungslücke. Politiker appellieren an Handelsketten, während Experten sinkende Wohnattraktivität befürchten.

Die Zukunft der Unimarkt-Filiale in der Nißlstraße am Auberg ist ungewiss. Für den dicht besiedelten Linzer Stadtteil wäre eine Schließung ein schwerer Schlag – und der nächste in einer Reihe von Rückschlägen für die Nahversorgung.

Die Nachricht sorgt für angespannte Stimmung im Linzer Norden: Der Unimarkt in der Nißlstraße am Auberg steht vor dem Aus. Branchenkreise und lokale Medien berichteten diese Woche von anstehenden Restrukturierungsmaßnahmen. Für hunderte Anrainer, insbesondere ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität, wäre der Verlust des zentralen Supermarkts ein massiver Einschnitt in die Alltagsversorgung.

Vizebürgermeister Martin Hajart und Landtagsabgeordnete Elisabeth Manhal (beide ÖVP) schlugen deshalb Alarm. In einem offenen Brief appellierten sie direkt an die Geschäftsführungen von Rewe, Spar und Unimarkt, den wichtigen Standort aktiv zu sichern.

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Eine besorgniserregende Serie von Schließungen

Die Sorge um den Auberg ist kein Einzelfall, sondern Teil eines bedenklichen Trends. Erst im November 2025 schloss der Billa in der Freistädter Straße – eine empfindliche Lücke im Versorgungsnetz Urfahs.

Die Situation wird durch die Großbaustelle am ehemaligen Pro-Kaufland-Areal verschärft. Nach dem Abriss im Frühjahr 2025 wird hier zwar ein modernes Stadtteilzentrum gebaut, die Eröffnung ist aber erst für Herbst 2026 geplant. Aktuell klafft also eine riesige Versorgungslücke.

Die Kombination aus temporärer Baustelle, dauerhafter Schließung und nun der unsicheren Zukunft des Unimarkts erzeugt einen perfekten Sturm für die Nahversorgung. Immobilienexperten warnen: Die „Walkability“, also die fußläufige Erreichbarkeit von Alltagszielen, ist ein zentraler Wertfaktor für Wohnimmobilien. Fällt sie weg, sinkt die Attraktivität ganzer Viertel.

Stadtplanung vs. Marktlogik: Wer gewinnt?

Die Entwicklung offenbart einen grundsätzlichen Konflikt. Während die Stadt Linz in ihrer Strategie lebendige Stadtteile und kurze Wege fördern will, ziehen sich die Handelskonzerne aus kleineren Wohngebietsfilialen zurück. Der Grund ist oft mangelnde Rentabilität im Vergleich zu großen Standorten an Ausfallstraßen.

Für den topografisch anspruchsvollen Stadtteil Urfahr, teils am Hang des Aubergs gelegen, ist das besonders problematisch. Lange Fußwege sind für viele Bewohner eine Hürde. „Nahversorgung ermöglicht soziale Teilhabe“, betont Politikerin Manhal. Fällt sie weg, droht die Vereinsamung älterer Menschen und eine Abwanderung von Familien in besser versorgte Gebiete.

Aus Sicht der Immobilienbranche ist die Lage bereits spürbar. Makler berichten, dass potenzielle Käufer und Mieter in Urfahr immer gezielter nach der Entfernung zum nächsten Supermarkt fragen – ein Kriterium, das früher kaum eine Rolle spielte.

Warten auf den Befreiungsschlag

Alle Hoffnungen richten sich nun auf zwei Termine. Kurzfristig erwartet die Politik eine Antwort der Handelsketten auf ihren Appell. Könnte ein Mitbewerber die Filiale am Auberg übernehmen, wäre die akuteste Gefahr gebannt.

Mittelfristig soll das neue Zentrum am ehemaligen Pro-Kaufland-Areal im Herbst 2026 die große Wende bringen. Bis dahin bleibt die Lage fragil. Stadtplaner fordern deshalb radikalere Maßnahmen: Sollte die Stadt Linz Erdgeschosszonen in Wohnvierteln verbindlich für den Handel reservieren? Sind kommunale Förderungen nötig, um Betreiber anzulocken?

Ohne solche Initiativen, so die Befürchtung, könnte der „Greißler-Schwund 2.0“ die Wohnqualität im Linzer Norden nachhaltig beschädigen.

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