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Unifly rüstet Europas zweitgrößten Hafen für die Drohnen-Zukunft auf

22.01.2026 - 13:30:12

Der japanische Konzern Terra Drone hat die Verkehrsmanagement-Plattform für autonome Fluggeräte im Hafen Antwerpen-Bruges massiv modernisiert. Das Upgrade soll die Sicherheit in einem der weltweit führenden Testfelder für Industrie-Drohnen erhöhen und den Weg für umfassende autonome Logistik ebnen.

Die am Donnerstag vorgestellte Major-Upgrade für die UTM-Plattform (Unmanned Aircraft System Traffic Management) zielt darauf ab, den Betrieb in Europas zweitgrößtem Hafen sicherer und effizienter zu machen. Entwickelt vom Terra-Drone-Tochterunternehmen Unifly in Zusammenarbeit mit SkeyDrone, integriert das System nun erweiterte Echtzeitdaten und eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche.

Im Fokus der neuen Software steht die verbesserte Situationswahrnehmung für Drohnenpiloten. In der komplexen Hafenumgebung mit Kränen, Lagerhallen und Schiffen liefert die Plattform nun aktualisierte Hindernisdaten in Echtzeit. Eine zentrale Neuerung ist das überarbeitete User Interface mit klarerer Visualisierung von Flugkorridoren und Sperrgebieten.

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Der Einsatz autonomer Drohnen im Hafen erhöht die Komplexität der Arbeitssicherheit – von BVLOS‑Missionen bis zur Ölteppicherkennung und dem Transport gefährlicher Proben. Viele Betreiber sind unsicher, welche Gefährdungsbeurteilungen nötig sind, um Prüfungen und Aufsichtsanforderungen zu bestehen. Ein kostenloser Leitfaden liefert praxisnahe Checklisten, rechtssichere Vorlagen und konkrete Schritte für Sicherheitsverantwortliche, damit Sie Risiken systematisch bewerten und sofort umsetzen können. Jetzt kostenlosen GBU-Leitfaden herunterladen

Für den 24/7-Betrieb des Hafens wurde zudem ein „Dark Mode“ eingeführt. Dieser soll die Bedienbarkeit bei Nachtmissionen verbessern. Branchenbeobachter sehen in diesen Updates eine Antwort auf eine Kernherausforderung der Branche: Die Software muss intuitiv und hochzuverlässig sein, um Operateure zu entlasten, die mehrere autonome Flüge gleichzeitig überwachen.

Rekordzahlen belegen Pionierrolle

Der Hafen Antwerpen-Bruges gilt als europäischer Vorreiter im „U-Space“ – dem EU-Konzept zur Integration von Drohnen in den Luftraum. Die jetzt veröffentlichten Daten unterstreichen diese Rolle: Das System hat bislang 27.621 Fluggenehmigungsanträge bearbeitet.

Die Betriebsstatistiken zeigen ein ausgereiftes Ökosystem:
* 7.665 Missionen wurden erfolgreich durchgeführt.
* 2.371 BVLOS-Operationen (Beyond Visual Line of Sight) belegen den hohen Autonomiegrad.
* 250 registrierte Operateure nutzen den Luftraum.

Die UTM-Plattform koordiniert als digitales Rückgrat alle Flüge und verhindert so Konflikte mit bemannter Luftfahrt und Hafeninfrastruktur. Die erfolgreiche Partnerschaft in Antwerpen dient Experten oft als Blaupause für andere Industriezonen weltweit.

Vom Testprojekt zur kritischen Infrastruktur

Die Zusammenarbeit begann 2018 mit dem SAFIR-Projekt, das die Machbarkeit eines Drohnen-Verkehrsmanagements in der Praxis demonstrieren sollte. Nach erfolgreichen Tests von Kollisionsvermeidung und Drohnenkoordination folgte 2020 ein verbindlicher Einsatzvertrag.

Heute ist die Plattform von einem Testfeld zu kritischer digitaler Infrastruktur geworden. Die Hafenbehörde nutzt das Netzwerk für Aufgaben wie Liegeplatzmanagement, Ölteppicherkennung und Sicherheitspatrouillen. Das „D-Hive“-Netzwerk von automatisierten Boxen-Drohnen führt täglich Flüge ohne menschliches Eingreifen vor Ort durch.

Globale Validierung und regulatorischer Druck

Das Upgrade folgt kurz auf einen weiteren Erfolg für Unifly. Erst am 15. Januar 2026 verkündete das Unternehmen den Abschluss seines Beitrags zum FAA-Forschungsprojekt ASSURE A68 in den USA. Dieses validierte Anforderungen für „Detect-and-Avoid“-Systeme, die eine sichere Trennung zwischen Drohnen und bemannten Flugzeugen gewährleisten.

Der Zeitpunkt der Ankündigungen ist wohl kein Zufall. Weltweit verschärfen sich die regulatorischen Rahmenbedingungen für BVLOS-Betriebe, angetrieben von Standards der europäischen EASA und der US-amerikanischen FAA. Technologieanbieter stehen unter Druck, die Robustheit ihrer Systeme für Hochdichte-Umgebungen unter Beweis zu stellen. Die Implementierung in Antwerpen dient daher als lebendes Fallbeispiel für Hafenbehörden weltweit.

Auf dem Weg zur autonomen Logistik

Die modernisierte Plattform bereitet den Boden für anspruchsvollere Anwendungen. Der Hafen Antwerpen-Bruges erkundet bereits den Einsatz von Drohnen für den Transport gefährlicher Gutproben und für dringende logistische Lieferungen zwischen Schiff und Kai. Solche Hochrisikomissionen erfordern absolute Präzision und Zuverlässigkeit im Verkehrsmanagement.

Terra Drone kündigte an, die Partnerschaften von Unifly mit Luftfahrtbehörden zu nutzen, um ähnliche Upgrades global auszurollen. Bei Einsätzen in bereits über acht Ländern könnten die für Antwerpen entwickelten Standardfunktionen auch anderswo übernommen werden. Das würde die Standardisierung von U-Space-Diensten in Europa beschleunigen.

Mit dem wachsenden Volumen an autonomem Luftverkehr wird die Rolle ausgeklügelter Software-Infrastruktur immer sichtbarer. Das jüngste Upgrade in Antwerpen signalisiert: Die Branche verlässt die Experimentierphase und tritt in eine Ära der operativen Reife ein, in der Benutzerfreundlichkeit, Verlässlichkeit und nahtlose Integration die Wachstumstreiber sind.

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