UNICEF und Interpol warnen vor KI-generierten Missbrauchsbildern
06.02.2026 - 01:11:12Mindestens 1,2 Millionen Kinder wurden im vergangenen Jahr zu Opfern von KI-generierten sexuellen Missbrauchsdarstellungen. Das ist das alarmierende Ergebnis einer neuen Studie von UNICEF, Interpol und dem Netzwerk ECPAT. Die Organisationen fordern ein sofortiges globales Handeln von Regierungen und Tech-Konzernen.
Unvorstellbares Ausmaß der digitalen Gewalt
Die Untersuchung in elf Ländern offenbart eine erschreckende Dimension dieser neuen Form der Kinderausbeutung. In einigen Staaten ist bereits jedes 25. Kind betroffen – statistisch gesehen ein Kind pro Schulklasse. Die Bilder entstehen oft durch sogenannte „Nudification“-Apps, die mit künstlicher Intelligenz Kleidung von vorhandenen Fotos entfernen.
UNICEF stellt klar: Jedes sexualisierte Bild eines Kindes, egal ob KI-generiert oder manipuliert, ist Material zum sexuellen Kindesmissbrauch. Die Verbreitung solcher Inhalte normalisiert die Ausbeutung und schürt die Nachfrage nach weiterem Missbrauchsmaterial. Die Studie zeigt auch, dass sich Kinder der Gefahr bewusst sind: Bis zu zwei Drittel der befragten Jugendlichen in manchen Ländern fürchten, dass KI gefälschte sexualisierte Bilder von ihnen erstellen könnte.
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Fahnder stehen vor gewaltigen Herausforderungen
Für Strafverfolgungsbehörden wie Interpol stellt die Flut synthetischer Medien ein enormes Problem dar. Die Unterscheidung zwischen echten und gefälschten Missbrauchsdarstellungen ist extrem schwierig. Das kann Ermittlungen verzögern und Hilfe für betroffene Kinder behindern.
Als Reaktion darauf sucht die internationale Polizeiarbeit nach neuen Lösungen. Interpol beteiligte sich kürzlich an einer von Großbritannien finanzierten Deepfake-Erkennungs-Challenge. Dabei testeten Tech-Firmen, Wissenschaftler und Behördenvertreter Methoden zur Identifizierung manipulierter Medien. Ziel ist ein einheitlicher Rahmen zur Bewertung von Erkennungstools.
Dringender Appell an Politik und Tech-Branche
UNICEF und Interpol betonen: Die Gesellschaft kann nicht warten, bis die Gesetzgebung mit dem rasanten technologischen Wandel Schritt hält. Sie fordern sofortige Maßnahmen auf mehreren Ebenen. Regierungen weltweit müssen ihre Gesetze anpassen, um die Erstellung und Verbreitung KI-generierter Missbrauchsdarstellungen explizit unter Strafe zu stellen.
Gleichzeitig lastet ein großer Teil der Verantwortung auf den KI-Entwicklern und der Tech-Industrie. Die Organisationen fordern „Safety-by-Design“-Prinzipien und robuste Schutzvorkehrungen in den KI-Modellen. Der Bericht stellt fest, dass die Reaktion der Branche bislang lückenhaft ist. Viele KI-Tools kommen ohne ausreichende Sicherheitsvorkehrungen auf den Markt. Besonders riskant wird es, wenn diese generativen KI-Tools direkt in soziale Medien integriert sind – dort können manipulierte Bilder viral gehen, bevor sie erkannt und gelöscht werden.
Globale Krise im Technologiezeitalter
Die Warnung ist Teil einer wachsenden internationalen Besorgnis über den Missbrauch generativer KI. Europol schätzt, dass bis 2026 bis zu 90 Prozent der Online-Inhalte synthetisch generiert sein könnten. Die Zahl der geteilten Deepfakes soll von 500.000 im Jahr 2023 auf 8 Millionen im Jahr 2025 steigen – der überwiegende Teil davon pornografisch.
Regulierer beginnen zu handeln. In Europa wird der Digital Services Act (DSA) genutzt, um zu prüfen, ob Plattformen wie X die Risiken ihrer integrierten KI-Tools angemessen bewerten und mindern. Ähnliche Untersuchungen und Gesetzgebungsverfahren laufen in Großbritannien, Australien, Kanada und Indien.
Der Weg nach vorn erfordert eine koordinierte globale Anstrengung. Die nächsten Schritte umfassen gesetzliche Reformen, mehr unternehmerische Verantwortung und die Entwicklung ausgefeilterer Erkennungstechnologien. Zudem braucht es bessere Aufklärung für Eltern, Betreuer und Kinder über die Risiken KI-gestützten Missbrauchs. Der Schutz von Kindern im KI-Zeitalter hängt vom gemeinsamen Willen aller Beteiligten ab, Sicherheit zur Priorität zu machen.
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