UN schafft globales Expertengremium für KI-Bewertung
13.02.2026 - 23:47:58Die Vereinten Nationen haben ein unabhgiges Wissenschaftsgremium für Künstliche Intelligenz beschlossen. Die USA lehnten die Initiative als Kompetenzüberschreitung ab.
Mit überwältigender Mehrheit von 117 Stimmen hat die UN-Vollversammlung die Gründung eines 40-köpfigen globalen Expertengremiums gebilligt. Das Independent International Scientific Panel on Artificial Intelligence soll wissenschaftlich fundierte Analysen zu Chancen und Risiken der KI liefern. UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einem ?grundlegenden Schritt? zu einem globalen wissenschaftlichen Konsens.
Die Entscheidung offenbarte tiefe geopolitische Gräben. Nur die USA und Paraguay stimmten dagegen. Die amerikanische Delegation nannte das Gremium eine ?erhebliche Überschreitung des UN-Mandats?. KI-Governance sei ?keine Angelegenheit, die die UN diktieren sollte?. Europa und Asien, darunter auch China und Russland, stimmten dagegen mit der Mehrheit. Die Ukraine und Tunesien enthielten sich.
Das Gremium hat einen klaren Auftrag: Es soll unvoreingenommene, evidenzbasierte Bewertungen zum technologischen Fortschritt sowie zu den wirtschaftlichen, ethischen und sozialen Folgen der KI erstellen. Die 40 Expertinnen und Experten werden für drei Jahre in persönlicher Eigenschaft tätig sein.
Die Einsetzung folgt einer Empfehlung einer hochrangigen UN-Beratungsgruppe von 2023. Sie ist Teil des breiteren ?Pakt für die Zukunft?, der multilaterale Ansätze für neue Technologien stärken soll. Der erste Bericht des Panels wird für den globalen Dialog zur KI-Governance im Juli erwartet.
Die UN-Debatte zeigt, dass verbindliche Regeln für KI immer näher rücken. Seit August 2024 ist die EU?KI?Verordnung in Kraft ? viele Unternehmen, Entwickler und Anbieter sind noch unsicher über Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationsanforderungen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt kompakt, welche Pflichten jetzt gelten und wie Sie Ihr KI?System rechtssicher einordnen und dokumentieren. Kostenlosen KI?Verordnungs?Leitfaden herunterladen
Die Auswahl der Mitgliedern war ein aufwendiger Prozess. Aus über 2.600 Kandidaten wählten mehrere UN-Organisationen, darunter die Internationale Fernmeldeunion (ITU) und die UNESCO, eine geografisch ausgewogene und geschlechterparitätische Gruppe führender Fachleute aus.
Amerikanischer Widerstand und globale Spaltung
Die ablehnende Haltung der USA wirft ein Schlaglicht auf den globalen Machtkampf um die Deutungshoheit über KI. Eine Beraterin der US-Mission, Lauren Lovelace, warnte vor einem Einfluss autoritärer Regime, die ihre Vision von kontrollierter Überwachung durchsetzen wollten. Zudem kritisierte sie den Auswahlprozess als ?nicht transparent?.
Die USA bekräftigten, die KI-Innovation stattdessen mit ?gleichgesinnten Nationen? vorantreiben zu wollen. Man werde die Autorität über KI nicht internationalen Gremien überlassen. Die Position isoliert Washington in dieser Frage jedoch deutlich. Selbst traditionelle Verbündete folgten nicht der amerikanischen Linie.
Wer sitzt im neuen KI-Gremium?
Das Panel vereint weltweit führende Köpfe aus verschiedenen Disziplinen ? von Maschinellem Lernen über Cybersicherheit bis zu Menschenrechten. Zu den prominenten Ernannten gehören der Pionier der KI-Forschung Yoshua Bengio, die Friedensnobelpreisträgerin und Journalistin Maria Ressa und die türkische Physikprofessorin Melahat Bilge Demirkoz.
Trotz der politischen Differenzen sind auch je zwei Expertinnen und Experten aus den USA und China vertreten. Die Aufnahme eines russischen Fachmanns führte zur Enthaltung der Ukraine, die auf den anhaltenden Konflikt verwies. Diese Vielfalt soll eine gemeinsame, evidenzbasierte Grundlage für die internationale KI-Zusammenarbeit schaffen.
Antwort auf den dringenden globalen Regelungsbedarf
Die Einrichtung des Gremiums ist eine direkte Reaktion auf den weltweiten Ruf nach einer strukturierteren Debatte über KI. Die Technologie dringt immer tiefer in Wirtschaft und Gesellschaft ein ? mit dem Potenzial für großen Fortschritt, aber auch für erheblichen Schaden.
Die UN-Initiative zielt darauf ab, die Vorteile der KI, etwa für die Nachhaltigkeitsziele, zu maximieren und gleichzeitig Risiken für Privatsphäre, Sicherheit und Diskriminierung einzudämmen. Die unabhängigen Bewertungen des Panels sollen wirksame Leitplanken ermöglichen und die internationale Kooperation fördern. In einer Welt, die mit der transformativen Kraft der KI ringt, könnten diese Einschätzungen die globale Governance der Technologie maßgeblich prägen.
@ boerse-global.de
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