Uhland, House

Uhland House: Bürokratie blockiert 122 Berliner Wohnungen

31.01.2026 - 18:25:11

Der Bau von 122 Wohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf liegt auf Eis, weil die Verlegung von Fernwärme- und Telekommunikationsleitungen nicht koordiniert werden kann. Das Projekt zeigt strukturelle Probleme im Berliner Bauwesen.

Ein komplexes Geflecht aus Zuständigkeiten und unterirdischer Infrastruktur stoppt den Bau von 122 dringend benötigten Wohnungen in Charlottenburg-Wilmersdorf. Das Projekt „Uhland House“ an der Uhlandstraße 104/105 liegt auf unbestimmte Zeit auf Eis.

Das Grundstück bietet ein trostloses Bild: Leerstehende Läden, eingeschlagene Fenster und geräumte Wohnungen. Alles scheint bereit für den Abriss, der einem modernen Wohnhaus weichen soll. Doch statt Baulärm herrscht seit Jahren Stillstand.

Das Nadelöhr liegt unter der Erde

Der Kern des Problems verbirgt sich im Erdreich. Fernwärme- und Wasserrohre sowie Telekommunikationsleitungen durchqueren das Grundstück und versorgen auch Nachbarhäuser. Ein Abriss ist erst möglich, wenn diese kritische Infrastruktur vollständig verlegt ist – ein komplexer und teurer Prozess.

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Erst danach kann der eigentliche Neubau überhaupt beginnen. Diese grundlegende Vorarbeit hat das Vorhaben in eine bürokratische Warteschleife gezwungen.

Ein Labyrinth aus Verantwortlichkeiten

Die Verzögerung offenbart ein massives Koordinationsproblem. Für die Verlegung der Leitungen müssen Bezirk, Senatsverwaltungen, Versorger und der Projektentwickler an einem Strang ziehen. Genau daran mangelt es.

  • Politische Vertreter kritisieren die langwierigen Prozesse scharf.
  • Die Versorgungsunternehmen weisen eine alleinige Verantwortung von sich.
  • Sie verweisen auf Planungen eines früheren Investor, die der aktuelle Eigentümer offenbar nicht freigibt.

Dieses Hin und Her führt zu einer Blockade, bei der am Ende niemand die Verantwortung für den Fortschritt übernehmen will.

Ein Symptom für Berlins Baukrise

Der Fall „Uhland House“ ist kein Einzelfall. Er steht exemplarisch für strukturelle Probleme in der Hauptstadt.

Während die Politik mehr Wohnungsbau fordert, bremsen langwierige Genehmigungsverfahren und mangelnde Abstimmung zwischen Ämtern viele Projekte aus. Investoren werden frustriert, dringend benötigte Vorhaben verzögern sich um Jahre.

Der Stillstand an der Uhlandstraße ist ein sichtbares Symptom für ein System, das mit der Dynamik der wachsenden Metropole kaum Schritt hält.

Warten auf die Lösung im Untergrund

Wann die Bagger endlich anrollen? Eine Prognose ist derzeit nicht möglich. Zuerst muss eine verbindliche Einigung aller Beteiligten zur Verlegung der Versorgungsleitungen her.

Erst mit einem konkreten Zeit- und Kostenplan für diese Vorarbeiten kann der Abriss genehmigt werden. Bis dahin bleiben die 122 geplanten Wohnungen in der Schwebe – und die Baulücke erinnert weiter an die Fallstricke des Bauens in Berlin.

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