Uber startet Robotaxi-Flotte mit Lucid, Nuro und Nvidia
11.01.2026 - 13:42:12Uber bündelt mit Lucid, Nuro und Nvidia seine Kräfte, um ab 2026 fahrerlose Taxis auf die Straße zu bringen. Die Allianz könnte den gesamten Mobilitätsmarkt umkrempeln.
Die Ankündigung auf der Technikmesse CES 2026 markiert eine strategische Wende für den Fahrdienst-Vermittler. Statt nur als reine Plattform zu agieren, kuratiert Uber nun aktiv eine eigene, spezialisierte Roboterauto-Flotte. Der Start ist für das dritte Quartal 2026 im Raum San Francisco geplant, sofern die Behörden grünes Licht geben.
Das Herzstück der Allianz ist eine Arbeitsteilung, bei der jeder Partner seine Kernkompetenz einbringt. Lucid liefert die Fahrzeugbasis – eine speziell modifizierte Version seines elektrischen Luxus-SUVs Gravity. Das Fahrzeug wurde für den Level-4-Autonomiebetrieb umgerüstet, der kein Lenkrad mehr erfordert.
Die Intelligenz steuert Nuro bei. Das Unternehmen, bisher bekannt für autonome Lieferroboter, adaptiert seine „Nuro Driver“-Software für den Personentransport. Den nötigen Rechenpower liefert Nvidia mit seiner Hochleistungsplattform Drive AGX Thor. Sie verarbeitet in Echtzeit die Daten von Dutzenden Sensoren.
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Ein markantes Dachmodul, von Lucid entworfen, integriert LiDAR, Radar und Kameras für einen 360-Grad-Blick – ohne die Aerodynamik zu beeinträchtigen.
Innenraum neu gedacht für die Passagiere
Anders als oft umgerüstete Testfahrzeuge wurde das Robotaxi von Grund auf für das Ridehailing konzipiert. Uber verantwortete das Interieur-Design. Bis zu sechs Passagiere finden Platz, ideal für Gruppen oder geteilte Fahrten.
Im Innenraum steuern Passagiere über Bildschirme Klima, Sitzheizung und Musik. Eine Besonderheit: Die Fahrgäste können visualisieren, was das Fahrzeug „sieht“. Diese Transparenz soll Vertrauen in die Technik schaffen. Nach außen kommuniziert ein LED-Ring am Dach den Fahrzeugstatus und zeigt zur Identifikation die Initialen des bestellenden Gastes an.
Strategischer Schachzug in schwierigem Markt
Für die Partner ist die Allianz ein wichtiger Schritt. Lucid sichert sich mit der Abnahme von zunächst 20.000 Fahrzeugen einen stabilen Produktionsauftrag für sein Werk in Arizona. Für Nuro öffnet sich das lukrative Feld des Personentransports.
Uber verfolgt ein hybrides Netzwerkmodell. Statt selbst teure Fahrzeuge zu bauen, agiert das Unternehmen als Nachfrage-Aggregator und Orchestrator von Partnerflotten. Dieser „asset-leichte“ Ansatz soll die Skalierung erleichtern, ohne Uber mit den vollen Kosten für Wartung und Wertverlust zu belasten.
Der Markt für Robotaxis wird härter. Dienste wie Waymo (Alphabet) sind in einigen US-Städten bereits etabliert. Teslas Autonomie-Ambitionen sind weiterhin ungebremst. Ubers Trumpfkarte ist die Kombination aus Premium-Fahrzeug, erprobter Fremdsoftware und seiner riesigen Nutzerbasis.
Der lange Weg zur Zulassung
Bis zur kommerziellen Freigabe ist es jedoch noch ein weiter Weg. Derzeit testen die Fahrzeuge mit Sicherheitsfahrern in Kalifornien. Die entscheidende Hürde bleibt die regulatorische Genehmigung durch die kalifornischen Behörden.
Bei Erfolg in San Francisco ist die Expansion in weitere US-Metropolen geplant. Die Branche wird genau beobachten, ob dieses „Superbündnis“ sein Versprechen einlösen kann: einen sicheren, zuverlässigen und profitablen Robotaxi-Dienst zu schaffen, wo andere bisher kämpfen.
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