TVöD: 42-Stunden-Woche und Langzeitkonten treten in Kraft
19.01.2026 - 06:41:12Der öffentliche Dienst startet mit neuen Arbeitszeitmodellen ins Jahr 2026. Für rund 2,6 Millionen Beschäftigte von Bund und Kommunen gelten ab sofort flexible Regelungen. Sie sollen den Staat als Arbeitgeber attraktiver machen – und den Fachkräftemangel bekämpfen.
Doppelt freiwillig: Die neue 42-Stunden-Option
Die wohl auffälligste Neuerung ist die Möglichkeit zur 42-Stunden-Woche. Auf freiwilliger Basis können Beschäftigte ihre Arbeitszeit von 39 auf bis zu 42 Stunden erhöhen. Die Bedingung: Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssen zustimmen. Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
Die Vereinbarung ist auf maximal 18 Monate befristet und kann verlängert werden. Als finanzieller Anreiz winkt ein Zuschlag. In den Entgeltgruppen 1 bis 9b sind das 25 Prozent auf die Mehrstunden, in den höheren Gruppen 10 Prozent. Ausgenommen sind nur Mitarbeiter in der Probezeit.
Ein weiterer großer Schritt betrifft Langzeitkonten. Bislang waren Sabbaticals oder lange Pflegezeiten oft komplizierte Einzelfalllösungen. Das ändert sich nun grundlegend.
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Strategische Antwort auf den Fachkräftemangel
Hinter den Neuerungen steckt eine klare Strategie. Der öffentliche Sektor leidet unter Hunderttausenden unbesetzten Stellen. Gegen die Privatwirtschaft muss er konkurrenzfähiger werden.
Flexible Arbeitszeitmodelle sind dabei ein zentraler Hebel. Sie erlauben es, auf persönliche Lebenssituationen einzugehen – ob für mehr Gehalt oder eine längere Auszeit. Experten sehen darin einen wichtigen Schritt zur Modernisierung der Verwaltung und zur Stärkung der Mitarbeiterbindung.
Was kommt als Nächstes?
Die praktische Umsetzung in den Kommunen und Behörden beginnt jetzt. Wie viele Beschäftigte die 42-Stunden-Option nutzen werden, ist noch offen. Klar ist: Am 1. Mai 2026 folgt die nächste Gehaltserhöhung um 2,8 Prozent.
Gleichzeitig richten sich die Blicke auf die Länder. Bei den anstehenden Tarifverhandlungen für den TV-L werden die Gewerkschaften ähnliche Forderungen stellen. Die TVöD-Reformen setzen hier einen klaren Maßstab und erhöhen den Druck. Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist im öffentlichen Sektor angekommen – und wird ihn nachhaltig prägen.
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