TumoroRobotics, RB-V1

TumoroRobotics RB-V1: Südkoreas Humanoid für die Fabrikhalle

12.01.2026 - 14:00:12

Ein neuer, spezialisierter Humanoid-Roboter soll die Fließbandarbeit revolutionieren. Das südkoreanische Startup TumoroRobotics hat auf der CES 2026 in Las Vegas seinen RB-V1 vorgestellt – eine Maschine, die nicht alles kann, aber eine Sache besonders gut: präzise Handgriffe an Förderbändern. Damit greift das Unternehmen gezielt den akuten Fachkräftemangel in der Fertigung an und stellt sich mit einem klaren Fokus gegen die Alleskönner-Ansätze von Konkurrenten wie Tesla oder Boston Dynamics.

Der RB-V1 ist kein Generalist. Seine Stärke liegt in der Erkennung, Sortierung und Handhabung von Objekten auf sich bewegenden Förderbändern. Im Gegensatz zu starren Roboterarmen nutzt er eine humanoide Form. Das erlaubt ihm, in bestehenden Arbeitsumgebungen zu operieren, die für Menschen gebaut wurden – teure Umbauten der Infrastruktur entfallen.

Sein ausgeklügeltes Vision-System identifiziert Objekte in Echtzeit, selbst auf schnellen Förderstrecken. Im Kern stecken Reinforcement-Learning-Algorithmen. Sie ermöglichen es dem Roboter, sich an verschiedene Objektformen und -lagen anzupassen. Diese Flexibilität ist entscheidend für moderne Fertigungslinien mit hoher Variantenvielfalt. Beobachter auf der Messe sahen darin einen klaren Trend: weg von starr programmierten Automaten, hin zu lernfähigen, intelligenten Systemen.

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Forschung aus dem Biointelligence Lab als Fundament

Die Wurzeln der Technologie liegen in der akademischen Spitzenforschung. TumoroRobotics basiert auf Ergebnissen des Biointelligence Lab der Seoul National University (SNU). Dieses erforscht, wie biologische Prinzipien Robotersysteme verbessern können.

Dieser Ansatz prägt die Architektur des RB-V1. Sein „Gehirn“ setzt auf Physical AI – die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz mit Hardware, um die physische Welt natürlicher zu verstehen und zu beeinflussen. Durch das Training in Simulationen soll der Roboter nach der Installation schneller einsatzbereit sein und seine Leistung mit der Zeit sogar verbessern.

Der K-Humanoid Alliance: Südkoreas geballte Roboter-Kraft

Die Vorstellung des RB-V1 war Teil einer größeren Strategie: der erstmals auf der CES kollektiv auftretenden „K-Humanoid Alliance“. Dieser Verbund südkoreanischer Roboterhersteller und Zulieferer will ein geschlossenes Ökosystem schaffen, um mit US- und chinesischen Giganten konkurrieren zu können.

Neben TumoroRobotics zeigten auch andere Mitglieder ihre Stärken: AeiROBOT präsentierte Logistikroboter der „Alice“-Serie, und SBB Tech spezialisierte Präzisionsgetriebe und Aktuatoren – die künstlichen Muskeln und Gelenke für Humanoiden wie den RB-V1. Diese lokale Lieferkette soll Kosten senken und die Zuverlässigkeit erhöhen. Der gemeinsame Messestand zog laut Berichten großes Interesse von internationalen Investoren auf der Suche nach Alternativen zu vertikal integrierten Konkurrenten an.

Der Markttest: Vom Messestand in die 24/7-Produktion

Die Marktreaktion auf den RB-V1 ist vorsichtig optimistisch. Herstellungsexperten betonen jedoch: Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt erst in der 24/7-Produktion. Entscheidend werden die Zykluszeit und vor allem die Zuverlässigkeit sein. Ausfälle in Hochlauf-Fertigungen verursachen immense finanzielle Verluste – hier liegt die größte Hürde für den breiten Einsatz von Humanoiden.

TumoroRobotics wird sich nun auf Pilotprogramme in Südkoreas starker Elektronik- und Automobilindustrie konzentrieren. Bei Erfolg könnte die Expansion in Märkte mit hohen Lohnkosten und alternder Belegschaft folgen, wie Japan oder Deutschland. Der Zeitplan ist ambitioniert: Nach der CES-Premiere sollen noch dieses Jahr Beta-Tests mit ausgewählten Industriepartnern beginnen. Die Integration von Komponenten der Allianz-Partner könnte einen Geschwindigkeitsvorteil bei der Serienproduktion bedeuten.

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