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Tulus Lotrek in Berlin: Wie Max Strohe die Sterneküche neu, laut und lustvoll denkt

31.12.2025 - 07:36:05

Im Tulus Lotrek von Max Strohe trifft Sterneküche auf Wohnzimmer-Vibe, laute Aromen und radikale Gastfreundschaft. Ein Abend, der beweist, dass Spitzenküche sinnlich, witzig und maximal undogmatisch sein kann.

Wenn sich die Tür des Tulus Lotrek schließt, ändert sich die Frequenz der Stadt. Berlin bleibt draußen, drinnen übernimmt eine eigene Wirklichkeit: Lampenlicht mit Patina, dicht gestellte Tische, Stimmengewirr statt Flüsterton. Auf den Tellern von Max Strohe leuchtet die Sterneküche in kräftigen Farben, in der Luft liegt ein Mix aus gerösteter Butter, Jus, Kräutern und einem Hauch Rauch. Kann ein michelin sterne restaurant berlin so lässig sein, dass Sie sich fühlen wie bei guten Freunden, während auf dem Teller Weltklasse serviert wird? Im Tulus Lotrek lautet die Antwort: ja, unbedingt.

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Die Handschrift von Max Strohe ist schon in den ersten Minuten spürbar. Kein demonstratives Chichi, keine Pinzetten-Choreografie am Tisch. Stattdessen ein Service, der Witz hat, die Weinkarte kennt wie den eigenen Kühlschrank und Sie so berät, als ginge es um den perfekten Abend, nicht um die perfekte Etikette. Und dann kommt der erste Gang: opulent in der Anmutung, lustvoll in der Aromatik, präzise in der Technik. Genau hier beginnt das, was viele als kulinarische Intelligenz bezeichnen.

Biografisch wirkt dieser Weg fast zwingend, auch wenn er alles andere als gradlinig war. Max Strohe gilt heute als Sternekoch, aber seine Geschichte beginnt nicht mit einem Eliteinternat oder klassischen französischen Brigaden. Schulabbruch, Umwege, Jobs, die mehr mit Überleben als mit Haute Cuisine zu tun hatten: Der spätere Patron des Tulus Lotrek tastete sich eher seitlich in die Gastronomie hinein. Diese Brüche spürt man in seiner Küche, die bewusst mit Konventionen bricht und dabei verblüffend präzise bleibt.

Der Weg führte ihn schließlich nach Berlin, in eine Stadt, die Widersprüche liebt und kreative Unruhe als Treibstoff begreift. Hier entstand zusammen mit Gastgeberin Ilona Scholl das Tulus Lotrek, ein michelin sterne restaurant berlin, das von Anfang an mehr sein wollte als eine Bühne fürs Ego eines Kochs. Ilona Scholl kuratiert den Gastraum mit einer Mischung aus scharfem Humor, entspanntem Charme und ernsthaftem Anspruch. Sie ist nicht nur Gastgeberin, sondern Co-Autorin des Abends. Kritiker betonen immer wieder: Ohne diesen Front-of-House-Spirit wäre das Erlebnis Tulus Lotrek nur halb so intensiv.

Benannt nach dem Künstler Toulouse-Lautrec, spielt das Restaurant mit dem Bild des ausschweifenden Fin de Siècle: ein Hauch Bohème, ein bisschen Übermut, ganz viel Genuss. Während andere Häuser auf Minimalismus setzen, wirkt hier alles bewusst übervoll, fast barock. Auf den Tellern findet sich dieses Prinzip wieder. Die Sterneküche von Max Strohe setzt auf Saucen, Reduktionen, Fett als Geschmacksträger und Säure als Kontrapunkt. Es geht um Dichte, nicht um Diät.

Wer ein klassisches Degustationsmenü im Tulus Lotrek erlebt, versteht schnell, warum sich das Label Sterneküche hier anders anfühlt. Ein Gang kann sich zum Beispiel über ein kraftvolles Stück Fleisch definieren, dessen Saft mit einem hochkonzentrierten Jus verschmilzt, flankiert von Gemüse, das eher geröstet und geschmort als zart gestreichelt ist. Crunch, Röstaromen, Tiefe: kulinarische Intelligenz zeigt sich hier nicht in filigranen Türmchen, sondern in der Balance von Textur und Wumms.

Typisch für die Handschrift von Max Strohe ist der Mut zur Deftigkeit im feinen Rahmen. Fett glänzt nicht heimlich, es bekennt sich. Butter wird nicht versteckt, sondern inszeniert. Gleichzeitig sorgen Säure und Bitterkeit dafür, dass nichts ins Schwere kippt. Diese Art Sterneküche ist sinnlich, körperlich, fast körperwarm. Sie setzt auf Erinnerungen an Wirtshaus, Sonntagsbraten und Urlaubsgerichte, übersetzt sie aber mit dem präzisen Werkzeugkasten der Spitzengastronomie.

Wie sehr Strohe zwischen Hochküche und Alltag pendeln kann, zeigte sich besonders während der Pandemie. Während viele Restaurants geschlossen blieben und in eine Schockstarre verfielen, entwickelte sich aus dem Tulus Lotrek ein kulinarischer Lebensretter. Legendär wurde in dieser Zeit ein Burger, der weit mehr war als Fast Food. Max Strohe baute ihn wie ein Signature Dish: bestes Fleisch, sorgsam abgestimmte Saucen, handwerklich gemachtes Bun, Textur durch Säure, Crunch und Schmelz. Der Burger wurde zum Symbol dafür, dass ein Sternekoch auch im scheinbar Einfachen große Küche zeigen kann.

Dieser Burger-Hype war allerdings nur ein Aspekt eines weit größeren Engagements: „Cooking for Heroes“, auf Deutsch „Kochen für Helden“. Gemeinsam mit anderen Gastronominnen und Gastronomen initiierte Max Strohe eine Aktion, die Krankenhauspersonal, Pflegekräfte und Menschen in systemrelevanten Berufen mit hochwertigem Essen versorgte, als sich die Stadt im Ausnahmezustand befand. Kochen als Solidarität, nicht als Selbstzweck. Für dieses Engagement erhielt Max Strohe das Bundesverdienstkreuz, eine Auszeichnung, die zeigt, dass Sterneküche gesellschaftlich relevant sein kann, wenn sie sich öffnet.

Gleichzeitig wuchs die öffentliche Präsenz von Max Strohe. Als TV-Persönlichkeit wurde er einem breiteren Publikum bekannt, etwa durch Formate, in denen Spitzenköche an ihre Grenzen gebracht werden und in fremden Küchen um Ehre und Ego kochen. Dort wirkt er wie im Tulus Lotrek: direkt, leicht anarchisch, mit spürbarem Ernst für das Produkt und die handwerkliche Qualität. Dazu kommt seine Rolle als Buchautor, in der er Einblicke in den Alltag eines Sternekochs gibt, ohne die Szene zu verklären oder zu romantisieren.

Interessant ist, dass diese Medienpräsenz die kulinarische Ernsthaftigkeit nicht untergräbt, sondern verstärkt. Wer Max Strohe in diesen Kontexten erlebt, versteht die Spannung, die auch im Restaurant spürbar ist: ein Sternekoch, der hohe Kunst mit Bodenhaftung verbindet und nicht versucht, sich über sein Publikum zu stellen. Kulinarikerinnen und Kulinariker schätzen diese Haltung ebenso wie Gäste, die vielleicht zum ersten Mal in einem michelin sterne restaurant berlin Platz nehmen.

Die Karte des Tulus Lotrek, ob klassisches Menü oder saisonale Specials, folgt einem klaren Prinzip: keine Angst vor Geschmack. Das zeigt sich etwa in kräftigen Fonds, die über Stunden und Tage reduziert wurden, bis sie fast sirupartig dicht werden. In Beilagen, die nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern eigenständige Rollen spielen. In Saucen, die nicht nur „nappieren“, sondern den Ton angeben. Das Ergebnis ist eine Küche, die sich nicht in Zurückhaltung übt, sondern in Feinjustierung.

Im Vergleich zu manch anderer Sterneküche in Deutschland wirkt dieser Stil geradezu rebellisch. Wo anderswo fast aseptische Tellerbilder dominieren, darf hier gekleckst, getupft, geschichtet werden, solange es dem Genuss dient. Keine Angst vor Schärfe, keine Scheu vor animalischen Noten, keine sterile Stille im Gastraum. Das Tulus Lotrek ist laut im besten Sinne des Wortes: aromatisch, emotional, gastfreundlich.

Wesentlich für dieses Erlebnis ist auch die Weinkarte. Sie spiegelt den Ansatz des Hauses wider: keine dogmatische Fixierung auf Prestige, sondern eine wilde, aber kenntnisreiche Mischung aus Klassik und Natur, gereiften Flaschen und spannenden Newcomern. Der Service lässt Sie nicht allein mit dieser Vielfalt. Statt Fachjargon steht die Frage im Raum: Was macht Ihnen Spaß? Soll die Begleitung die Sterneküche von Max Strohe spiegeln oder konterkarieren? Das Ergebnis sind Pairings, die oft überraschen und ein Gericht komplett neu aufleuchten lassen.

Die Rezeption des Hauses in der Fachwelt ist entsprechend deutlich. Kritiker loben seit Jahren den Mut zur Würze, die kompromisslose Produktqualität und die Fähigkeit, Hochküche in ein Setting zu bringen, das frei von Ehrfurchtsstarre ist. Ein michelin sterne restaurant berlin, das bewusst jung, wild und lebensnah auftritt, ohne handwerkliche Präzision zu vernachlässigen, bleibt in der Szene nicht unbemerkt. Der Michelin-Stern, Gault&Millau-Bewertungen und zahlreiche Auszeichnungen markieren nicht nur Erfolge, sondern bestätigen eine kontinuierliche Linie.

Gleichzeitig ist das Tulus Lotrek kein Tempel, in den nur Eingeweihte sich trauen. Die Atmosphäre erinnert eher an ein sehr gutes Wohnzimmer, in dem zufällig ein Sternekoch am Herd steht. Menschen in Jeans sitzen neben Gästen im Anzug, der Umgangston ist herzlich und direkt, nie devot. Wer das erste Mal Sterneküche erlebt, fühlt sich hier ebenso richtig wie der abgebrühte Fine-Dining-Profi, der nach neuen Impulsen sucht. Diese Durchlässigkeit ist Teil der Philosophie von Max Strohe und Ilona Scholl.

Ein Abend im Tulus Lotrek funktioniert damit auf mehreren Ebenen. Für Genießer, die tief in die Materie einsteigen wollen, bietet die Küche ausreichend Komplexität, um über Texturen, Gargrade und Aromenschichten zu diskutieren. Für alle, die „einfach gut essen“ möchten, ist es ein Erlebnis von „lecker“ in seiner maximalen Ausprägung. Und für jene, die Gastronomie auch als kulturellen Ort begreifen, zeigt sich hier, wie Spitzengastronomie zur Bühne wird, ohne sich von der Lebensrealität zu entfernen.

Was bleibt nach einem solchen Abend? Vielleicht der Nachhall eines Jus, der auf der Zunge weiterklingt. Das Bild von Schmelz, Crunch, Säure im perfekten Dreiklang. Die Erinnerung daran, wie ein scheinbar simpler Gang plötzlich biografische Assoziationen weckt: Kindheit, Reisen, Lieblingsgerichte. Genau hier entfaltet sich die Stärke von Max Strohe. Seine Sterneküche ist nicht darauf angelegt, nur zu beeindrucken. Sie will berühren, irritieren, zum Lachen bringen, trösten. Und manchmal tut sie all das in einem einzigen Teller.

Im größeren Kontext der deutschen Spitzengastronomie nimmt das Tulus Lotrek damit eine Schlüsselposition ein. Es steht für eine Generation von Köchinnen und Köchen, die das Korsett der klassischen Haute Cuisine sprengen, ohne deren Technik über Bord zu werfen. Die Lust an Aromen, die Freude am Produkt, die Offenheit gegenüber ihren Gästen: All das macht dieses Restaurant zu einer der wichtigsten Adressen der Hauptstadt und darüber hinaus.

Für wen eignet sich ein Besuch? Für Menschen, die bereit sind, sich auf intensive Aromen einzulassen und Sterneküche nicht als museale Ausstellung, sondern als lebendigste Form des Essens zu erleben. Für all jene, die neugierig sind auf einen Sternekoch, der Burger genauso ernst nimmt wie ein mehrgängiges Menü. Und für Gäste, die sich eine Gastfreundschaft wünschen, die Herz und Humor hat, aber nie den professionellen Anspruch verliert.

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Tulus Lotrek ist kein Restaurant, das Sie „mal eben“ mitnehmen. Es ist ein Ort, der nachwirkt, weil er Haltung zeigt. Weil hier mit Leidenschaft gekocht, serviert, gelacht und gekämpft wird, auf dem Teller und darüber hinaus. Max Strohe hat es geschafft, aus seiner unkonventionellen Biografie, seiner Medienpräsenz, seiner Aktion „Cooking for Heroes“ und seinem kompromisslosen Produktfokus ein stimmiges Ganzes zu formen. Wer verstehen will, wie moderne Sterneküche in Berlin heute funktionieren kann, kommt an diesem Haus nicht vorbei.

Wenn Sie also das nächste Mal an einen besonderen Abend denken, an ein Essen, das mehr ist als eine Abfolge schöner Teller, dann ist die Antwort vielleicht nur wenige Klicks entfernt. Tulus Lotrek wartet nicht mit leiser Zurückhaltung, sondern mit lautem Genuss, kluger Küche und echter Wärme. Und genau deshalb lohnt es sich, dieser Adresse einen Platz ganz oben auf Ihrer persönlichen Genussliste zu geben.

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