TU Wien: Ausstellung „FIX IT!“ endet mit Appell für Bauwende
17.01.2026 - 00:34:12Die Wanderausstellung „FIX IT! – Umbau statt Abriss“ endet heute an der Technischen Universität Wien. Sie fordert eine radikale Kehrtwende in der Baubranche: weg vom ressourcenfressenden Neubau, hin zur Sanierung und klugen Umnutzung bestehender Gebäude. Organisiert von „Architects for Future“, unterstützte die Schau im Foyer am Karlsplatz auch die europäische Bürgerinitiative „House Europe!“.
Kritik an der Abrisskultur
Die Ausstellung machte ein drängendes Problem sichtbar: den enormen Verbrauch an grauer Energie. Diese steckt in jedem bestehenden Gebäude – von der Herstellung der Materialien bis zur verbauten Arbeit. Jeder Abriss vernichtet diesen wertvollen Vorrat. Angesichts von Klimakrise und knappen Ressourcen sei das nicht mehr zu rechtfertigen, so die Initiatoren. Stattdessen müsse der Baubestand als Ressource begriffen und kreativ weiterentwickelt werden.
Ein Schwerpunkt an der TU Wien war das Thema Wohnen. Gezeigt wurden Auszüge aus der Diplomarbeit „Zukunft Bauen?“ von Alina Bärnthaler. Sie hinterfragt, warum die Politik in einem weitgehend „fertig gebauten“ Land wie Österreich weiterhin massiv auf Neubau setzt. Ihre Analyse des aktuellen Wohn- und Baupakets der Regierung traf bei Architektur-Studierenden auf großes Interesse.
Passend zum Thema Wohnen: Wer Gebäude saniert oder modernisiert, braucht verlässliche Mietdaten, um Kostendeckung, Fördermöglichkeiten und rechtssichere Mieterhöhungen zu planen. Der kostenlose Mietspiegel-Report 2025 liefert Vergleichsmieten, Begründungshilfen und Praxisbeispiele – ideal für Vermieter, Eigentümer und Projektplaner, die Sanierungen wirtschaftlich sauber aufstellen wollen. In nur 5 Minuten erhalten Sie alle relevanten Tabellen und Hinweise per E‑Mail. Jetzt Mietspiegel-Report 2025 kostenlos herunterladen
Druck von unten: Die Bürgerinitiative „House Europe!“
Die Ausstellung war eng mit der Europäischen Bürgerinitiative „House Europe!“ verknüpft. Deren Ziel: Bis Ende Januar 2026 eine Million Unterschriften sammeln, um die EU-Gesetzgebung zu beeinflussen. Die Forderungen im Überblick:
* Renovierungen und Umbauten sollen einfacher werden.
* Die Kosten müssen sinken.
* Die Maßnahmen müssen sozial verträglicher gestaltet werden.
Hinter der Initiative stehen neben „Architects for Future“ Partner wie die IG Architektur und das Architekturzentrum Wien (Az W). Sie sehen im Gebäudesektor einen entscheidenden Hebel für die Klimaziele. Schließlich ist die Bauindustrie für einen großen Teil der CO₂-Emissionen und des Abfallaufkommens verantwortlich.
Vom Abriss-Bagger zum kreativen Umbau
„Umbau statt Abriss“ bedeutet einen Paradigmenwechsel. Bislang galt der Abriss alter Bauten oft als einfachster Weg für moderne Neubauten. Experten fordern nun eine ganzheitliche Lebenszyklus-Betrachtung. Diese berücksichtigt nicht nur den Betrieb, sondern auch die Energie für Bau, Erhalt und Abriss.
Die Herausforderung für Planer ist riesig, aber auch spannend: Wie verwandelt man ein altes Fabrikgebäude in lebendige Lofts? Wie dichtet man einen Wohnblock aus den 1960ern energetisch nachhaltig auf? Solche Lösungen bewahren oft den charakteristischen Charme gewachsener Stadtteile.
Was kommt nach der TU Wien?
Die Ausstellung zieht weiter. Vom 22. bis 25. Januar ist sie im Wiener Amerlinghaus zu sehen. Das übergeordnete Ziel bleibt klar: die eine Million Unterschriften für „House Europe!“ zusammenzubekommen.
Die Diskussionen an der TU zeigten, dass das Bewusstsein für die Probleme der Abrisskultur wächst – besonders unter der nächsten Generation von Architekt:innen. Ob daraus echter Wandel wird, hängt am Ende von der Politik ab. Sie muss die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen so setzen, dass der Umbau zur neuen Norm wird.
PS: Wer Umbauprojekte in gemeinschaftlich genutzten Gebäuden plant, sollte die neuen Regeln rund um Wohnungseigentum kennen. Der kostenlose Sonder-Report „Das neue Wohnungseigentumsgesetz (WEG)“ fasst in 5 Minuten die 19 wichtigsten Änderungen zusammen – mit praktischen Hinweisen zu Modernisierungen, Balkonkraftwerken und Online-Eigentümerversammlungen. Ein kompaktes Nachschlagewerk für Eigentümer, Verwalter und Hausgemeinschaften. Jetzt WEG-Sonderreport anfordern


