TSMC: Rekordgewinn dank KI-Boom, doch der Speichermarkt kollabiert
17.01.2026 - 18:30:12Der taiwanesische Chipriese TSMC meldet Rekordgewinne und prophezeit ein goldenes KI-Jahr 2026. Während die künstliche Intelligenz einen Investitionsrausch auslöst, stürzt sie den globalen Speichermarkt in eine beispiellose Krise – mit spürbaren Folgen für Verbraucher.
Veröffentlicht: Samstag, 17. Januar 2026
TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger von Halbleitern, steuert mit voller Kraft in das KI-Zeitalter. Das Unternehmen verkündete diese Woche einen Quartalsgewinn von 35 Prozent und prognostiziert für 2026 ein Umsatzplus von fast 30 Prozent. Dieser „KI-Megatrend“, wie die Konzernführung ihn nennt, heizt die Geschäfte an, während gleichzeitig der Markt für Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher (NAND) unter einem historischen Engpass ächzt. Die Folge: explodierende Preise für PC- und Smartphone-Komponenten, die die gesamte Hardware-Branche unter Druck setzen.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im vierten Quartal 2025 erzielte TSMC einen Rekordgewinn und übertraf alle Erwartungen. Getrieben von der enormen Nachfrage nach Hochleistungs-Chips für KI-Anwendungen, schraubt der Konzern seine Investitionspläne massiv nach oben. Die Kapitalausgaben für 2026 sollen zwischen 52 und 56 Milliarden Euro liegen – ein gewaltiger Sprung gegenüber den rund 41 Milliarden Euro im Vorjahr.
Hinter diesem Optimismus stehen konkrete Zusagen von Cloud-Giganten und Chipdesignern wie Nvidia. TSMC-Chef C.C. Wei betonte, die Nachfrage nach KI-Beschleunigern sei nachhaltig und liefere echten Geschäftsnutzen. Entsprechend erhöhte das Unternehmen seine Langfristprognose: Die Erlöse aus KI-Chips sollen bis 2029 jährlich um 50 bis 60 Prozent wachsen.
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Strukturkrise: KI saugt den Speichermarkt leer
Doch der KI-Boom hat eine dunkle Kehrseite. Während TSMC florierte, steckt der globale Speicherchip-Markt in der tiefsten Krise seit Jahren. Analysten sprechen von einer strukturellen Verknappung, die bis 2027 anhalten könnte. Der Grund: Die großen Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron fahren die Produktion von Standard-Speichern für Consumer-Geräte zurück. Stattdessen konzentrieren sie sich voll auf die Fertigung von teurem High-Bandwidth Memory (HBM), das exklusiv in KI-Serverchips verbaut wird.
Dieser „Vampir-Effekt“ der KI hat den Markt auf den Kopf gestellt. Das Angebot an DRAM und NAND bricht ein, während die Preise explodieren. Für das erste Quartal 2026 werden Vertragspreiserhöhungen von bis zu 60 Prozent erwartet. Aus einem Käufer- ist ein reiner Verkäufermarkt geworden.
Verbraucher zahlen die Zeche
Die Folgen treffen die Hersteller von PCs und Smartphones mit voller Wucht. Die Speicherkosten machen inzwischen einen deutlich größeren Teil der Gesamtkosten (Bill of Materials) eines Geräts aus. Unternehmen wie HP, Dell und Apple stehen vor einer schwierigen Wahl: Sie müssen die niedrigeren Margen schlucken oder die höheren Kosten an die Kunden weitergeben – und riskieren damit einen Nachfrageeinbruch.
Bereits warnen große PC-Hersteller vor Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2026. Marktbeobachter korrigieren ihre Prognosen für den Smartphone- und PC-Absatz nach unten. Höhere Endkundenpreise könnten den Markt in diesem Jahr schrumpfen lassen.
Zwei Geschwindigkeiten in der Tech-Branche
Die Tech-Welt spaltet sich. Auf der einen Seite profitieren TSMC, KI-Chip-Designer und Cloud-Anbieter von einem Investitionsrausch. Auf der anderen Seite leidet die breite Consumer-Hardware-Branche unter den Kollateralschäden dieses Booms: Lieferengpässen und galoppierender Komponenten-Inflation.
TSMC zeigt sich dennoch zuversichtlich. Das Geschäft mit High-End-Smartphones sei weniger anfällig für Speicherpreisschwankungen, so CEO Wei, da Käufer premiumger Geräte preisunempfindlicher seien. Die massive Investitionsoffensive des Konzerns ist ein klares Signal: TSMC wettet darauf, dass der KI-Ausbau kein vorübergehender Hype, sondern ein fundamentaler, langfristiger Technologieshift ist, der die Halbleiterindustrie für Jahre prägen wird. Die Frage ist nur, wie lange die Verbraucher die Zeche zahlen können.
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