Trump verhängt Strafzölle gegen Deutschland und Europa
18.01.2026 - 17:21:11Die USA bestrafen Europa mit drastischen Zöllen für dessen Haltung im Grönland-Konflikt. Für die deutsche Exportwirtschaft beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Ankündigung kam per Social Media und traf die deutsche Wirtschaft mit voller Wucht. US-Präsident Donald Trump hat umfassende Strafzölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Länder verhängt. Ab dem 1. Februar 2026 sollen Importe aus den betroffenen Staaten mit zehn Prozent belegt werden. Hintergrund ist der schwelende Streit um Grönland. Europa weigert sich, die US-Bestrebungen zum Kauf der arktischen Insel zu unterstützen. Für deutsche Unternehmen, für die die USA der wichtigste Absatzmarkt sind, bedeutet das eine akute Krise.
Eskalation mit klarem Ultimatum
Die Maßnahmen aus Washington sind eine klare Drohkulisse. Betroffen sind neben Deutschland auch Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland. Sollte bis zum 1. Juni 2026 keine Einigung über einen „vollständigen Kauf Grönlands“ erzielt werden, steigen die Zölle auf 25 Prozent. Trump begründete den Schritt auf seiner Plattform Truth Social mit nationalen Sicherheitsinteressen. Auslöser der jüngsten Eskalation ist eine laufende militärische Erkundungsmission mehrerer NATO-Staaten, darunter Deutschland.
Deutsche Wirtschaft schlägt Alarm
In deutschen Chefetagen und Wirtschaftsinstituten löste die Nachricht größte Besorgnis aus. Die USA waren 2024 erstmals seit Jahren wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner. Diese Abhängigkeit macht das exportorientierte Wirtschaftsmodell nun extrem verwundbar. Analysten warnen vor erheblichen Wachstumseinbußen. Berechnungen der ING Bank legen nahe, dass Zölle von 25 Prozent das deutsche Wirtschaftswachstum um 0,2 Prozentpunkte dämpfen könnten. Andere Prognosen sehen sogar ein Nullwachstum für 2026.
Die Stimmung in den Unternehmen ist entsprechend düster. Eine aktuelle DIHK-Umfrage zeigt: 54 Prozent der befragten Firmen wollen ihr US-Geschäft reduzieren. Ein Viertel setzt geplante Investitionen aus. Die Zahlen verdeutlichen die Schieflage: Im ersten Quartal 2025 exportierte Deutschland Waren im Wert von 41,2 Milliarden Euro in die USA, importierte aber nur für 23,5 Milliarden Euro. Dieser massive Exportüberschuss macht die heimische Wirtschaft zum leichten Ziel für protektionistische Maßnahmen.
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Europa ringt um eine gemeinsame Linie
In Berlin und Brüssel laufen die Krisengespräche auf Hochtouren. Die Bundesregierung koordiniert sich eng mit den europäischen Partnern. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warnte vor einer gefährlichen Abwärtsspirale, die die transatlantischen Beziehungen untergraben könnte. Die Zolldrohungen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Erst kürzlich unterzeichnete die EU das Mercosur-Abkommen mit südamerikanischen Staaten, um sich unabhängiger von den USA zu machen. Ein bereits ausgehandeltes eigenes Handelsabkommen mit Washington hat nun im Europäischen Parlament keine Chance mehr auf Ratifizierung.
Wettlauf gegen die Uhr beginnt
Die kommenden Wochen sind entscheidend. Kann Europa geschlossen reagieren und Washington zum Einlenken bewegen? Medienberichten zufolge wird ein EU-Sondergipfel erwogen. Für die deutsche Industrie beginnt indes eine Phase der Unsicherheit. Die strategische Neuausrichtung auf andere Märkte ist ein langfristiges Projekt. Kurzfristig müssen Unternehmen ihre Preise und Lieferketten überprüfen und Notfallpläne schmieden. Aus dem diplomatischen Streit um Grönland ist über Nacht eine handfeste Wirtschaftskrise geworden, deren volle Tragweite für den Standort Deutschland noch niemand abschätzen kann.


