Trump, Grönland-Zöllen

Trump droht mit Grönland-Zöllen – EU stoppt Handelsabkommen

21.01.2026 - 23:35:12

Die USA erhöhen den Druck auf acht europäische Länder mit Zolldrohungen, um Grönland zu erwerben. Die EU reagiert mit der Aussetzung eines Handelsabkommens und droht mit milliardenschweren Gegenmaßnahmen.

Die transatlantischen Beziehungen steuern auf einen neuen Tiefpunkt zu. US-Präsident Donald Trump droht acht europäischen Ländern mit Strafzöllen, um den Kauf Grönlands zu erzwingen. Die EU reagiert scharf und setzt ein wichtiges Zollabkommen aus.

Die Drohung aus Washington ist konkret: Ab dem 1. Februar sollen Sonderzölle von zehn Prozent auf Importe aus Deutschland, Dänemark, Frankreich und fünf weiteren Staaten erhoben werden. Bis Juni soll eine Einigung über einen Verkauf Grönlands stehen – andernfalls steigen die Abgaben auf 25 Prozent. Getroffen werden damit genau jene NATO-Partner, die kürzlich aus Solidarität mit Dänemark Truppen auf die Arktisinsel entsandt hatten.

Die Reaktion in Brüssel ließ nicht lange auf sich warten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa verurteilten die Pläne als inakzeptabel. Sie warnten vor einer gefährlichen Abwärtsspirale. Der deutsche Vizekanzler Lars Klingbeil betonte: „Wir lassen uns nicht erpressen.“

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Europäisches Parlament zieht die Notbremse

Als erste konkrete Gegenmaßnahme hat das Europäische Parlament die Ratifizierung eines mühsam ausgehandelten Zollabkommens mit den USA gestoppt. „Der US-Präsident hat mit dieser Erpressung den Bogen endgültig überspannt“, erklärte Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses.

Das nun auf Eis gelegte Abkommen hätte den Marktzugang für US-Waren verbessert. Im Gegenzug verzichteten die USA auf Strafzölle für europäische Autos. Mit der Aussetzung erhöht die EU den Druck. Sollte keine Lösung gefunden werden, könnten bereits ab dem 7. Februar automatisch europäische Gegenzölle im Wert von 93 Milliarden Euro in Kraft treten. Betroffen wären US-Flugzeuge, Rindfleisch und Whiskey.

Mehr als nur ein Handelsstreit

Wirtschaftsexperten sehen die direkten Folgen der US-Drohung zwar als begrenzt an. Eine Studie des Kieler IfW-Instituts schätzt, dass die Hauptlast solcher Zölle von amerikanischen Verbrauchern getragen würde. Doch die Verbände sind alarmiert. Der VDMA warnt vor einer neuen Phase der Unsicherheit für die Exportwirtschaft.

Der Kern des Konflikts ist jedoch geopolitischer Natur. Es geht um die Vorherrschaft in der strategisch wertvollen Arktis. Grönland ist reich an Bodenschätzen, die für die USA im Wettbewerb mit China immer wichtiger werden. Washingtons Drängen auf einen Verkauf ist somit auch ein Spiel um globale Einflusssphären.

Ein Sondergipfel soll die Antwort finden

Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten noch diese Woche in einem Sondergipfel über das weitere Vorgehen. Zur Diskussion steht auch der Einsatz eines neuen, scharfen Instruments zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung – intern „Handels-Bazooka“ genannt.

Die Botschaft aus Brüssel ist klar: Dialog ja, aber nicht unter Drohungen. Die transatlantischen Beziehungen stehen an einem Scheideweg. Wie Europa auf die Grönland-Erpressung reagiert, wird die machtpolitischen Karten in diesem Jahrhundert neu mischen.

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