Trump droht Kanada mit 50 Prozent Zoll auf Flugzeuge
30.01.2026 - 08:25:12Washington/Ottawa – 30. Januar 2026 – US-Präsident Donald Trump droht Kanada mit drastischen Strafzöllen auf Flugzeuge. Über seine Plattform Truth Social kündigte er am Donnerstag an, alle aus Kanada importierten Maschinen mit 50 Prozent zu belegen. Zudem sollen Flugzeuge wie die des Herstellers Bombardier ihre US-Betriebsgenehmigung verlieren. Diese Eskalation trifft den Kern der kanadischen Hochtechnologie und gefährdet Tausende Jobs.
Hintergrund: Zertifizierungsstreit und China-Politik
Als unmittelbaren Anlass nannte Trump einen handfesten Streit. Er wirft Kanada vor, mehreren Modellen des US-Geschäftsflugzeugherstellers Gulfstream Aerospace die Zertifizierung zu verweigern. Sollte sich dies nicht „sofort“ ändern, will er die Strafmaßnahmen umsetzen. Doch der Konflikt hat tiefere Wurzeln. Erst vor Tagen drohte Trump mit 100 Prozent Zöllen auf alle kanadischen Importe. Auslöser war die China-Reise von Premierminister Mark Carney.
Carney hatte eine engere Partnerschaft mit Peking angekündigt, inklusive niedrigerer Zölle für chinesische Elektroautos. Für Trump ist klar: Kanada droht zum „Umschlagplatz“ für chinesische Waren in die USA zu werden. Die neue Drohung gegen die Luftfahrtindustrie ist somit ein gezielter Schlag gegen einen strategischen Sektor, um Ottawa von China abzubringen.
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Bombardier im Visier – Existenzielle Bedrohung
Die Drohungen treffen die kanadische Industrie ins Mark. Für Bombardier, der sich auf Geschäftsjets spezialisiert hat, sind die USA der mit Abstand wichtigste Markt. Ein Ausschluss oder massive Zölle würden die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens fundamental gefährden. Bislang gab es von Bombardier und der kanadischen Regierung keine offizielle Stellungnahme. Die Unsicherheit lähmt bereits jetzt Investitionen und Planungen.
Analyse: Zölle als Trump’s Druckmittel der Wahl
Die Androhung von Strafzöllen ist ein altbekanntes Spielbuch des Präsidenten. Beobachter sehen in der jüngsten Eskalation weniger eine Reaktion auf Gulfstream, sondern vielmehr ein geopolitisches Druckmittel. Trump will Kanada zwingen, seine China-Annäherung zu überdenken. Die Timing ist brisant: Das nordamerikanische Freihandelsabkommen USMCA steht kurz vor einer formalen Überprüfung. US-Finanzminister Scott Bessent warnte Carney erst am Mittwoch, seine Kritik an der US-Politik könne „nach hinten losgehen“.
Was kommt jetzt? Kanadas schwierige Entscheidung
Die kanadische Regierung steht vor einem Dilemma. Ein Nachgeben im Gulfstream-Streit könnte die akute Zolldrohung abwenden – würde aber einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. Eine harte Antwort riskiert einen offenen Handelskrieg, der beide Volkswirtschaften schwer treffen würde. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Der Konflikt hat das Potenzial, nicht nur die nordamerikanische Handelsstabilität, sondern auch den Zusammenhalt des Westens weiter zu belasten.


